Jerusalemer Propst Joachim Lenz im Interview zu den Folgen des 7. Oktober

PRESSEMITTEILUNG Nr. 76/2025

„Viele hoffen natürlich, dass die Geiseln endlich freikommen und der Krieg endet“

Jerusalemer Propst Joachim Lenz im Interview zu den Folgen des 7. Oktober

Düsseldorf/Jerusalem (7. Oktober 2025). Zwei Jahre nach dem Überfall und der Geiselnahme der Hamas spricht Joachim Lenz, Propst in Jerusalem, über israelbezogenen Antisemitismus, Traumata auf beiden Seiten und kleine Leuchttürme der Hoffnung.

Herr Lenz, am 7. Oktober jährt sich der Terrorangriff der Hamas auf Israel zum zweiten Mal. Wie sehr hat sich das Land in Ihrer Wahrnehmung seither verändert?
Joachim Lenz
: Terror und Krieg beherrschen die Nachrichten – in Israel wie in den palästinensischen Gebieten. Israelis erzählen mir, dass sie in den Wochen nach dem 7. Oktober sehr direkte, persönliche Angst ums Überleben hatten. Das ist vorerst vorbei. Libanon, Syrien, Iran und vor allem die Hamas werden nicht mehr als akute Bedrohungen wahrgenommen. Aber der Konflikt ist ungelöst, die latente Bedrohung bleibt, immer noch kommen einzelne Drohnen und Raketen aus dem Jemen. In der Westbank leiden die Menschen unter viel Gewalt und großer wirtschaftlicher Not. In Bethlehem liegt die Arbeitslosigkeit weit über 80 Prozent.

Selbst in meinem kleinen christlichen Bekanntenkreis weiß ich von einigen, die ausgereist sind oder in ein anderes Land gehen wollen, wenn es nicht besser wird. Der Exodus der christlichen Familien aus dem Heiligen Land hält an. Dass es mittel- und langfristig besser wird, wagt kaum jemand zu hoffen. Ob der derzeitige Trump-Friedensplan funktionieren kann, weiß auch niemand. Viele im Lande hoffen natürlich, dass die Geiseln endlich freikommen und der Krieg endet. Müdigkeit und Aussichtslosigkeit sind gewachsen. Gleich geblieben ist, was der israelische Historiker Yuval Noah Harari vor fast zwei Jahren gesagt hat: In unseren Seelen ist so viel Trauer und Schmerz, dass da kein Platz bleibt für das Leid der anderen. Das gilt für die arabische wie für die jüdische Seite.

Die israelische Regierung steht weltweit in der Kritik wegen der Kriegsführung im Gazastreifen. Wie breit schätzen Sie den Protest innerhalb der israelischen Gesellschaft selbst ein?
Lenz
: Israel hat eine sehr lebendige Zivilgesellschaft. Samstagabends, nach dem Ende des Schabbat, sind regelmäßig Hunderttausende auf den Straßen, um gegen den Krieg und für eine Freilassung der Geiseln zu demonstrieren, die seit zwei Jahren in den Tunneln der Terrororganisation Hamas gefangen gehalten werden. Der Staat Israel ist als ein sicherer Ort für Jüdinnen und Juden angelegt worden, wo sie mit Menschen auch anderer Religionen in Frieden und Gerechtigkeit zusammenleben wollen. So hat es die israelische Unabhängigkeitserklärung von 1948 festgelegt. Die allermeisten Israelis, die ich kenne, wollen genau das. Dass dieser Staat möglich ist, hat unsere rheinische Landessynode 1980 als „Zeichen der Treue Gottes“ bezeichnet. In Umfragen wird aber auch deutlich, wie tief die Erbitterung und Sorge nach dem 7. Oktober in den Seelen sitzt. Eine klare Mehrheit der Bevölkerung ist gegen eine Zweistaatenlösung, das war vor zwei Jahren noch anders.

Immer mehr Länder erkennen den Staat Palästina an, Deutschland bisher nicht. Haben Sie Verständnis dafür?
Lenz
: Ich bin kein politischer Analyst. Den alten Plan, einen belastbaren Friedensprozess auf den Weg zu bringen, der eine stabile Zweistaatenlösung und dann auch die Anerkennung Palästinas zum Ziel hat, finde ich weiter einleuchtend. Leider konnte keine der beiden Seiten in den vergangenen Jahrzehnten diesen gemeinsamen Weg erfolgreich beginnen. In unserer kleinen deutschsprachigen Gemeinde sprechen wir natürlich miteinander über diese Fragen. Lösungen haben wir nicht anzubieten. Wir sind uns auch einig darüber, dass es nicht unsere Aufgabe sein kann, unsere Lösungen quasi von außen zu präsentieren.

Manchmal scheint es, im Nahostkonflikt gehe es mehr um Begriffe als um Menschenleben: Genozid ja oder nein, Hungersnot ja oder nein, Zweistaatenlösung ja oder nein. Erleben Sie überhaupt noch Momente einer gemäßigteren, um Verständigung ringenden Debatte?
Lenz
: Im politischen Umfeld sehe ich da gerade fast nichts. Zwei tief traumatisierte Völker stehen sich gegenüber. Aber es gibt weiterhin Menschenrechts- und Friedensgruppen wie die Rabbis for Human Rights, das Parents Circle Families Forum oder die Combatants for Peace. In Jerusalem hat sich ein interreligiöses Gesprächsforum zusammengefunden – jetzt erst recht. Das sind nur kleine Organisationen und wenige Menschen, aber es sind die Leuchttürme der Hoffnung! Sie verdienen jede Unterstützung. Und es gibt zum Beispiel den palästinensischen Arzt, der sich von einem israelischen Rabbiner zum Schabbat-Dinner einladen lässt: zögerlich, weil er dafür viel Ärger in seinem Umfeld riskiert. Aber er tut’s. Beide haben sich bei einer Taizé-Andacht in unserer Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg kennengelernt, was an sich schon eine kleine Hoffnungsgeschichte ist.

Israel steht weltweit am Pranger, von den Verbrechen der Hamas ist kaum mehr die Rede. Wie groß ist die Verbitterung darüber in Israel?
Lenz
: In den vergangenen zehn Jahren haben sich drei Viertel aller staatenbezogenen Resolutionen der Vereinten Nationen gegen Israel gerichtet. Das letzte Viertel richtet sich gegen alle Schurkenstaaten der Welt. Nicht erst jetzt fühlen sich viele Menschen hier vom Rest der Welt verlassen und allein. Weil wir am Ende allein dastehen, muss es unseren wehrhaften Staat geben – mit diesem Gedanken im Hinterkopf wurde Israel 1948 gegründet, und der Terroranschlag der Hamas hat das bestätigt.

Das Verlassenheitsgefühl betrifft allerdings Israelis wie Palästinenser gleichermaßen. Seit Kriegsbeginn hat kein islamischer Staat die diplomatischen Beziehungen zu Israel abgebrochen. Die Staatengemeinschaft hat das massenhafte Töten im Gazastreifen nicht gestoppt. Da ist auf der palästinensischen Seite viel Verzweiflung, allen Solidaritätserklärungen zum Trotz. Beide Seiten wollen Anerkennung ihres Leids und Verständnis für ihr Handeln. Beide tragen die Traumata von Terror und Krieg mit sich herum. Und sie reden nicht miteinander.

Überall bricht sich ein immer ungehemmterer Antisemitismus Bahn. Er richtet sich gegen Künstler, Unternehmen, jüdische Menschen im Alltag. Was wären aus Ihrer Sicht jetzt notwendige Signale?
Lenz
: Ich bin absolut dankbar, dass meine Kirche unermüdlich Flagge gegen jede Form von Antisemitismus zeigt. Sowohl meine heimische Evangelische Kirche im Rheinland als auch die Evangelische Kirche in Deutschland, die mich nach Jerusalem entsandt hat, sind da ganz klar und haben auch Konsequenzen benannt, von Bildungsarbeit über Gottesdienste bis zur Unterstützung jüdischer Präsenz in der Gesellschaft. Nun herrscht gerade auch viel israelbezogener Antisemitismus. Der ist nicht einfach durch die schrecklichen Bilder aus dem Gazastreifen zu erklären. Israel sei „der Jude unter den Völkern“, hat der Holocaust- und Antisemitismusforscher Léon Poliakov gesagt – und zwar bereits vor fast 60 Jahren. Wir erleben jetzt, dass er recht hat. Und wir müssen sagen, dass das Unrecht ist.

Wenn Sie 2026 Jerusalem nach sechs Jahren wieder verlassen, haben Sie erst die Corona-Pandemie und dann den Hamas-Terrorangriff, die Bomben auf Israel und den Krieg im Libanon und im Gazastreifen miterlebt. Können Sie da noch irgendeinen Hoffnungsgedanken mit nach Hause nehmen?
Lenz: Wir sollen allezeit Rechenschaft geben über die Hoffnung, die in uns ist, heißt es in der Bibel. (1. Petrus 3,15) In unserer Gemeinde erinnern wir uns immer wieder gegenseitig an Jesus, den Friedefürsten. Der war ja höchstpersönlich in unserer Stadt und hat uns in Gottes Namen den Frieden erklärt. Das kann und wird er wieder tun – hoffentlich bald und hoffentlich so, dass die Regierenden und die Regierten es endlich verstehen, gleich welcher Religion oder Nationalität sie sind.

Wie das gehen soll? Ich weiß es nicht. Sind die derzeit laufenden Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas ein Anfang? Vielleicht. Hoffentlich! Aber ich weiß zum Beispiel, dass mein Großvater 1944 Besatzungssoldat in Paris war. Nun lebt mein ältester Sohn dort seit Jahren und lehrt an der Sorbonne. Nach Jahrhunderten der „Erbfeindschaft“ herrscht zutiefst belastbarer Friede zwischen zwei Völkern. „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen“: Was Primo Levi warnend über die Schoah gesagt hat, gilt auch für Friedenswege. Das glaube und hoffe ich von Herzen. Jerusalem ist ganz oben auf der Liste der Orte, wo das möglich werden muss.
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Zur Person: Joachim Lenz
Der gebürtige Wuppertaler Joachim Lenz war zunächst Gemeindepfarrer in Enkirch an der Mosel. Im Vorfeld des Kirchentags 2007 in Köln wurde er für drei Jahre zum Kirchentagsbeauftragten der Evangelischen Kirche im Rheinland berufen und arbeitete anschließend als Pastor für den Kirchentag. 2015 wechselte er als Theologischer Vorstand und Direktor zur Berliner Stadtmission. Bis zu seinem Amtsantritt in Jerusalem im August 2020 war er ehrenamtlicher Sprecher des Bündnisses United4Rescue.

Stichwort: Propst in Jerusalem
Der Propst ist der erste Pastor der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem. Zudem ist er im Heiligen Land und in Jordanien Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das gilt für die Jerusalem-Stiftung, der die Erlöserkirche und die Propstei gehören, und für die Auguste-Viktoria-Stiftung, die das Auguste-Viktoria-Hospital in Ostjerusalem betreibt. Die dritte Stiftung trägt das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes.

Autor und Kontakt: Ekkehard Rüger, ekkehard.rueger@ekir.de, Telefon 0211 4562-290

Hagios gesungenes Gebet, Nächste Termine

Innehalten, Mitsingen und Kraft schöpfen.
Für mehr Frieden in uns und in der Welt.

HAGIOS Singen in der Kirche Heilig Geist, Im Käuelchen 17 in Forsbach

  • 29.10., 19:00 Uhr
  • 27.11., 19:00 Uhr
  • 15.01., 19:00 Uhr
  • 20.02., 19:30 Uhr, in der Christuskirche, Forsbach, Ökumenisches HAGIOS Friedensgebet
  • 26.03., 19:00 Uhr

Für alle, die Frieden und Gemeinschaft erleben möchten.


HAGIOS bedeutet HEILIG

Uns dem Heiligen zu öffnen und in meditativer Weise mit einfachen mehrstimmigen Gesängen von Helge Burggrabe (vergleichbar den bei uns bekannteren Taizé-Liedern) zu beten, ist eine schöne Möglichkeit, in rauen und friedlosen Zeiten einen anderen Akzent zu setzen.

Herzliche Einladung an alle Menschen, die gerne singen und sich ein Innehalten und Kraftschöpfen wünschen.
Unter der musikalischen Leitung von Eva Cox wollen wir uns in die Gesänge einstimmen.

Weitere Termine für HAGIOS Singabende werden ab Herbst regelmäßig in unserer Gemeinde angeboten.
Kontakt: Eva Fendel | Handy 0173 5388078

ÖkumenJa 12.10.

Whisky, Folk und Schlossgespenster – ein Abend mit feinen Geistern

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „ÖkumenJa“ lädt das Trio „Tempus Manet“ am 12.10.25 in der Zeit von 17 bis 19 Uhr im Pfarrsaal der Evangelischen Versöhnungskirche in Rösrath auf eine Reise zu den britischen Inseln ein.

Mit dem Trio haben wir versierte Akteure gewinnen können, die schon seit Jahren auf originelle Art typisch irische Lieder und Geschichten auf die Bühne bringen.
Dabei begegnen die Zuhörer Gespenstern, Räubern und Helden in den Liedern und Geschichten, vorgetragen von Anja Zimmer (Texte, Gesang und Harfe), Erika Drogi-Haas (Gesang) und Frank Glabian (Gitarre und Gesang). Und wo läßt es sich besser gruseln als in gemütlicher Runde bei einem Glas irischem Whisky, zelebriert unter der Anleitung von Frank Glabian.
Wie immer finden die Vorträge in gemütlicher Runde mit Getränken und einem Imbiss statt.


Foto: Tempus Manet, privat

Erntedankaufruf der Tafel

Erntedankfest auch für die Kunden der Tafel Rösrath e.V.

Das alljährliche Erntedankfest gibt uns Anlass, innezuhalten und dankbar auf die Gaben der Natur zu blicken.
Wir wollen aber auch an die Bedürftigen unserer Stadt denken, und laden Sie dazu ein, zum Erntedank-Gottesdienst am 05.10.2025 in der Versöhnungskirche Lebensmittel mitzubringen und vor den Altar zu legen.

Geeignet für die Weitergabe an die Tafel sind folgende Lebensmittel:
Konserven mit Gemüse, Obst, Fisch, Wurst aber auch frisches haltbares Gemüse z.B. Kartoffeln, Kohlsorten, Kürbisse, Zwiebeln oder Öl, Essig, Nüsse, Zucker, Mehl, H-Milch, Marmelade, Honig, Kaffee, Nudeln, Reis, verpackte Backwaren, Dauerwurst.

Die gespendeten Gaben werden zeitnah von den Ehrenamtlern abgeholt und an die Tafelbesucher verteilt.
Wir freuen uns über jede Art der Unterstützung und grüßen herzlichst.

Der Vorstand des Tafel Rösrath e.V.

Teilnahme am 2. Betroffenenforum

PRESSEMITTEILUNG Nr. 62/2025

Landeskirchen und Diakonie rufen zur Teilnahme am 2. Betroffenenforum auf

Zwei Präsenztermine und ein digitaler Termin für Betroffene sexualisierter Gewalt

Düsseldorf (19. September 2025). Betroffene von sexualisierter Gewalt in evangelischer Kirche und Diakonie sollen sich aktiv an deren Aufarbeitung beteiligen können. Dafür richten die evangelischen Landeskirchen und die diakonischen Landesverbände sogenannte Foren für Betroffene sexualisierter Gewalt in evangelischer Kirche und Diakonie aus.

Diese nicht öffentlichen Treffen bieten einen geschützten Raum zum Austausch über notwendige Schritte und Maßnahmen im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Betroffene können sich dort vernetzen und mit Verantwortlichen aus Kirche und Diakonie diskutieren. Ziel ist eine transparente, professionelle und unabhängige Aufarbeitung, die die Betroffenen selbst mitgestalten. Jedes Betroffenenforum wird von einer externen Moderation und Supervision begleitet.

Die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche und das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe laden gemeinsam ein zum

2. Forum für Betroffene sexualisierter Gewalt.

Zur Auswahl stehen zwei Termine in Präsenz:

Donnerstag, 6. November 2025, in Essen

Samstag, 8. November 2025, in Haltern am See

Außerdem gibt es einen digitalen Termin:

Montag, 10. November 2025, via Microsoft Teams, Link nach Anmeldung

Bei der Veranstaltung erhalten die Teilnehmenden unter anderem Informationen zum Stand der neuen Anerkennungsrichtlinie, zur aktuellen Prävention und zum Aufbau der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission (URAK) West. Bundesweit gibt es neun regionale Aufarbeitungskommissionen in Form von Verbünden, die jeweils aus einem Zusammenschluss von Landeskirchen und diakonischen Werken bestehen.

Betroffene von sexualisierter Gewalt in evangelischer Kirche und Diakonie, die sich am Forum in Essen oder in Haltern am See beteiligen möchten, können sich bei der Fachstelle für den Umgang mit Verletzungen der Sexuellen Selbstbestimmung (FUVSS) der Diakonie RWL anmelden. Die Teilnahme ist nicht an den Wohnort oder an den Ort der Tat gebunden.

Weitere Informationen zur Anmeldung, zum Veranstaltungsort und zum Veranstaltungsbeginn sowie zur Übernahme anfallender Reisekosten gibt es bei der

Fachstelle für den Umgang mit Verletzungen der Sexuellen Selbstbestimmung (FUVSS)
c/o Diakonie RWL
Lenaustraße 41
40470 Düsseldorf
Telefon 0211 6398-0
Mail aufarbeitung@diakonie-rwl.de

Stichwort: URAK West

Am 26. Februar 2024 wurde in Wuppertal der Verbund West zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegründet. Anfang Juni 2024 wurde zunächst die Geschäftsführung der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission (URAK) besetzt. Die siebenköpfige Kommission (zwei Betroffenenvertreter*innen, zwei Mitarbeitende von Kirche und Diakonie sowie drei unabhängige Expert*innen auf Vorschlag der Landesregierungen/Bundesländer) hat dann im März 2025 ihre Arbeit aufgenommen.
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Autorin: Verena Bretz, Diakonie RWL, v.bretz@diakonie-rwl.de, Telefon 0211 6398-301
Kontakt: Pressesprecherin Cornelia Breuer-Iff, cornelia.breuer-iff@ekir.de, Telefon 0211 4562-423

Neu-Organisation der Seniorenarbeit

Zum 30. September stellt die evangelischen Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath ihr bisheriges ehrenamtliches Angebot der Seniorenberatung ein und übergibt die Beratungs-Aufgaben vollständig an die hauptamtliche Seniorenberatung der Stadt Rösrath (www.roesrath.de/seniorenberatung). Hier erhalten Seniorinnen und Senioren professionelle und umfassende Hilfe in allen Lebenslagen. Die Seniorenberatung der Stadt ist damit zukünftig die erste und zentrale Anlaufstelle für alle Fragen und Herausforderungen, die mit dem Älterwerden einhergehen können.

Ansprechpartnerin bei der Stadt Rösrath ist Janina Friedrich, Telefon 02205/802-226, E-Mail janina.friedrich@roesrath.de

Das Presbyterium der evangelischen Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath
dankt Frau Hannelore zu Stolberg und Frau Eva Overzier für 28 Jahre ehrenamtliche, umfassende und engagierte Arbeit bei der Beratung und Betreuung der älteren Generation in der Stadt Rösrath ganz herzlich!

Die Sport-, Freizeit- und Ausflugs-Angebote der Seniorenarbeit der ev. Gemeinde werden weiterhin zentral über das “Begegnungszentrum Plus” unter der Leitung von Diakonin Silke Blatt erstellt und organisiert. Damit gibt es eine klare Aufteilung zwischen dem Beratungsangebot seitens der Stadt Rösrath und den Freizeit-Angeboten für Seniorinnen und Senioren durch die ev. Gemeinde.

Ansprechpartnerin ist weiterhin Diakonin Silke Blatt, Telefon 01520 470 67 24, E-Mail silke.blatt@ekir.de.

Unabhängig von der Neuorganisation der Seniorenarbeit bleiben die Angebote im Bereich Taschengeldbörse sowie die Computerkurse wie gewohnt bestehen.

Die Taschengeldbörse wird weiterhin von der evangelischen Gemeinde angeboten.

Sie ist telefonisch unter 02205 913665 und 01520 470 27 93 erreichbar.

Auch Herrn Königs danken wir für seine langjährige Bereitschaft, dieses Angebot zu ermöglichen.

Die Computer-Kurse werden auch weiterhin auf Anfrage angeboten.

Bitte wenden Sie sich an Diakonin Silke Blatt, Telefon 01520 470 67 24, E-Mail silke.blatt@ekir.de.

Für das Presbyterium der ev. Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath
Monika Mattern-Klosson, 1. Vorsitzende
Thomas Klöber, stellv. Vorsitzender

Gemeindbriefausträger:innen gesucht!

Austräger/innen für Gemeindebriefe gesucht!

Für folgende Straßen suchen wir Gemeindeglieder, die bereit sind, viermal im Jahr Gemeindebriefe auszutragen:

Rösrath
– Menzlingen
– Claudiusstraße
– Goethestraße
– An der Foche

Volberg
– Am Hammer
– Bücheler Weg
– Hintersten Büchel
– Julweg Haus-Nr. 1-12
– Rotdornallee ab Haus-Nr. 38

Die Verteilerbezirke können individuell zugeschnitten werden.
Die Gemeindebriefe müssen im Gemeindebüro (Volberg 4) abgeholt werden.

Wenn Sie bereit sind, die Verteilung in einer oder mehreren dieser Straßen zu übernehmen, melden Sie sich bitte im Gemeindebüro (Tel. 2243) oder per Mail (volberg-forsbach-roesrath@ekir.de).

Man kann den Gemeindebrief auch per E-Mail erhalten, das entlastet die Austräger:innen und spart Kosten!
Hier kann man sich registrieren: https://www.evkirche-roesrath.de/index.php/registrierung-gemeindebrief-per-e-mail/

Besuch aus der Partnergemeinde Kalungu

Vom 12.9. bis 29.9. wird es nach 9 Jahren wieder persönliche Begegnungen mit Vertreter:innen aus unserer Partnergemeinde Kalungu geben.

Das gesamte Programm des Besuchs kann hier heruntergeladen werden.

Die Veranstaltungen in Rösrath sind gelb hinterlegt, aber natürlich sind alle herzlich eingeladen, an den anderen Veranstaltungen im Kirchenkreis teilzunehmen!


Dazu schreibt Herman Leendertse, der in unserer Gemeinde mit einem Team für die Partnerschaftsarbeit zuständig ist, folgendes:

Vorfreude auf den Besuch aus der Partnergemeinde Kalungu – Nach neun Jahren wieder persönliche Begegnungen

Seit 1990 bin ich für unsere Gemeinde Mitglied in dem Arbeitskreis Kongo, der die Partnerschaftsarbeit zwischen den Kirchenkreis Köln-rechtsrheinisch und dem Kirchenkreis Kalungu im Osten des Kongo organisiert. In dieser Zeit haben wir viele mutmachende, aber auch traurige Nachrichten aus Kalungu erhalten. Fast über die ganzen Jahre der Partnerschaft sind die Geschwister dort von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der regulären kongolesischen Armee und vielen Milizgruppen betroffen. Seit dem Herbst letzten Jahres hat die Milizgruppe M23 den ganzen Osten des Kongos besetzt.
Der Kirchenkreis Kalungu ist vollständig unter der Kontrolle der M23. Bei der Eroberung hat es viele Tode und Vergewaltigungen gegeben, und viele Menschen sind wieder auf der Flucht. Zur Zeit gibt es verschiedene Verhandlungsrunden für einen Waffenstillstand, die aber nach unserer Kenntnis keine ernstzunehmende Grundlage haben.

Wir wundern uns im Arbeitskreis immer wieder darüber , dass trotz dieser Widrigkeiten und Bedrängnissen die Geschwister, getragen von ihrem tiefen Glauben an Gott, die Kraft finden, diese Hindernisse zu überwinden und nicht zu verzagen. Das beeindruckt uns und gibt uns Kraft für die Partnerschaftsarbeit.
In der schriftlichen Partnerschaftsvereinbarung von 2016 (nachzulesen auf der Homepage unserer Gemeinde: www.evkirche-roesrath.de unter dem Stichwort „Partner/Nachbarn“ ist die Rede von dem Ziel, durch die Partnerschaft unseren ökumenischen und missionarischen Horizont gemeinsam zu erweitern und die Verantwortung für eine wechselseitige Vergewisserung im Glauben wahrzunehmen, unseren Glauben überzeugend zu leben, um den dauerhaften Frieden zu festigen, füreinander offen zu werden im Blick auf die Verschiedenheit der Völker, als die wir in unseren Gemeinschaften zusammen leben. Eine wichtige Grundlage der Partnerschaft sind die gegenseitige Besuche, wo aus Namen Gesichter werden. In den 35 Jahren der Partnerschaft hat es mehrere gegenseitige Besuche gegeben. Die letzten Besuche fanden im Jahre 2015 im Kirchenkreis Kalungu und 2016 im Kirchenkreis Köln-rechtsrheinisch statt. In den Jahren 2020 und 2023 waren Chorprojekte in Kalungu geplant, die 2020 wegen Corona und 2024 wegen des Krieges im Osten des Kongos abgesagt werden mussten.

Daraufhin hat die Leitung des Kirchenkreises Köln-rechtsrheinisch beschlossen, eine Delegation von sechs Personen aus Kalungu nach Köln einzuladen und den Arbeitskreis Kongo gebeten, dies zu organisieren.
Dieser Besuch findet nun vom 12. bis 29 September 2025 statt. Wie auch schon bei den vorherigen Treffen werden die Geschwister aus Kalungu in Gastfamilien wohnen, die sich an der Partnerschaft beteiligen. Die Delegation wird in der Zeit vom 13.9. bis zum 20.9.25 in der Gemeinde in Köln Dellbrück sein und dort verschiedene Gruppen, Vereine und Institutionen besuchen. Am 20.9.25 kommt die Delegation in unsere Gemeinde.

Der thematische Schwerpunkt diese Besuches lautet: Krieg und Frieden – Was können die Kirchen für den Frieden tun.
Dieses Thema wird auch in der Woche bei uns das Programm mit der Delegation bestimmen.
Am Montag den 22.9. besuchen wir die Realschule in Herkenrath (Schule ohne Rassismus) und die Grundschule in Rösrath (Streitschlichtung). Am Nachmittag besichtigen wir das Metabolon in Lindlar (Der Einfluss nachhaltiger Entwicklung auf den Frieden). Am Dienstag, den 23.9., stehen die Besichtigungen der Stolpersteine vor dem Rathaus, die Ausstellung des Kriegsgefangenenlagers und Friedhof in Stephansheide und der Bunker aus dem 2. Weltkrieg in der Rotdornallee auf dem Programm. Abends treffen wir die Gruppe von Amnesty International. Am Mittwoch, den 24.9., besuchen wir das Haus der Geschichte in Bonn. Abends nimmt die Delegation an der Chorprobe des Gospelchores teil. Am 25.9. sind wir im Friedensdorf in Oberhausen eingeladen, und wenn es sich zeitlich einrichten lässt, wird am Nachmittag noch die Ausstellung „Planet Ozean“ im Gasometer besichtigt. Am 26.9. sind wir in den Gottesdienst mit anschließenden Mittagessen eingeladen. Für den Abend ist die Teilnahme am Friedensgebet mit anschließendem Gespräch über die politische Lage im Osten des Kongos geplant. Da ein Teilnehmer der Delegation für die Kirchenmusik zuständig ist, hat die Kantorin unserer Gemeinde, Frau Wulzinger, ein Chorworkshop für den Samstag, den 27.9., in der Markusgemeinde Köln-Porz eingeplant. Dort werden Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises Köln-rechtsrheinisch teilnehmen. Am Sonntag, den 28.9.25, können alle Besuchende des Gottesdienstes im Anschluss die Geschwister aus dem Kongo kennenlernen. Am 29.9. werden die Delegation aus dem Kongo und der Arbeitskreis Kongo den Besuch nachbetrachten. Am Nachmittag geht es dann für die Delegation per Rail und Fly wieder nach Hause in den Ostkongo.

Beim Schreiben dieser Zeilen für den Gemeindebrief kommt bei mir Freude auf, und es freut mich sehr, dass wir uns nach einer so langen Besuchspause wiedersehen werden.
Vielleicht habe ich ja die Eine oder den Anderen etwas neugierig gemacht, sich näher mit der Partnerschaftsarbeit zu beschäftigen. Der Kontakte mit den Geschwistern aus Kalungu ist inspirierend, weil sie trotz ihrer schweren Umstände viel Lebensfreude ausstrahlen. Wir im Arbeitskreis Kongo würden uns über mehr Mitglieder im Arbeitskreis sehr freuen.
Beten wir dafür, dass der Besuch im September auch wirklich stattfindet.

Herman Leendertse