Theologischer Impuls

Bird on the wire – Corona und evangelische Freiheit

Theologische Impulse (105) von Dr. Thorsten Latzel, Präses

Eine Schlüsselfrage in der über anderthalbjährigen Corona-Zeit ist die nach der „Freiheit“:

Wie viele Einschränkungen individueller Freiheitsrechte sind zulässig bzw. notwendig?

Wie lassen sich umgekehrt Pflichten und Zwänge begründen? Masken ja, Händewaschen sowieso, Impfen nur freiwillig, aber eigentlich sollten es doch alle machen.

Freiheit ist eine Schlüsselfrage der Corona-Zeit – und ein Zentralbegriff protestantischer Identität:

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Gal 5,1)

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemanden untertan.
Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan.“

Doch was bedeutet diese Dialektik evangelischer Freiheit in Zeiten von Corona?

Und vor allem: Wie lebt man sie?

Like a bird on the wire
Like a drunk in a midnight choir
I have tried in my way to be free

Leonard Cohen besingt in dem Lied „Bird on the wire“ in starken poetischen Bildern den Drahtseilakt gelebter Freiheit. Mit Freiheit konkret umzugehen, ist nie einfach. Etwa bei der Frage, wann wir wie miteinander in Gottesdiensten singen können. Mal ist es wunderschön wie bei den Vögeln auf der Leitung, mal unangemessen wie ein nächtlicher Chor von Besoffenen. Es kommt darauf an. Der schmale Grat zwischen freiem Gesang und infektiöser Gefahr verläuft über Inzidenz-Kurven.

Like a worm on a hook
Like a knight from some old-fashioned book
I have saved all my ribbons for thee

Unsere Masken als Bänder der Freiheit – sie changieren: irgendwo zwischen der Angelleine im Mund des pandemie-gefangenen Menschen und Turnierbändern im kollektiven Kampf gegen das Virus. Zeichen gelebter Solidarität wie sozialer Distanz zugleich. Mit beidem treten wir voreinander und vor Gott. Verantwortlich und gefangen zugleich.

For like a baby, stillborn
Like a beast with his horn
I have torn everyone who reached out for me

Diese Pandemie hat etwas mit den Menschen gemacht, auch mit mir. Mal bin ich wie totgeboren: leblos, ausgebremst, bevor es begann. Mal wie ein gehörntes Biest, wie ein Monster: weder sozial-verträglich noch wirklich menschlich. „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei.“ Sei es in der Quarantäne oder im dauerhaften Home-Office.

Und dann folgt die Beichte. Mit Jens Spahn gesprochen: „Wir werden uns viel zu vergeben haben.“

If I, if I have been unkind
I hope that you can just let it go by
If I, if I have been untrue
I hope you know it was never to you

Sie kommt gestottert daher: „Wenn ich, wenn ich …“: Wenn ich andere verletzt, verrissen, verleumdet habe. Wenn ich in dem anderen Mitmenschen nur noch den Impfverweigerer oder die Politikgläubige, die Querdenkerin oder den Übervorsichtigen sehe. All diese Momente des Corona-Monsters in mir.

Meine Versuche, es wieder gut zu machen, sind letztlich zum Scheitern verurteilt. Allen heiligen Schwüren zum Trotz.

But I swear by this song
And by all that I have done wrong
I will make it all up to thee

Ich schwöre dir bei der Gewissheit all dessen, was ich falsch gemacht habe, es alles wieder gut zu machen. Ein gerade in seiner absurden Selbstwidersprüchlichkeit starker Gedanke. So sehr ich es ersehne, besinge, beschwöre: Ich habe in mir keinen archimedischen Punkt, alles wieder gut zu machen.

I saw a beggar leaning on his wooden crutch
He said to me, „you must not ask for so much“
And a pretty woman leaning in her darkened door
She cried to me, „hey, why not ask for more?“

Freiheit – sie bleibt ein Drahtseil, auf dem wir zu leben versuchen. Schmal, ohne wirkliche Fläche, mit Absturzgefahren auf allen Seiten. In den archetypischen Bildern des Liedes: zwischen der Einflüsterung des alten weisen Mannes einerseits: „Lerne, dich mit dem zu begnügen, was du hast.“ Und der verführerischen Frau vor der dunklen Tür andererseits: „Warum nicht mehr?“ Es ist gut, diese Spannung in mir selbst zu entdecken. Das ist hilfreich, um kein „othering“ zu betreiben. Ich finde die Haltung von Impfverweigerern oder gar Corona-Leugnern rational unbegründet und ethisch unverantwortlich. Und sie gehen mir, offen gesagt, ziemlich auf die Nerven. Dennoch ist die Versuchung, genervt überzureagieren und harte Wirklichkeiten zu negieren, wohl vielen von uns näher, als uns lieb ist.

Like a bird on the wire Like a drunk in a midnight choir I have tried in my way to be free

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit.
Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Gal 5,1)

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemanden untertan.
Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht und jedermann untertan.“

Wir haben einander in der Pandemie viel zugemutet, weil Freiheit nur so zu haben ist: als Zu-Mutung. Als riskantes Geschenk, das wir in Liebe zueinander und füreinander wagen. Christlicher Glaube lässt sich dabei als eine „Freiheit zweiter Ordnung“ verstehen. Mit einer Formulierung von Hanna Arendt gesprochen: als „Freiheit, frei zu sein“. Wir können nur auf unsere je eigene Weise frei sein und werden auf unsere je eigene Weise daran scheitern. Der Glaube an den Gekreuzigten hilft uns dabei: Immer wieder neu tapfer zu scheitern beim Versuch, auf unsere je eigene Weise frei zu sein und einander zu lieben.

Maskenfrei

Einmal werden wir
die Bänder unserer Masken zerschneiden
und sie werden wehen
in Rinnsteinen und auf Müllhalden:
Angelschnüre der Pandemie,
Turnierbänder des Kampfes,
Gebetsfahnen unserer Freiheit.

Einmal werden wir
wieder aus voller Kehle singen
besoffen-schön, krähen-schief,
ohne Ab- und Anstand, Arm in Arm,
in der Hoffnung, dass du dann da bist,
mich erkennst, mir verzeihst.

Einmal werden wir
auf unsere eigene Weise
frei sein
wie die Vögel
trunken vom Wind
und über unsere Flüge
werden die Himmel erröten.
Amen.


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Theologischer Impuls

Erntedank in undankbaren Zeiten.

Theologische Impulse (104) von Dr. Thorsten Latzel, Präses

Erntedank ist für mich das persönlichste Fest im Kirchenjahr. Das hat einen persönlichen Grund: Da ich am Michaelistag, dem 29. September, zur Welt gekommen bin, findet Erntedank entweder an meinem Geburtstag oder am Sonntag danach statt. Allein das Wort ruft schon bei mir Kindheitsbilder wach: ein überquellender Abendmahlstisch mit Körben voller Äpfel und Birnen, dazu der obligatorische dicke Kürbis, ein Bollerwagen mit Kartoffeln, Karotten, Gemüse, eine Vase voller leuchtend gelber Sonnenblumen, über allem schwebt eine Ähren-Krone. Dazu erklingt im inneren Ohr: „Wir pflügen und wir streuen …“.

Doch wie feiert man eigentlich Erntedank, wenn es keine Ernte zum Danken gibt? Wenn die Flut von einem Tag auf den anderen das eigene Haus, das Auto, die großen und kleinen Schätze einfach weggespült hat? Wenn es in diesem Jahr nichts „einzufahren“ gibt und die eigenen Scheunen leer bleiben – materiell wie seelisch?

Die Erfahrung von Missernten gehörte auch in früheren Jahren zu diesem Tag und sie tut es auch heute. Gerade in Zeiten des Bilanzierens kann dies zur Last werden. Wenn die dunkle Jahreszeit beginnt und viele Chancen vertan sind: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.“ (Rilke) Was kann Erntedank angesichts solcher Erfahrungen bedeuten? Ein paar offene Gedanken.

1. Danken und Klagen sind Geschwister. Beides gehört zum Glauben dazu. Und beides muss man lernen. Auf den umgangssprachlichen Satz „Ich kann nicht klagen“, antwortet ein Bekannter von mir regelmäßig: „Da hilft nur üben, üben, üben.“ Es ist gut, dem Schmerz angesichts der eigenen leeren Scheunen Raum zu geben, das Scheitern und die eigenen Verluste Gott zu klagen. Es braucht neben dem Erntedank auch die „Missernte-Klage“. Beides ist Teil der Muttersprache des Glaubens. Und beides schließt sich überhaupt nicht aus. Klagen und Danken will gelernt sein. „Ich kann nicht danken.“ Weil es für mich nichts zu danken gibt. Weil mich mein Leben, das Schicksal, Gott zu danken verlernt hat. Das gilt es ernst zu nehmen. Den Schmerz angesichts von Misserfolg und Leiden. Und es ist zugleich gut, dabei nicht dauerhaft stehen zu bleiben.

2. Pointiert gesagt: Gott braucht nicht meinen Dank. Er nährt nicht „kümmerlich von Opfersteuern und Gebetshauch“ seine Majestät (Goethe). Nicht Gott, sondern ich brauche das Danken. Im Danken gewinne ich einen anderen Blick auf mich, die Welt, mein Leben. Ich bin nicht Opfer eines irgendwie blinden „Schicksals“. Bin mehr als der Inhalt meiner Scheunen, die Fülle meiner Ernte, die Größe meines Stalls – so wenig der Wert all dessen geschmälert werden soll. Wie sehr solche irdischen Gaben ein Segen sind, merkt man gerade, wenn es an all dem mangelt. Erntedank ist eine Einübung, mich dennoch als von Gott Beschenkten zu erfahren. In vielen kleinen Dingen, die ich oft zu leicht als selbstverständlich hinnehme. „Gott gibt das tägliche Brot auch ohne unsere Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, dass er’s uns erkennen lasse und wir mit Danksagung empfangen unser tägliches Brot.“ Ganz aktuell gehört etwa auch eine gute Regierung zu dem, wofür wir Gott an diesem Fest danken.

3. Danken hat für uns ja oft den Charakter einer als Kinder antrainierten Pflichtübung: „Hast du auch Danke gesagt, dich ordentlich verabschiedet und (vor Corona) die schöne Hand gegeben?“ Doch Dank im christlichen Sinn ist etwas anderes als eine zivilisierte Höflichkeitsform. Und er erschöpft sich auch nicht in einem Wortinhalt. Für den Glauben geht es beim Danken um eine Lebenshaltung, einen Existenzvollzug: Ich bin – mit allem, was ich habe – kein Zufall, kein Selfmade-Produkt, sondern eine Gottesgabe. In Abwandlung eines Begriffs des Theologen Schleiermacher geht es um ein „Gefühl letzthinniger Dankbarkeit“: ich danke nicht nur für dies oder das, in dieser oder jener Hinsicht, sondern ich bin dankbar, dass ich überhaupt bin und nicht „nicht bin“. Auch dann, wenn mein Leben eigenen oder fremden Ansprüchen nicht genügt, in Zeiten von Dürre und Verlust. Christlich danken heißt, dass ich mein Leben als Antwort verstehe.

4. Zu der geistlichen Übung des Dankens gehört als zentrale Aufgabe, mich von dem scheelen Blick auf den anderen, die andere frei zu machen, mich nicht zu vergleichen. Das ist vielleicht eine der schwersten Übungen überhaupt. Mein Auto, mein Haus, meine Karriere, meine Familie, mein Körper, meine Bildung: Ich verfalle immer wieder in das unselige Vergleichen, und sei es, ob die Löcher in meiner Mönchskutte nicht größer sind als die des anderen. Erntedank ist ein soziales Fest, weil wir, egal ob arm oder reich, vor Gott gleich dastehen. Es gibt nichts, was ich nicht empfangen habe. Das gilt auch dort, wo ich viel gearbeitet habe. An Erntedank geht es auch darum, Frieden mit dem zu finden, was ich geworden bin.

5. Das Gebet ist der Ort, an dem ich diese andere Existenzweise der gelebten Antwort und der inneren Zufriedenheit einübe. Etwa beim Dank vor dem Essen. Ich nehme es nicht als selbstverständlich, dass da Brot auf den Tisch steht. Mache mich frei von dem Blick auf die Trüffeln der anderen. Und auch hier bleibt das Danken immer auch ein paradoxaler Akt, gegen den Augenschein, im Angesicht des Scheiterns und Verlierens. Eindrücklich habe ich das vor ein paar Wochen in der von der Flut betroffenen Gemeinde Ehrang erfahren. Dort hielt die Kollegin, Pfarrerin Maren Vanessa Kluge, eine Andacht über selige Momente mitten in der Flut. Kleine, aber entscheidende Augenblicke, in denen Menschen mitten in der Katastrophe Gutes erfahren haben. Etwa der ältere Mann, der seinen Ehering verloren hatte, bis ihn ein Helfer im Schlamm wiederfand. Und der ihn dann von seiner Frau von neuem angesteckt bekam. Ein Moment tiefsten Glücks und tiefster Dankbarkeit.

Nach dem Heidelberger Katechismus ist das Gebet das „vornehmste Stück“ der Dankbarkeit. Ich lerne darin, mein ganzes Leben als solch ein Fundstück zu verstehen, das ich von Gott neu empfange wie einen Ring. Ich falte die Hände, öffne sie für Gott. Weil ich letztlich in seiner Hand stehe. Und ich entdecke so eine „portable Heimat“ (Reich-Ranicki) in mir. Ich bin „Gast auf einem schönen Stern“ (Thielicke). Nichts gehört mir auf Dauer. Mit leeren Händen bin ich geboren. Mit leeren Händen werde ich wieder sterben.

Dank als geistliche Lebenshaltung, allen Wüstenerfahrungen zum Trotz. Eine wunderschöne Umsetzung dieses Gedankens findet sich in dem alten Film „Milagro. Krieg im Bohnenfeld“, 1988 von Robert Redford als Regisseur gedreht und mit einem Oscar prämiert. Er spielt in New Mexico und handelt von dem armen Kleinbauern Joe Mondragon, der sich gegen ein touristisches Großprojekt wehrt, indem er unerlaubterweise Wasser auf das ausgedörrte Bohnenfeld seiner Väter leitet.

Als Rahmenhandlung der Geschichte wird erzählt, wie der alte Amarante Cordova zum Heiligen wird. Der Film beginnt damit, dass der greise Amarante in seiner ärmlichen Hütte aufwacht. Mühsam schafft er es, aus dem Bett aufzustehen und bis zu dem fleckigen, an vielen Stellen schon blinden Spiegel zu gehen. Seine letzten Haare stehen wirr zur Seite ab, seine Brille sitzt schief im Gesicht, sein Unterhemd spannt über seinem Körper. Und dann sagt er den ersten Satz des Films: „Ich danke dir, Gott, dass ich diesen Tag erleben darf.“ Es ist eine faszinierende Szene der Dankbarkeit und des Gotteslobes angesichts menschlicher Armut und Vergänglichkeit. Vielleicht, weil es die Weisheit eines Heiligen braucht, um sich selbst für einen Moment mit den Augen Gottes sehen zu können. Allen Täuschungen des Spiegels zum Trotz.


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Medienarchiv geöffnet

Rheinische Kirche stellt Tausende Fotos kostenfrei bereit.
Archiv hat 5000 Motive zum „Alltag in der jungen Republik“ digitalisiert

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland hat mit dem Online-Archiv „Alltag in der jungen Republik“ 5000 Motive aus dem Nachlass des Fotografen Hans Lachmann (1920-2006) digitalisiert. Die kostenfrei nutzbaren Fotografien zeigen das alltägliche Leben in der Bonner Republik von Freizeit und Sport über Feiertage und Demonstrationen bis hin zu Architektur und Technik. Darüber hinaus stehen weitere 8000 Aufnahmen des Monheimer Fotografen online zur Verfügung. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zur Nutzung der Fotografien im Zuge Ihrer Berichterstattung.

Wer war Hans Lachmann?
Hans Lachmann, 1920 in Monheim am Rhein geboren, hat in jungen Jahren als Kriegsberichterstatter in einer Propagandakompanie gedient. Dort lernte er sein fotografisches Handwerk. Nach seiner Kriegsgefangenschaft machte er sich als Fotograf selbstständig. Bis in die 1990er-Jahre dokumentierte er zum einen als eine Art „Haus-und-Hof-Fotograf“ der rheinischen Kirche das kirchliche Leben. Zum anderen hielt er alle Facetten des gesellschaftlichen Lebens mit seiner Kamera fest. Nach seinem Tod im Jahr 2006 übergab Hans Lachmanns Familie die rund 500.000 Fotografien, Negative, Abzüge und Dias dem Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland. Im Zuge des Archivprojekts „Alltag in der jungen Republik“ hat das landeskirchliche Archiv nun rund 5000 dieser Bilder digitalisiert.

Welche Fotografien finden sich in diesem Online-Archiv?
Die Datierung der Bilder beläuft sich auf den Zeitraum von 1949 bis zirka in die Mitte der 1980er-Jahre, wobei der Fokus auf den 50er- und 60er-Jahren liegt. Zu sehen sind beispielsweise spielende Kinder auf Trümmergrundstücken, Seifenkistenrennen und Aufnahmen von Bombenräumkommandos. Es gibt aber auch viele Fotografien von Demonstrationen in den 1960er-Jahren oder den Ostermärschen. Das Archiv zeigt im Grunde das komplette gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in der jungen Republik. Dabei kann der Wandel der Republik visuell nachvollzogen werden: Vom Wirtschaftswunder und dem Aufbruch der Jugend in den 60ern, über die Individualisierung und Politisierung der Gesellschaft in den 70ern bis hin zur Technisierung und dem Protest in den frühen 80ern. Das Archiv ist chronologisch geordnet. Dank der erfassten Metadaten ist es möglich, über die Suchfunktion gezielt verschiedene Themen aufzurufen.

Wie können die Fotos genutzt werden?
Die Bilder stehen in verschiedenen Formaten und Auflösungen zum Download bereit und dürfen kostenfrei unter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz BY-SA 3.0 DE genutzt werden. Das bedeutet, dass lediglich die Quelle „Hans Lachmann/Archiv der EKiR“ angegeben werden muss. „Wir möchten den Medien damit Zugang zu kostenfreiem, historischem Fotomaterial bieten“, betont Dr. Stefan Flesch, Archivdirektor der Evangelischen Kirche im Rheinland. Denn das sei heutzutage schwer zu bekommen.

Sind noch weitere Fotos von Hans Lachmann zugänglich?
Ja, das landeskirchliche Archiv hat zuvor bereits rund 8000 Fotografien von Hans Lachmann in verschiedenen Auflösungen digitalisiert, die unter den gleichen Bedingungen kostenfrei genutzt werden dürfen. Dabei handelt es sich vor allem um Motive zum kirchlichen Leben seit den 1950er-Jahren. Durch das neu aufgelegte Förderprogramm WissensWandel“ des Deutschen Bibliotheksverbandes war es den Mitarbeitenden nun möglich, das Themenspektrum mit Hilfe von externen Projektkräften zu erweitern und alle Facetten von Hans Lachmann zu präsentieren. Insgesamt sind nun also rund 13.000 Fotografien von Hans Lachmann digital zugänglich. Dieser Bestand soll in den kommenden Jahren sukzessive auf rund 20.000 Aufnahmen erweitert werden.

Wo ist das Bildarchiv des Fotografen Hans Lachmann zu finden?
Das rund 5000 Fotos umfassende Archiv Alltag in der jungen Republik“ ist hier abrufbar. Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Website des Archivs der rheinischen Kirche. Ein Interview mit Dr. Stefan Flesch mit Hintergrundinformationen zum Projekt finden Sie hier. Im Interview nennt Flesch zudem ein paar Beispiele von Fotos, die ihn besonders beeindruckt haben. Alle Fotografien dürfen kostenfrei heruntergeladen und unter Nennung der Quelle „Hans Lachmann/Archiv der EKiR“ genutzt werden. Das gilt auch für die rund 8000 Aufnahmen von Hans Lachmann, die ebenfalls online bereitstehen. Einen Einblick in Hans Lachmanns Leben bietet die virtuelle Ausstellung „Zeitgeschichte in Momentaufnahmen“.

Notfallseelsorge

Tag der Notfallseelsorge: „Einsatz häusliche Gewalt“

Ökumenisches Treffen am 2. Oktober in Mönchengladbach
„Einsatz häusliche Gewalt“: Das ist das Thema des ökumenisch organisierten Tages der Notfallseelsorge, der am 2. Oktober in der Aula der Bischöflichen Marienschule in Mönchengladbach geplant ist und zu dem mehr als 150 Menschen erwartet werden. Erstmals hat dieses Forum im Jahr 2018 über „Gewalt im öffentlichen Raum“ stattgefunden.

Grafik: EKiR

 

 

 

 

 

 

 

„Die Idee ist, diese Veranstaltung über die Region Mönchengladbach hinaus für ganz Nordrhein-Westfalen als Austausch- und Netzwerk-Möglichkeit für Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger, aber auch für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei anzubieten. Deswegen freuen wir uns über die zahlreichen Anmeldungen aus diesem großen Einzugsbereich“, sagt Patrick Philipp aus dem Fachbereich Seelsorge im Sozial- und Gesundheitswesen des Bistums Aachen. Die Ausrichtung auch auf Einsatzkräfte hänge damit zusammen, dass die Notfallseelsorge üblicherweise in die Alarmierungsketten der genannten Institutionen eingebunden sei. „Wenn es darum geht, eine Todesnachricht zu überbringen, Verletzte nach einem Unfall oder im Falle einer Reanimation die Angehörigen zu betreuen, wird die Notfallseelsorge von der Polizei oder der Feuerwehr hinzugerufen“, unterstreicht der Diplom-Theologe.

Ursachen und Folgen häuslicher Gewalt
Für die Fachtagung konnten unter anderem Referentinnen und Referenten wie der Psychotraumatologe Dr. Thomas Beck, die Fachbereichsleiterin des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“, Dr. Ute Pascher-Kirsch, und die Landespfarrerin für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland, Bianca van der Heyden, gewonnen werden. Sie werden über die Ursachen und psychischen Folgen häuslicher Gewalt sprechen, aus dem Bereich des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ berichten und das Dilemma in der seelsorgerischen Begleitung von Betroffenen schildern, die sich als Täter herausstellen.

Präses Latzel: „Häusliche Gewalt noch stärker in Dunkelräume gedrängt“
Das Thema hat durch die Corona-Pandemie nochmals an Brisanz gewonnen. Der Grund: „Häusliche Gewalt findet zu einem guten Teil hinter verschlossenen Türen statt. Lockdown und Schulschließungen haben häusliche Gewalt noch stärker in die Dunkelräume des Privaten gedrängt“, betont der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel. Diese drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens hätten nicht wenige Menschen in tiefe Existenznöte und psychische Krisen gestürzt. „All diese ganz neu zu bewältigenden Belastungen lassen umso mehr hervortreten, wie bedeutsam die familiäre Hilfe und wie unerlässlich der Dienst hoch engagierter Menschen im Haupt- und Ehrenamt in der Notfallseelsorge sind,“ sagt der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser.

75 Prozent der Einsätze finden im häuslichen Bereich statt
Einen weiteren Grund, warum sich die Organisatoren für dieses Thema entschieden haben, erläutert Bernhard Krinke-Heidenfels. „Wir hatten hier Fälle häuslicher Gewalt, bei denen vor allem Kinder sehr stark und leider zum Teil auch mit tödlichem Ausgang betroffen waren. Auch als Seelsorgerinnen und Seelsorger mussten wir feststellen, dass wir an eine Grenze kommen, wenn unter Umständen nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter betreut werden müssen“, betont der katholische Gemeindereferent, der seit knapp zehn Jahren in der ökumenischen Notfallseelsorge-Konferenz West in Mönchengladbach tätig ist. Dies habe den Ausschlag dafür gegeben, sich den Bereich der häuslichen Gewalt genauer anzuschauen. Und Klaus Bilstein, Referent im Landespfarramt für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland, ergänzt: „Auch wenn die meisten denken, dass wir überwiegend bei Unfällen gerufen werden, finden 75 Prozent aller Einsätze der Notfallseelsorge im häuslichen Bereich statt.“

Tag zur Begegnung und Fortbildung
Zusammengefasst soll es darum gehen, die in diesem Bereich arbeitenden Personengruppen für ein Thema zu sensibilisieren, das sich überwiegend im Verborgenen und damit in einem Dunkelfeld abspielt. „Der Tag der Notfallseelsorge will sowohl ein Tag der Begegnung als auch der Fortbildung sein. Wir möchten uns einem Thema stellen, das für Kirche relevant sein muss und soll, indem wir Menschen einen seelsorgerischen Schutzraum bieten“, so Bernhard Krinke-Heidenfels. Darüber hinaus werden Institutionen wie die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., das DRK, der Weiße Ring und die Stiftung Notfallseelsorge die Möglichkeit haben, sich mit einem Stand zu präsentieren.

Stichwort: Notfallseelsorge
Notfallseelsorge ist „Erste Hilfe für die Seele“. Die die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger der Evangelischen Kirche im Rheinland  kümmern sich unmittelbar nach Notfällen, Unfällen, Gewalterfahrungen und Katastrophen um Betroffene und Angehörige. Sie begleiten zudem Einsatzkräfte in ihrer Arbeit, vor allem nach einer besonderen Belastungssituation.


Pressemitteilung 139/2021 v. 27.09.2021

Hochwasser-Hilfen

Haushalte, die vom Hochwasserereignis vom 13. bis 15. Juli in NRW und Rheinland-Pfalz betroffen sind, können über einen Online-Antrag sogenannte „Haushaltsbeihilfen“ beantragen. Die Mittel wurden von Spenderinnen und Spendern zur Verfügung gestellt. Darum ist die Diakonie verpflichtet die Bedürftigkeit der Antragsstellenden zu überprüfen.

Informationen und Antragsformulare finden Sie hier:
https://www.diakonie-rwl.de/hochwasser-hilfen

Theologischer Impuls


Von Glanz und Schönheit der Hebammen – und der subversiven Liebe Gottes.

Theologische Impulse (103) von Dr. Thorsten Latzel, Präses.

Wie wichtig und wertvoll Hebammen sind, habe ich in den Zeiten erlebt, als unsere drei Kinder zur Welt kamen. Da gab es weise, lebenskompetente Frauen, die meine Frau berieten, begleiteten, für sie da waren, ihr im wahrsten Sinne den Rücken stärkten – anders, als andere Menschen das konnten. Ein Segen in einer der wohl sensibelsten und anspruchsvollsten Zeiten im Leben. Umso problematischer, dass vor allem versicherungstechnische Regelungen die Arbeit von Hebammen in unserer Gesellschaft immer weiter belastet haben. An manchen Orten in Deutschland herrscht „Hebammenmangel“ und kommt es zu Versorgungsengpässen bei der Geburt.

In der Bibel wird von vielen Berufen erzählt: Hirten, Händlerinnen und Handwerkern, Königinnen und Prophetinnen, Seeleuten und Soldaten. Doch kein Beruf erfährt solch eine Wertschätzung wie der der Hebammen.

Zwei mutige Hebammen waren es, die auch am Anfang der Geschichte des Volkes Israel standen. Geburtshelferinnen des Volkes Gottes, noch bevor Gott es aus Ägypten herausführte. Schifra und Pua. Die Bedeutung ihrer Namen ist nicht sicher, wahrscheinlich „Schönheit“ und „Glanz“. Schönheit und Glanz widersetzen sich dem Befehl des Pharaos, der die männlichen Neugeborenen der hebräischen Frauen töten lassen wollte. Sie handeln subversiv – aus der Liebe Gottes heraus. Die Haltung eines religiös motivierten Widerstands, wie sie für viele Menschen beispielhaft werden sollte: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg 5,29) Und beeindruckend ist, wie sie das tun. Als der Pharao sie vor sich zitiert und zur Rede stellt, verweisen sie klug auf die Stärke der hebräischen Mütter: „Sie sind kräftige Frauen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren.“ (2. Mose 1,19)

Schönheit und Glanz schützen die Frauen so nicht nur vor der Gewalt, sie betonen zugleich ihre Stärke. Sie lassen die Frau selbst in deren eigener Schönheit glänzen – und durchbrechen so in doppelter Weise ihren Opferstatus. Wegen dieser subversiven Liebe, welche „die Gewaltigen vom Thron“ stößt und „die Niedrigen“ erhebt (Luk 1,52), segnet Gott die Hebammen: „Darum tat Gott den Hebammen Gutes.“ (2. Mose 1,20)

Hebammen sind es, die als Erste in der Bibel den Satz sprechen, den wir später als Heilszusage aus dem Mund von Prophetinnen, Priestern und Engeln kennen: „Fürchte dich nicht …“. So sagen es die „Wehmütter“ den Gebärenden zu, wenn das Neugeborene zur Welt kommt. Etwa zu Rahel, als sie ihren Sohn Benjamin gebiert – und zugleich darüber verstirbt (1. Mose 35,17; vgl. 1. Sam 4,20). Ein Zuspruch unter Frauen, mitunter der letzte Trost der Härte des eigenen Todes zum Trotz. „Fürchte dich nicht, denn dir ist ein Kind geboren.“ Der Verkündigungsengel spricht an Weihnachten genau diesen „Hebammen-Satz“, den jene damals den gerade geboren habenden Müttern zuflüsterten.

Gott selbst wird in Psalmen mehrfach in der Weise einer Hebamme beschrieben. Ein Gefühl tiefster Verbundenheit, der Lebensbegleitung vom ersten Augenblick an. Etwa:

„Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen,
du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter.
Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an,
du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.“ (Ps 22,10f.; vgl. 71,6)

Gott erschafft den Menschen, kennt ihn schon vor seiner Geburt, hilft ihm wie eine Hebamme ins Leben, begleitet hindurch und auch darüber hinaus.

Hebammenkunst (griech. Mäeutik). Seit Sokrates gilt sie zugleich als Sinnbild für eine dialogische Gesprächshaltung. Durch Nachfragen wird das verborgene Wissen des Gegenübers geweckt und ihm bzw. ihr so zur Erkenntnis verholfen. In den platonischen Dialogen kann das mitunter recht gekünstelt wirken – vor allem, wenn die eine Person vermeintlich schon Bescheid weiß und ihr Wissen nur verbirgt (die sog. sokratische Ironie). Unsere Kinder haben für solches „Pädagogengemache“ in jedem Fall einen feinen Sensor. Etwas anderes ist es, wenn eben auch die „Hebamme“ Teil des Prozesses ist und trotz all ihrer Erfahrung auch nicht vorher weiß, was entsteht. Geburten sind immer wieder neu ein Wunder. So zumindest verstehe ich persönlich eine geistliche Hebammenhaltung: Nicht wir bringen Gott zu den Menschen, sondern wir entdecken – in Christus – Gott mit und bei den Menschen: „Er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ (Apg 17,27f.) So wie Jesus Christus selbst überrascht war vom Glauben des römischen Hauptmanns oder der kanaanäischen Frau und von der Frömmigkeit des Samariters erzählte.

Geistliche Hebammenkunst – das heißt für mich, aus subversiver Liebe Mächtigen zu widerstehen, Unterdrückten den Rücken zu stärken, Schönheit und Glanz derer zu entfalten, die mir anvertraut sind, und mich immer wieder von Gottes Gegenwart überraschen zu lassen. So ist geistliche Hebammenkunst eine Form der Nachfolge Christi.

Als die Welt in Wehen lag
Als die Welt in Wehen lag
und die Hebammen fehlten,
mussten Hirten einspringen,
schweigsame Gesellen,
die sich besser mit Lämmern auskannten.
Und ein Engel flüsterte der Welt ins Ohr,
was diese sonst der Mutter sagen:
„Fürchtet euch nicht.
Ihr habt ein Kind.“ (TL)

Christus als Hebamme
Er fragte:
„Was willst du, dass ich dir tue?“
Er tat,
was andere wundersam heilte.
Er sagte:
„Dein Glaube hat dir geholfen.“
Er half
in ein neues Leben aus dem Tod.
„Wer aber sagt ihr, dass ich sei?“ (TL)


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Theologischer Impuls

„Umtopfen“ – oder: wie Sie die Wurzeln Ihres Lebens pflegen.

Theologische Impulse (102) von Dr. Thorsten Latzel, Präses.

Vor ein paar Wochen habe ich die Bäume aus unserer Wohnung umgetopft. Fici benjaminae, Birkenfeigen. War dringend nötig. Ihre Töpfe waren für sie längst schon zu klein geworden. Nun habe ich keinen besonders grünen Daumen, danach aber ziemlich schwarze Fingernägel. Mehrere Stunden war ich dran: verbrauchte Erde aus den Ballen lösen, vorsichtig das verknotete Wurzelwerk freilegen, dann in frische Erde einpflanzen, mit Wasser begießen. Eine geradezu meditative Tätigkeit. Einem anderen Lebewesen beim Wachsen helfen. Ich stehe eigentlich nicht so auf Gartenarbeit. Das Ganze hat mich aber wohl deswegen berührt, weil das Umtopfen symbolisch für unsere aktuelle Lebensumstände war. Umzug als fünfköpfige Familie.

Wer das einmal gemacht hat, weiß, wovon ich rede. Die Zeit und Energie, die es braucht, bis nicht nur die Kartons ausgepackt, sondern alle wirklich angekommen sind: in der Wohnung, in der Nachbarschaft, in der Schule, am Arbeitsplatz. Alles neu. Keine Routinen. Und wer das hinter sich hat, kennt auch all die passenden Sätze, die man dann mitunter hört.

Etwa: „Dreimal umziehen ist wie einmal abgebrannt.“ (wohl von Benjamin Franklin) Klingt schön metaphorisch, dramatisch, lebensweise, ist aber eigentlich unsinnig. Auch ohne dass man mit Menschen aus den verbrannten Landschaften in Griechenland, Italien, der Türkei redet. Es handelt sich trotz aller Anstrengung um selbst gewählte Migration. Ein freiwilliger Wechsel des Wohnsitzes aus Arbeitsgründen. Im Schwyzerdütsch, in dem alles etwas freundlicher klingt, gibt es dafür das nette Wort „Zügeln“. Das wiederum ist dann zu harmlos. Unsere Wirklichkeit bewegt sich irgendwo zwischen Zügeln und Hausbrand.

Oder: „Ein neues Haus, ein neuer Mensch.“ Goethe darf bei solchen Sinnsprüchen natürlich nie fehlen. Ein neuer Lebensort bietet die Möglichkeit, sich selbst neu zu entdecken – oder zumindest gewisse Seiten von sich. Vor allem für kreative Charaktere mit stärker hysterischen Persönlichkeitsanteilen. Meine Erfahrung nach dem, grob kalkuliert, zehnten Umzug ist allerdings: Irgendwo in einem der Koffer hat sich dann doch wieder mein alter Adam versteckt. Wäre aber auch schade gewesen, so ganz ohne ihn.

„Wenn du einen Garten in deiner Bibliothek hast, wird es Dir an nichts fehlen.“ (Cicero) Damit kann ich etwas anfangen. Gute Bücher als biographische Wegbegleiter und ein schöner Ort, um sie zu lesen: Das macht für mich viel vom Zuhause-Gefühl aus. Gerade, weil der Garten hier mehrdeutig „in“ der Bibliothek verortet ist – als Ort zum Lesen bzw. im Gelesenen. Ein inneres Reich der Freiheit, das einen äußeren Spiegel hat („hortum in bibliothecam“; oft wird der Satz verkürzt auf „einen Garten und eine Bibliothek“). Damit können aber verständlicherweise nicht alle etwas anfangen: „Auch den Möbelpackern sind Leute, die lesen, zuwider. Aber sie haben wenigstens einen guten Grund dafür.“ (Gabriel Laub)

„Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.“ (Michel de Montaigne) Die „Zuneigung zu den Sachen“ hat uns als Familie diesmal besonders beschäftigt, weil die Wohnfläche etwas kleiner geworden ist. Was nehme ich mit in die nächste Lebensphase hinein? Und was brauche ich davon wirklich? Die berühmte „Koffer-einsame-Insel-Überlegung“. Die 10.000 Dinge, die ein/e Europäer/in angeblich durchschnittlich besitzen soll, toppen wir locker. Auch wenn ich die Bezeichnung „Wohlstands-Messi“ unserer Tochter natürlich strikt von mir weise. Ein Lebensstil, der Dinge nach kurzem Gebrauch wieder wegwirft, erscheint mir auch wenig „minimalistisch“. Doch wie macht man es, dass man die Dinge besitzt und nicht umgekehrt die Dinge einen besitzen? Bei Paulus gibt es dazu den schönen Gedanken des „haben als hätte man nicht“ (1. Kor 7,29ff.) Oder wie ich es einmal an einem Haus in Edinburgh gelesen habe: „Heute meins, morgen deins. Warum sorgst du?“ (Hodie mea mane tua cur curas). Am Ende werde ich ohnehin nichts mitnehmen. Leben in „schöner Endlichkeit“. Das macht das Loslassen leichter. Zumindest theoretisch.

Bei Umzügen gibt es bei uns eine eigene Dramaturgie. Wir sind die ersten drei Wochen sehr schnell. Lampen, Möbel, Kleider, Bilder, Gardinen. Was bis dahin nicht ausgepackt ist, bleibt bis zum nächsten Umzug in den Kartons. Oder wird dann weggeworfen. Doch das Schönste in dieser Zeit sind die Menschen. Die alten Freunde, die einen begleiten, die neuen, die einem „Brot und Salz“ bringen. Diesmal etwa die Pfarrerin aus unserer Gemeinde, ein alter Studienfreund oder unsere neue Nachbarin Charlotte. „Brot und Salz“, auf dass beides im Haus nicht ausgehen möge. Für den Glauben hat beides noch eine tiefere Bedeutung. Brot, um mit anderen das Brot zu brechen, Mahlgemeinschaft zu halten. Gegenwart Christi. Salz, um selbst für andere Salz der Erde zu sein. Segensgaben, um selbst zum Segen zu werden. Starke Zeichen aus alter Zeit, in der solche Dinge nicht einfach immer im Supermarkt zu kaufen waren.

Womit ich wieder bei unseren Bäumen wäre. Es gibt Dinge, die kann ich mir selbst nicht sagen, nicht selber machen. Dass meine Wurzeln und die jedes einzelnen Familienmitglieds wieder treiben. Dass jede und jeder guten Boden findet. Dass da Menschen sind, die den neuen Ort zur Heimat werden lassen. All das braucht man immer im Leben. Beim Umzug wird es mir nur noch einmal stärker bewusst. Wie unsere Benjamini: verbrauchte Erde aus den Ballen lösen, vorsichtig das verknotete Wurzelwerk freilegen, dann in frische Erde einpflanzen, mit Wasser begießen. Und dann warten, was geschieht. So bekommt man ein neues Gespür für die großen Umzugsgeschichten in der Bibel.

Umzug, biblisch

Adam und Eva zogen aus dem Paradies,
weil sie mussten.
Abraham und Sarah zogen ins verheißene Land,
weil sie glaubten.
In Jesus zog Gott durch unsere Welt,
weil er an uns glaubte.
Woher und wohin
zieht es eigentlich mich? (TL)


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Theologischer Impuls

„Katastrophen“ – und wie ich versuche, geistlich mit ihnen umzugehen.

Theologische Impulse (101) von Dr. Thorsten Latzel, Präses.

Zu den kleinen „Alltags-Ritualen“ unserer Familie gehört das gemeinsame Ansehen der Tagesschau. Richtig „old-school-mäßig“. Kurz vor acht ruft irgendwer durch das Treppenhaus. Und alle kommen zusammen, um mitzukriegen, was an dem Tag los war, um sich darüber auszutauschen. Das hilft, gerade wenn in der Welt viel passiert, es viel zu diskutieren gibt. Unser kleines familiäres Forum.

Nun ist Nachrichten zu schauen selten erbaulich. In diesem Sommer besonders wenig. Überschwemmungen, verheerende Brände auf den verschiedenen Kontinenten. Dann der Vormarsch der Taliban, die schrecklichen Bilder vom Flughafen in Kabul. O-Ton unserer ältesten Tochter: „Wir sitzen im Himmel und schauen der Hölle zu.“

Das Wort „Katastrophe“ taucht in der Berichterstattung regelmäßig auf, bei den menschlich mitverursachten Naturphänomenen wie bei den militärisch-politischen Ereignissen. Und leicht können dabei apokalyptische Gefühle aufkommen, zumal wenn das Corona-Virus weiter mutiert und die nächste Welle kommt. Selbst die olympischen Spiele erfüllten in diesem Jahr kaum ihre ablenkende Funktion: eine kommerzialisiert-entleertes Event ohne Publikum. „Schnittchen und Spiele“. Doch was heißt es eigentlich, wenn man diesbezüglich von „Katastrophen“ spricht – und wie lässt sich geistlich mit ihnen umgehen? Drei Annäherungen, wie ich persönlich versuche, geistlich damit umzugehen:

1. Von Katastrophen sprechen wir im Allgemeinen, wenn ein Unglück so groß ist, es jedes Maß und jede Grenze überschreitet – in verschiedener Hinsicht:

– Das betrifft das objektive Ausmaß der Verwüstung, wenn etwa in den schrecklichen Schlammlawinen vor einigen Wochen mehr als 180 Menschen ums Leben kamen, kleine Bäche zu reißenden Sturzwassern wurden, Häuser mitgerissen haben und ganze Orte zerstört zurückließen. Mehr Leid, als unser kollektives Sehen und Verstehen erfassen könnte. Eine Katastrophe an sich.

– Das betrifft erst recht die Grenzen des individuellen, persönlichen Erlebens, des seelisch Verkraftbaren, wenn man selbst betroffen ist. Es widerfährt einem Menschen etwas tief Traumatisierendes, was er oder sie einfach nicht verarbeitet bekommt, was einem auch im Innern den Boden unter den Füßen wegreißt. Eine Katastrophe für mich.

– Das betrifft vor allem auch die Grenzen der Selbsthilfe-Möglichkeiten, des/der Einzelnen wie der betroffenen Gemeinschaft. Der Katastrophenfall wird ausgerufen, wenn die zuständigen Kräfte keine Chance mehr haben, es Hilfe von außen braucht. Konkret, wenn die Flut eben auch Brücken, Straßen, Strom-, Wasserversorgung zerstört hat und auch die, die man sonst um Hilfe ruft, nicht mehr helfen können.

Katastrophen als Grenzen und Maße übergreifendes Unglück: Sie machen deutlich, wie wenig wir unser eigenes Leben in der Hand haben. Wie verletzlich, vulnerabel unsere Gesellschaft ist, auch in einem hochentwickelten, reichen Land wie Deutschland. Seuchen, Fluten, Feuersbrünste: all das kannten wir lange aus anderen Zeiten oder Weltgegenden. Jetzt rückt es dichter an uns heran. Und damit auch die Erfahrung, an die Grenzen unserer eigenen Selbsthilfe-Möglichkeiten zu kommen. Vor allem, wenn der Menschen gemachte Klimawandel weiter fortschreitet und die nächste „Jahrhundert-Flut“ nicht lange auf sich warten lassen wird. In alten Kirchenliedern wird Gott oft um Bewahrung angerufen. Solche Bitten gewinnen angesichts solcher Erfahrungen eine neue Brisanz:

„Du wollest auch behüten / mich gnädig diesen Tag /
vor Teufels List und Wüten, / vor Sünden und vor Schmach, /
vor Feu’r und Wassersnot, / vor Armut und vor Schanden, /
vor Ketten und vor Banden, / vor bösem, schnellem Tod.“ (EG 443,3)

Unsere Kinder wachsen damit auf, dass es nicht selbstverständlich ist, „normal“ zu leben. Die Kruste unseres heilen Lebens ist dünn, allzu dünn geworden.

2. Der Begriff „Katastrophe“ stammt aus dem Griechischen und meint ursprünglich eine „Umkehrung“ oder sprachlich noch genauer: eine „Wendung nach unten“. In der antiken Tragödie bezeichnet er den plötzlichen Wendepunkt im Schicksal des Helden oder der Heldin (Peripetie), von dem ab das Unglück seinen Lauf nimmt. „Katastrophen“ in diesem klassischen, tragischen Verständnis sind meist Folgen menschlichen Fehlverhaltens und sollen idealerweise eine reinigende, „kathartische“ Wirkung haben. Für die Held-/innen wie für die Zuschauenden. Doch welche Läuterung geschieht eigentlich, wenn wir massenmedial die Katastrophen mitverfolgen? Hilfs- und Spendenbereitschaft? Ja, das ist sicher gut. Aber dann? Und was bedeutet es, wenn das Unglück eben nicht einfach die Verursacher trifft, sondern das Leid der einen mit dem Konsumverhalten von vielen zusammenhängt?

Bei einem meiner Gespräche in den überfluteten Gebieten sagte ein Presbyter den eindrücklichen Satz: „Leute mit sauberer Kleidung sind uns hier suspekt.“ Diese katastrophale Flut hat etwas mit Menschen gemacht, den Betroffenen, den Helfenden, den vielen Menschen, die mit ihnen mitgelitten haben. Die Flut hat etwas zerstört, auch innerlich. Auch bei mir. „Nach der Flut“ kann und darf es keine „Weiße-Kragen-Theologie“ mehr geben, in der wir „über“ Klimawandel, Krisen, Katastrophen reden. All das trägt jetzt Namen und Gesichter von Angehörigen, Freunden, Kollegen. Wir brauchen nach der Katastrophe eine kathartische, reinigende Theologie. Eine, die uns von irrigen Selbstbildern und Lebenszielen befreit. Die uns freisetzt, das, was wir schon längst als richtig erkannt haben, auch zu leben. Eine „transformative Spiritualität“ (U. Schneidewind). Oder in den vier programmatischen kurzen ersten Sätzen des Wanderpredigers aus Nazareth: „Die Zeit ist erfüllt. Das Reich Gottes ist nahe. Ändert euren Sinn. Und glaubt an das Evangelium.“ (Mk 1,15) Eine Katharsis hier nicht aus der „Wendung nach unten“ (Katastrophe), sondern einer „Wendung nach oben“: sich bestimmt sein lassen von der unbedingten Gegenwart Gottes in Jesus Christus. Das ist für mich jetzt unsere Aufgabe als Kirche: so von dieser Gegenwart Gottes zu reden, dass es uns selbst und andere frei macht, so zu leben, wie wir es schon längst als richtig erkannt haben: anti-katastrophisch, nach oben gewandt.

3. Wenn gegenwärtig viel und oft von Katastrophen geredet wird, sagt das allerdings auch etwas über unsere kollektive Wahrnehmung aus. Eine Neigung zum „Katastrophisieren“, das fatale Fokussiert-Sein auf den Untergang. In der Psychologie wird damit eine kognitive Verzerrung bezeichnet, die das Unglück maximiert und die eigenen Möglichkeiten minimiert. „Das wird immer schlimmer werden. Ganz gleich, was wir tun.“ Die nächste Verschwörungstheorie lässt dann nicht lang auf sich warten. Solches apokalyptisches Denken ist aber zutiefst unchristlich. Mit der Theologin Dorothee Sölle gesprochen: „‚Da kann man nichts machen‘, ist der gottloseste aller Sätze.“ Eben weil der Satz der Botschaft Jesu von der Gegenwart Gottes und dem Wandel des Menschen grundlegend widerspricht. Deshalb ist es wichtig, gerade in Zeiten schlimmer Katastrophen nicht zu katastrophisieren. Und den entsprechend selbstverliebten Unheilspropheten nicht nachzulaufen.

Viele der biblischen Texte sind in katastrophalen Zeiten entstanden – im Alten Testament in der Zeit des Exils, als der Tempel zerstört, das Land verwüstet, das Volk deportiert war. Im Neuen Testament nach dem Tod Jesu, dem Ausbleiben seiner Wiederkunft, der Verfolgung von außen. Gerade in diesen katastrophalen Zeiten entstanden Gegengeschichten, die davon handeln, dass Gott sein Volk Israel und seine Welt nicht im Stich lässt, allen verheerenden Erfahrungen zum Trotz. Dieser Hintergrund hilft uns, den tröstenden und ermutigenden Charakter mancher Texte für uns neu zu verstehen.

„Die Schöpfung Gottes“- in katastrophaler Zeit
1. Tag: Gott schafft uns Zeit, den Wechsel von Tag und Nacht. Gott ist Herr über Licht und Finsternis, beides steht in seiner Hand und gehört zu seiner Schöpfung.

2. Tag: Gott hält uns Raum frei. Er gründet das Firmament, um die Wasser zurückzuhalten. Gott setzt den Chaos-Kräften eine Grenze.

3. Tag: Gott schenkt uns eine Lebensgrundlage: festes Land und Pflanzen, um davon zu leben.

4. Tag: Gott lässt uns Sonne, Mond und Sterne scheinen – und er entmachtet so die Astralgottheiten der damaligen Siegermächte. Es sind Lampions, die uns des Tags und des Nachts scheinen sollen.

5. Tag: Gott schafft für uns Tiere als Mitgeschöpfe im Wasser und in der Luft. Fische, die in den Fluten spielen, und Vögel, die in den Lüften tanzen. Alles, um sich daran zu freuen.

6. Tag: Gott schafft für uns Tiere als Mitgeschöpfe auf dem Land. Und er schafft uns selbst – damit wir für die anderen, für seine Schöpfung da sein können. Damit wir das „Seufzen der anderen Kreaturen“ hören und als Erstgeborene der neuen Schöpfung anders leben.

7. Tag: Und Gott schafft uns Ruhe – indem er selber ruht und uns in der Stille begegnet.

Es ist an der Zeit, dass wir anfangen, die alten Texte neu zu lesen und anderen davon zu erzählen. Allen Katastrophen zum Trotz.


Weitere Texte: www.glauben-denken.de

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Kontakt: praeses@ekir.de

Bild: Hermann Traub auf www.pixabay.com

ab 20.08. 3-G-Regel

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Geschwister,

Nordrhein-Westfalen hat eine komplett neue Corona-Schutzverordnung herausgegeben, die am Freitag, 20. August 2021, in Kraft tritt. Sie ist geprägt von der sogenannten „3-G-Regel“, die allerdings nicht unmittelbar auf Gottesdienste Anwendung findet. Alle Änderungen, die sich auf unseren Dienst und unsere Angebote auswirken, finden Sie hier.

Regeln für Gottesdienste
Die neue NRW-Schutzverordnung hat eine Überarbeitung unserer Regelungen für Gottesdienste notwendig gemacht. Da die Verordnung ab 20. August gilt, beachten Sie bitte die Hinweise für Gottesdienste schon an diesem Wochenende!

Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen gelten ab 20. August 2021 die Regelungen der Coronaschutzverordnung vom 17. August 2021.
==>> Corona-Virus-Regeln-NRW

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Johann Weusmann
Vizepräsident
Evangelische Kirche im Rheinland
Landeskirchenamt
www.ekir.de/klingelbeutel

Video-Gottesdienste

Regeln für Gottesdienste:
Die neue NRW-Schutzverordnung hat eine Überarbeitung unserer Regelungen für Gottesdienste notwendig gemacht.
Da die Verordnung ab 1. Oktober gilt sind Anmeldungen mit dem Kontaktformular b.a.w. nicht mehr erforderlich.

Neue Regeln auch in Nordrhein-Westfalen
Mit der ab 1. Oktober gültigen Verordnung des Landes gelten auch in Nordrhein-Westfalen neue Regeln – so u. a. beim Gemeindegesang: Beim Gemeindegesang darf an festen Sitz- oder Stehplätzen die Maske abnehmen, wer immunisiert oder getestet ist, wobei für getestete Personen ein PCR-Test oder ein höchstens sechs Stunden zurückliegender Antigen-Schnelltest erforderlich ist. Ausführende und Vortragende sind von der Verpflichtung zum Tragen einer Maske befreit, wenn sie immunisiert oder getestet sind und einen ausreichenden Abstand zur Gemeinde einhalten. Für Chöre und Ensembles gilt diese Erleichterung nur, wenn alle Mitglieder immunisiert oder getestet sind (bei Gesang PCR-Test).

Alle Details finden Sie in der Übersicht Regelungen in vier Bundesländern.

  • 12. September, 11:00 Uhr Gottesdienst in der Volberger Kirche
    Pfarrer Armin Kopper
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  • 19. September, 11:00 Uhr Gottesdienst in der Volberger Kirche
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  • 03.Oktober, 11:00 Uhr Erntedank-Gottesdienst in der Volberger Kirche
    Pfarrer Thomas Rusch
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  • 17.Oktober, 11:00 Uhr Gottesdienst in der Volberger Kirche
    Pfarrer Thomas Rusch
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Beitragsfoto:
Sandra Schildwächter, Gemeindebrief

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