Seniorenzentrum 50+

Im Seniorenzentrum 50+ finden unter den geltenden Hygenie-Bedingungen zur Zeit folgende Veranstaltungen statt:

Montag:
09:30 – 12:30 Internet-Café
10:15 – 11:45 Gedächtnistraining

Dienstag:
10:30 – 11:30 Seniorenchor
14:00 – 17:30 Internet Café

Mittwoch:
15:00 Seniorenclub

Donnerstag:
10:00 – 12:30 Malworkshop
10:30 – 12:30 Theatergruppe, Termine auf Anfrage, Tel. 7618
14:00 – 16:00 Gruppe Kreativ, Termine auf Anfrage, Tel. 7618

Freitag:
10:00 – 11:00 Gymnastikgruppe

Leserbriefe

Der Artikel „Wie politisch darf Kirche sein“ wurde in der Ausgabe 2/2020 unseres Gemeindebriefs veröffentlicht. Autor Wolfgang Knupper hat den Beitrag nach dem Prinzip von Für und Wider der Argumente geschrieben. Daraufhin erhielt die Redaktion einen Leserbrief von Wolfgang Wasser zu diesem Thema, den wir hier gerne veröffentlichen. Wir legen Wert auf die Feststellung, dass Leserbriefe nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Herr Knupper beantwortet die Frage, wie politisch Kirche sein dürfe, schon zu Beginn seines fünfseitigen(!) Artikels mit einem eindeutigen „Gar nicht“ und begründet dies mit der Rolle der Kirche im Nationalsozialismus: Nie wieder solle Kirche „die Propagandaabteilung des Staates“ sein. Sollte die evangelische Kirche, weil sie sich mehrheitlich in den Dienst der Nazidiktatur stellte, fortan unpolitisch sein? Knupper unterscheidet von einer politischen Kirche die „politische
Einmischung“ der Kirche in die Politik. Aber auch diese begriffliche Einengung ist Knupper suspekt in Anbetracht einer in seinen Augen „überbetonten Einmischung der Kirche in staatliche Belange“. In seinen folgenden Ausführungen wird deutlich, weshalb Knupper diese „Einmischungen“ als „überbetont“ empfindet, betreffen sie doch offensichtlich gesellschaftliche Bereiche und Themen, mit denen er selber andere – politische – Vorstellungen verbindet. Er verkündet diese Vorstellungen allerdings häufig in der ersten Person Plural. Wer verbirgt sich hinter diesem „Wir“ des Autors? Die gesamte Redaktion des Gemeindebriefes kann nicht gemeint sein, denn sowohl Ulrich Brodersen wie auch vor allem Pfarrer Thomas Rusch kommen in ihren vergleichsweise kurzen Beiträgen zu anderen Antworten auf die gestellte Themafrage. Der EKD-Präsident Bedford-Strohm scheint auf keinen Fall zu Knuppers Wir-Gemeinschaft zu gehören, sieht sich dieser doch mehrfach harscher Kritik des Autors ausgesetzt. Bedford-Strohms Aufruf zu politischem Engagement hat laut Knupper zur Folge, dass sich die Kirche zwangsläufig in parteipolitische Auseinandersetzungen begebe und damit ihre Unabhängigkeit gefährde. Eine Schlussfolgerung, die sich mir nicht erschließt.
Im Folgenden möchte ich auf nur einige weitere Textstellen eingehen, aus denen eine für mich befremdliche Tendenz spricht, die aber wohl Herrn Knuppers politische Einstellung verdeutlichen und die er sich offenbar für die Gesamtheit der evangelischen Kirche wünscht.
Seinen Abscheu vor ökologischen Forderungen, denen sich PfarrerInnen oder Gemeinden anschließen, tut er kund, indem er kirchliches Engagement mit einem polemischen – und parteipolitisch ausgerichteten – Zitat des konservativ-neoliberalen Chefredakteurs der WELT, Ulf Poschardt, kontert. In diesem Zusammenhang behauptet Knupper: „Die Grenze einer kirchlichen Aktivität oder Predigt sollte dort sein, wo eine erkennbare Mehrheit der Kirchenmitglieder dagegen ist.“ Welche „Mehrheit“ meint er? Sollen PfarrerInnen vor einer gesellschaftskritischen Predigt – zum Beispiel zum Klimawandel – vorher eine Mitgliederbefragung starten, um einen Mehrheitswillen auszuloten. Sollten die Seelsorger, statt zweifelhaften Mehrheiten im „Kirchenvolk“ nach dem Munde zu reden, nicht vielmehr der Stimme ihres von Christus beeinflussten Gewissens folgen und das sagen und tun, was sie für wichtig, richtig – christlich halten?
Interessant auch Knuppers Argumentation in Sachen Seenotrettung von Flüchtlingen. Zwar hält auch er die Rettung von Menschen aus Seenot für „Menschenpflicht“. Gleichzeitig missbilligt er aber die Anwesenheit von NGO-Schiffen im Mittelmeer wegen eines möglichen Anreizes für kriminelle Schlepper. Also: Ja, Menschen müssen gerettet werden; aber bitte keine Schiffe entsenden, die diese Rettung bewerkstelligen können. Knuppers Aussagen gipfeln an dieser Stelle in einer polemisch vereinfachenden Bemerkung, der Kirchenpräsident als Initiator des Baues eines Seenotrettungsschiffes stelle sich – ungewollt – „in den Dienst habgieriger Krimineller“. Und belegt das mit der höchst umstrittenen Behauptung, die Bereitschaft zur Rettung schiffbrüchiger im Mittelmeer fördere massiv den Zustrom Flüchtender aus Afrika. Herr Knupper verliert dabei kein Wort über die tatsächlichen und unzweifelhaften Ursachen und Erscheinungsformen der Nöte, denen die verzweifelten Flüchtenden in ihren Herkunftsländern ausgesetzt sind. Nöte, für die unsere christlichen Gesellschaften durchaus eine nicht geringe Mitschuld tragen.
Ein weiterer politischer Dorn im kirchlichen Auge von Herrn Knupper ist das sogenannte Kirchenasyl, das er als Missbrauch des in der Verfassung vorgesehenen Widerstandsrechts betrachtet. Der ehemalige Verfassungsrichter Michael Bertrams dagegen hält das Kirchenasyl in Härtefällen durchaus für berechtigt. Die Duldungsvereinbarung zwischen den Kirchen und der Bundesregierung aus dem Jahr 2015 habe sich bewährt. Bertrams sieht die Kirchen im Rahmen der grundgesetzlichen Glaubens- und Gewissensfreiheit in Verbindung mit ihrem kirchlichen Selbstbestimmungsrecht zur Gewährung von Kirchenasyl befugt und betont: „Ein Widerstandsrecht gegen den Staat leiten die Kirchen daraus nicht ab.“ Das Kirchenasyl solle vielmehr „eine neue Gesprächssituation zwischen dem Staat und den in Obhut genommenen Flüchtlingen herbeiführen, begleitet von der Kirche.“ (Kölner Stadtanzeiger 14.01.2018)

Herr Knupper fordert eine „unparteiliche“ Kirche. Auch meiner Ansicht nach sollte Kirche keine Parteipolitik betreiben, indem sie beispielsweise konkrete Wahlempfehlungen ausspricht. Aber sie sollte nicht auf politische Einmischung durch Schreiben, Sprechen und Handeln verzichten, nur weil Themen und Argumente auch in Programmen politischer Parteien stehen. Auch einige von Herrn Knuppers erkennbar gewordenen Meinungen sind in parteipolitischen Kontexten verortbar. Trotzdem hat er nicht darauf verzichtet, sie zu artikulieren.

Ich kann Bedford-Strohms Forderung in Bezug auf Dietrich Bonhoeffer – im Gegensatz zu Herrn Knupper – nur unterstreichen: „Wer fromm ist, muss politisch sein.“ Knuppers Widerspruch zu dieser These mit dem Argument, Bonhoeffer habe die Forderung schließlich im NS-Kerker erhoben, während Bedford-Strohm in einem demokratischen Rechtsstaat als Abgeordneter politisch tätig sein könne, ist in meinen Augen blanker Zynismus.

Pfarrerin Erika Juckel fordert in ihrem „Geistlichen Wort“ im selben Gemeindebrief: „Auch in unserem demokratischen Land sollte die Kirche
immer wieder an unsere Verantwortung für Gerechtigkeit, Frieden und
Bewahrung der Schöpfung erinnern.“ Was anderes impliziert eine solche Forderung, als – auch – „politisches Einmischen“ und ja, letztlich ein „politisch Sein“ der Kirche?

 

31.8. – Antikriegstag

Botschaft zum Antikriegstag: „Selig sind, die Frieden stiften!“

Präses Rekowski wendet sich in einem Video gegen Gewalt und Hass

Wuppertal (31. August 2020). „Friedensdienst ist Christenpflicht.“ Daran erinnert Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, anlässlich des morgigen Antikriegstages. Mit dem Überfall deutscher Truppen auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie sollen Gottes Kinder heißen“, zitiert Präses Rekowski in einem Videobeitrag zum Antikriegstag ein bekanntes Jesus-Wort aus den Seligpreisungen. Daran, so Rekowski, orientierten sich Christinnen und Christen. Und er übersetze Worte Jesu Christi so: „Friedensdienst ist Christenpflicht.“

„Am Anfang steht das Aussortieren“
Das Video hat Manfred Rekowski auf dem evangelischen Friedhof in Wuppertal-Wichlinghausen aufgenommen. Dort, unmittelbar neben seinem Wohnhaus, erinnert ein Mahnmal an 27 Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die während des Zweiten Weltkriegs in Wuppertal arbeiten mussten. Deren Kinder starben an Mangelversorgung und Unterernährung. An diesem mahnenden Ort wird für den Präses der rheinischen Kirche sichtbar, dass der Unfriede in aller Regel immer auf die gleiche Art beginnt: „Am Anfang steht das Aussortieren. Und dann beginnt eine Spirale des Hasses, der Gewalt und der Vernichtung“, stellt Manfred Rekowski fest: „Das führt zu Sätzen wie ,Wir zuerst!‘ oder ,Nicht Ihr, sondern wir!‘.“ Christenmenschen seien aber durch Wort und Wirken Jesu aufgerufen, diese Spirale zu durchbrechen.
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Zur Person: Manfred Rekowski
Manfred Rekowski ist seit März 2013 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der 62-jährige Theologe wurde in Polen (Masuren) geboren. Als er fünf Jahre alt war, verließ seine Familie ihren Bauernhof und siedelte in die Bundesrepublik über. Rekowski hat in Bethel, Marburg, Bochum und Wuppertal Theologie studiert. 1986 wurde er Pfarrer in Wuppertal.
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Autor und Kontakt: Pressesprecher Jens Peter Iven, jens.iven@ekir.de, Telefon 0211 4562-373

Über 7 Mio € Spenden

Mehr als sieben Millionen Euro aus dem Rheinland.
Evangelisches Hilfswerk legt seine Jahresbilanz 2019 vor.

Brot für die Welt hat im vergangenen Jahr knapp 7,3 Millionen Euro Spenden aus dem Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland erhalten – konkret: 7.294.234 Euro. Das ist sind gut 1,1 Millionen Euro mehr als im Jahr 2018. Damals kamen 6.182.976 Euro zusammen. In diesen Summen sind alle Kollekten und Spenden aus dem Kirchengebiet zwischen Niederrhein und Saarland, Aachener Land und dem Oberbergischen enthalten.

Präses dankt für das Vertrauen der Spenderinnen und Spender
„Ich bin sehr dankbar, dass Spenderinnen und Spender Brot für die Welt auch im Jahr 2019 ihr Vertrauen geschenkt haben. Mit ihren Spenden und Kollekten gegen Hunger, Armut und Ungerechtigkeit haben sie Millionen Menschen geholfen, ihre Lebenssituation zu verbessern“, sagt Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Bundesweit haben Spenderinnen und Spender die Arbeit des evangelischen Hilfswerks im vergangenen Jahr mit mehr als 64,4 Millionen Euro unterstützt. Das ist ein Plus von 0,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (2018: 63,6 Mio. Euro).

Langfristig gegen Hunger, für Bildung und Menschenrechte
Neu bewilligt wurden im vergangenen Jahr 693 Projekte, davon mit 242 die meisten in Afrika. Im Zentrum stehen langfristige Maßnahmen, die Hunger und Mangelernährung überwinden, Bildung und Gesundheit fördern, Zugang zu sauberem Wasser schaffen, die Achtung der Menschenrechte und Demokratie stärken und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen unterstützen. Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2019 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes und Beiträge Dritter, vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 312,6 Millionen Euro zur Verfügung, das waren gut fünf Millionen Euro mehr als 2018 (307,3 Mio. Euro). Die Gesamtausgaben für Projekte betrugen 281,8 Millionen Euro (91,6 Prozent der Mittel). Für Werbe- und Verwaltungsaufgaben wurden 8,4 Prozent eingesetzt. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bewertet den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben als niedrig.

Stichwort: Brot für die Welt
Brot für die Welt wurde 1959 gegründet. Aktuell fördert das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen und ihrer Diakonie gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen rund 1800 Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in mehr als 90 Ländern.

Quelle: Pressemitteilung 104/2020 v. 27. August

Sea-Watch 4 startet …

… zur ersten Rettungsmission.

Nach sechs Wochen ist wieder ein privates Rettungsschiff im Mittelmeer. Die aus Spenden finanzierte „Sea-Watch 4“ beginnt ihren ersten Einsatz.

„Wir lassen niemanden ertrinken!“ – Etwa ein Jahr haben die Vorbereitungen gedauert: Jetzt läuft die SeaWatch4 zu ihrem ersten Rettungseinsatz aus – das von der EKD initiierte Bündnisschiff zur Seenotrettung im Mittelmeer. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm gibt der Sea-Watch-Crew einen Segen mit auf den Weg.

Burriana/Frankfurt a.M. (epd). Das Seenotrettungsschiff „Sea-Watch 4“ ist zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer aufgebrochen. Das aus Spenden finanzierte Schiff habe am Samstag den spanischen Hafen von Burriana verlassen und sei auf dem Weg in die Such- und Rettungszone vor Libyen, teilte Sea-Watch mit. Es sei derzeit das einzige Rettungsschiff im Mittelmeer. Ursprünglich sollte die „Sea-Watch 4“ im April auslaufen. Der Start verzögerte sich jedoch wegen der Corona-Pandemie.

Den ganzen Artikel können Sie hier weiterlesen.

Spenden für Beirut

Rheinische Kirche ruft zu Spenden für Opfer der Explosion in Beirut auf
Kirchliches Hilfswerk will 1000 Wohnungen und Häuser wiederaufbauen
Beirut/Düsseldorf (13. August 2020). Die Evangelische Kirche im Rheinland schließt sich einem Spendenaufruf der Evangelischen Kirche in Syrien und im Libanon (NESSL) für die Opfer der Explosion im Beiruter Hafen an. „Die Explosion hat die gesamte Bevölkerung der Stadt getroffen. Mit dem Projekt ,Beirut Hope‘ will die diakonische Hilfsorganisation Compassion Protestant Society (CPS) unserer Partnerkirche 1000 Wohnungen wiederaufbauen“, macht Manfred Rekowski, Präses der rheinischen Kirche, auf die Aktion aufmerksam.

Mehr als 300.000 Menschen verlieren ihr Zuhause
Bei der Explosion im Beiruter Hafen am 4. August 2020 haben mehr als 300.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Bisher sind mehr als 160 Personen gestorben, mehr als 6000 sind verletzt und eine Vielzahl wird noch unter den Trümmern vermisst.

„Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit“, zitiert George Ziadeh, Geschäftsführer von CPS, einen Bibelvers in einem Schreiben zum Spendenaufruf an die Partner der Organisation. Neben der Corona- sowie der Wirtschaftskrise habe durch die Explosion nun eine dritte Krise das Land in diesem Jahr heimgesucht. Deshalb entschied sich die CPS zu handeln und startete die Spendenaktion „Beirut Hope“.

Medizinische Hilfe als große Herausforderung
„Mit dem Geld wollen wir 1000 von der Explosion betroffene Familien durch Wiederaufbau ihrer Häuser und Wohnungen unterstützen“, berichtet Ziadeh in einem Videointerview mit der rheinischen Kirche. Insgesamt seien 85.000 Häuser zerstört worden. Es sei wichtig, dass die Menschen vor dem Winter wieder in ihre Häuser zurückkönnten. „Das ist unser Ziel. Direkt nach der Explosion war das Wichtigste, medizinische Hilfe zu leisten, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen und ihnen Schutz zu bieten“, erzählt Ziadeh. Vor allem die medizinische Versorgung sei eine große Herausforderung. „Sieben große Krankenhäuser in Beirut wurden total zerstört. Die anderen im Land haben nicht die Kapazität, um 6000 Menschen auf einmal zu versorgen.“

Christliches Wohnviertel und Geflüchtete stark betroffen
Von der Explosion betroffen ist auch ein christliches Stadtviertel in der Nähe des Hafens. Besonders die Lage der dort lebenden Geflüchteten hat sich zusätzlich verschärft. Präses Rekowski kennt die Situation im Libanon und in Beirut durch eine Reise im vergangenen Jahr. „Ich war in Beirut und habe die Stadt kennengelernt. Unter den Familien, für die die Wohnungen gebaut werden, sind auch Geflüchtete aus Syrien, die im Libanon Schutz gesucht hatten und nun wieder ihr Obdach verloren haben.“ Schon bei seiner Reise sei er beeindruckt gewesen, wie unsere Partnerkirche sich für diese Menschen in Beirut engagiere. Umso wichtiger sei es, dass ihnen und allen anderen Opfern der Katastrophe geholfen werde. „Ich bedanke mich, wenn Sie ,Beirut Hope‘ mit einer Spende unterstützen“, sagt Rekowski.

„Wir haben die Hoffnung und den Willen, das Land wiederaufzubauen“
Der Name der Spendenaktion kommt nicht von ungefähr. „Beirut hat schon immer viele Krisen und Kriege erlebt. Aber wir hatten und haben auch schon immer den Willen und die Hoffnung, mit der Unterstützung aus aller Welt das Land wiederaufzubauen. Deshalb heißt das Projekt ,Beirut Hope‘“, betont Ziadeh. Und schon jetzt sehe er viel Hoffnung. „Über die Religionsgrenzen hinweg arbeiten die Hilfsorganisationen zusammen. Die Kirchen gehen auf die Menschen zu. Und das wird die Kirche auf jeden Fall zu einer besseren Kirche machen.“

Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: Gustav-Adolf-Werk, KD-Bank, IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD, Verwendungszweck: Nothilfe Beirut CPS.

Stichwort: Die NESSL und ihr diakonisches Hilfswerk
Die National Evangelical Synod of Syria and Lebanon (Nationale Evangelische Synode von Syrien und Libanon, NESSL) ist das Dach von reformiert geprägten arabischsprachigen Gemeinden im Nahen Osten. Sie ist Teil der Weltgemeinschaft reformierter Kirchen (WCRC) und hat rund 20.000 Mitglieder. Ihr diakonisches Hilfswerk ist die 2018 gegründete Compassion Protestant Society (CPS). Die Organisation leistet professionelle Entwicklungshilfe und betreibt unter anderem Schulen, Kliniken und Pflegeheime.

Pressemitteilung 101/2020 v. 13. August 2020

250.000€ für VEM

Kirchenmitarbeitende spenden 250.000 Euro.              
Große Solidarität mit Kolleginnen und Kollegen in Afrika und Asien.
250.000 Euro aus Spenden und Spendenzusagen von Beschäftigten der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen gehen an Partnerkirchen in Asien und Afrika. Dort werden mit dem Geld Kolleginnen und Kollegen unterstützt, die als Folge der Corona-Pandemie kein regelmäßiges Einkommen mehr haben.

In der Pandemie bewährt sich Zusammenhalt der Kirchengemeinschaft  
Die Aktion „Care and Share“ der rheinischen und der westfälischen Kirche hat in deren Mitarbeiterschaft zu einer hohen Spendenbereitschaft geführt. Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) kann deshalb eine Soforthilfe von insgesamt 250.000 Euro bereitstellen. „Das übertrifft unsere Hoffnungen bei weitem“, sagt der westfälische Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller. „Mit ihrer tatkräftigen Solidarität zeigen die Kolleginnen und Kollegen: In der Corona-Pandemie bewährt sich der Zusammenhalt unserer Kirchengemeinschaft über alle Grenzen und Entfernungen hinweg. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Ausgangssperre führt zu Lieferengpässen bei Grundnahrungsmitteln
Wegen der Ausgangssperre können viele Menschen in Afrika und Asien ihre Felder nicht mehr bewirtschaften. Das führt zu Lieferengpässen für Grundnahrungsmittel und zu einer Mangelwirtschaft mit enormen Preissteigerungen.

Finanzielle Unterstützung für 32 VEM-Mitgliedskirchen
32 Mitgliedskirchen der VEM-Gemeinschaft in Afrika und Asien erhalten umgehend finanzielle Unterstützung, die dringend gebraucht wird. Denn viele Gehälter können in den Partnerkirchen nicht mehr gezahlt werden, weil die Einnahmequellen wie Kollekten, Mitgliedsbeiträge und Schulgebühren versiegt sind. Dank der Soforthilfe können beispielsweise 386 notleidende kirchliche Mitarbeitende der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in Ruanda jetzt mit Reis, Bohnen, Zucker, Öl, Maismehl und Hygieneprodukten versorgt werden, darunter aktive und pensionierte Pfarrerinnen und Pfarrer, Verwaltungsangestellte sowie Witwen und Witwer. Und auch die Mitarbeitenden der Evangelischen Kirche von Mentawai in Indonesien, denen seit Mai kein Gehalt mehr gezahlt werden konnte, sind dankbar, dass ihre Lebensmittelversorgung kurzfristig gesichert ist.

Mangelnde Absicherung bei Krankheit und Arbeitslosigkeit 
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den betroffenen Kirchen sind einer doppelten Belastung ausgesetzt: Sie sorgen sich um die Menschen, für die sie arbeiten, und sind selbst mit ihren Familien in Not. „Eigentlich legen die Mitgliedskirchen Wert darauf, selbst für die Gehälter ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufzukommen, so wie wir auch. Aber weil die soziale Absicherung bei Krankheit und Arbeitslosigkeit nicht so gut ist wie bei uns, geraten immer wieder und gerade jetzt Menschen in Not“, sagt die rheinische Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.

Als Dankeschön ein Konzertbesuch im Internet
Alle Spenderinnen und Spender können im Internet ein Corona-Benefiz-Konzert des südafrikanischen Libertas-Chors aus Stellenbosch miterleben: Als Dankeschön und Zeichen der Solidarität in der Krise erhalten sie den Online-Zugangscode zu diesem sonst kostenpflichtigen Konzert.

Stichwort: Spendenkonto
Spenden zur Unterstützung kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Afrika und Asien können auf das Spendenkonto bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) eingezahlt werden: IBAN: DE45 3506 0190 0009 0909 08, KD-Bank eG, SWIFT/BIC: GENODED1DKD, Stichwort „Care and Share“.

Mehr zur Unterstützung für die VEM-Partnerkirchen in Asien und Afrika: https://www.vemission.org/united-against-corona

PRESSEMITTEILUNG Nr. 97/2020 vom 22. Juli 2020

Kirchenaustritte

Präses Rekowski: „Kirche ist ganz bei sich, wo sie nah bei den Menschen ist.“  

Leitender Geistlicher kommentiert erste Zahlen für das Jahr 2019

Die Evangelische Kirche im Rheinland liegt im Trend der EKD-Gliedkirchen und hat im vergangenen Jahr deutlich an Mitgliedern verloren. Am 31. Dezember 2019 zählte sie noch 2,45 Millionen Kirchenmitglieder (2018: 2,5 Millionen Mitglieder). Die genau 2.453.379 Mitglieder verteilten sich wie folgt auf die Bundesländer: Nordrhein-Westfalen 1.910.747 (2018: 1.949.981), Rheinland-Pfalz 338.200 (2018: 343.260), Saarland 132.969 (2018: 135.797), Hessen 71.463 Mitglieder (2018: 72.970).

Vorläufige Zahlen, weil die statistische Erhebung noch läuft
Für die Veröffentlichung erster bundesweiter Zahlen zum kirchlichen Leben im vergangenen Jahr, die die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) heute verbreitet, hat auch die Evangelische Kirche im Rheinland Daten zugeliefert. Aufgrund der noch laufenden statistischen Erhebung sind diese vorläufigen Zahlen zum Teil hochgerechnet. Die abschließende Statistik wird wie in jedem Jahr erst im Herbst vorliegen können. In die Daten der EKD sind folgende vorläufige Zahlen eingeflossen: Die Zahl der Taufen sank 2019 auf 17.803 (2018: 18.603), die Zahl der Verstorbenen sank im selben Zeitraum auf 40.587 (2018: 41.973). Mit 3235 blieb die Zahl der Aufnahmen nahezu konstant. Die Zahl der Austritte aus der rheinischen Kirche stieg im Jahr 2019 um rund 23 Prozent auf 28.517 (2018: 23.142).

Seelsorge ist ein starkes Stück Kirche – unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Angesichts der abnehmenden Mitgliederzahl betont Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Die Relevanz des Evangeliums spiegelt sich nicht allein in Trends und Zahlen.“ Es gebe eine Seite von Kirche, die keine Öffentlichkeit vertrage. „Davon nimmt nur derjenige Notiz, der besucht, der persönlich begleitet, mit dem gebetet wird.“ Dieses starke Stück kirchlicher Arbeit – die Seelsorge – passiere dort, wo Menschen Grenzerfahrungen machen müssten. Im Krankenhaus zum Beispiel, in Altenheimen, in Justizvollzugsanstalten, im Beruf als Polizistin und Polizist, aber auch in Kirchengemeinden und nach den Ferien wieder an den Schulen. „Jesus Christus hat sich um diejenigen gekümmert, die am Rand standen und die in Not waren. Er hatte ein Herz für sie. Er bewegte Menschen – und veränderte auf diese Weise die Welt. Solange wir in seiner Spur unterwegs sind, sind wir als Kirche ganz bei uns. Und unsere Kirche ist ganz bei sich, wo sie nah bei den Menschen ist“, so Rekowski weiter.

Rheinische Kirche investiert zwölf Millionen in Zukunftsfähigkeit
Gleichzeitig schafft die Evangelische Kirche im Rheinland Raum für neue Ideen und fördert zunächst zehn Initiativen auf ihrem Gebiet als sogenannte Erprobungsräume. Erprobt wird dort mit Mut und Kreativität, wie Kirche auf den jeweiligen Kontext bezogen neu Gestalt gewinnen kann – mal als internationale, mal als gemeinwesenorientierte, mal als virtuelle Gemeinde. „Unser Ziel ist es, auf neuen Wegen Menschen zu erreichen, die sich in unseren Angeboten bislang nicht zuhause fühlen“, sagt Präses Rekowski. Dafür hat die Landessynode 2019 ein Programm mit einem Volumen von insgesamt zwölf Millionen Euro an Finanz- und Personalmitteln für die kommenden zehn Jahre aufgelegt.

Stichwort: Rheinisches Kirchengebiet
Die Evangelische Kirche im Rheinland hat rund 2,45 Millionen Mitglieder und erstreckt sich über Gebiete in den vier Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Sie umfasst weitgehend das Gebiet der früheren preußischen Rheinprovinz. Ihre 668 Kirchengemeinden sind in 37 Kirchenkreisen zusammengeschlossen.


Pressemitteilung Nr. 93 vom 26. Juni 2020

„Rassismus ist Sünde“

Im Video der Woche sagt Präses Rekowski: Auch Kirche muss in Sachen Vielfalt lernen
Mit klaren Worten positioniert sich Präses Manfred Rekowski: „Rassismus ist Sünde“, sagt er in seinem Video der Woche. Rassismus dürfe nirgendwo hingenommen werden. Jede und jeder zählt und hat dieselbe Würde, unterstreicht der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Aber auch die Kirche habe beim Thema Vielfalt noch einiges zu lernen.

„Jede und jeder zählt“
Rekowski nimmt die Menschen in den Blick, die der Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt in Minneapolis auch hierzulande protestierend auf die Straße treibt. „Jede und jeder zählt, egal welcher Herkunft, egal welcher Volkszugehörigkeit“, so Präses Rekowski. Jesus Christus, Taktgeber und Mitte der Kirche, halte die Menschen zusammen und schaffe Gemeinschaft. Deswegen gelte für Christenmenschen niemanden auszuschließen: „Jeder Mensch hat dieselbe Würde.“ Rassismus sei aber nicht nur in anderen Teilen der Erde ein Problem, sondern auch mitten in Deutschland. Aber: „Rassismus ist Sünde. Er ist nicht hinzunehmen – in unserem Land nicht und nirgendwo auf der Erde.“

„Geben wir Gottes Geist eine Chance“
Aber Rekowski warnt auch vor kirchlicher Überheblichkeit: „Wir als Kirchen sind da nicht einfach die Lehrmeister, die alles besser wissen. Wir sind da auch Lernende.“ Wenn man sich auf den Straßen in unserem Land umsehe, sei es dort „ziemlich bunt“, stellt der rheinische Präses fest. „Schaut man sich an, wie es in unseren Gottesdiensten zugeht, bei kirchlichen Veranstaltungen oder in Leitungsgremien, dann merkt man: Die Vielfalt bildet sich da nicht ab.“ Aber Gottes Geist bringe unterschiedliche Menschen zusammen: „Geben wir Gottes Geist eine Chance!“


Pressemitteilung Nr. 87/2020 v. 11. Juni 2020

Donald Trump mit Bibel

Wie hält man die Bibel hoch?
Ganz anders als Donald Trump!

Videobeitrag von Präses Manfred Rekowski zu Gewalt und Rassismus

Wie hält man die Bibel hoch? Das fragt sich Präses Manfred Rekowski angesichts des Auftritts von Präsident Donald Trump, der sich inmitten der anhaltenden Proteste gegen tödliche Polizeigewalt und Rassismus in den USA vor einer Kirche mit hochgehaltener Bibel fotografieren ließ. Man hält die Bibel ganz anders hoch als der US-Präsident mit seiner demonstrativen Medien-Geste, ist die Antwort des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Verweis auf die biblische Botschaft Jesu Christi
„Ich wünsche mir viele Menschen in den Vereinigten Staaten und bei uns, die die Bibel hochhalten“, erklärt Rekowski angesichts des Schicksals des Afroamerikaners George Floyd, der am 25. Mai in Minneapolis durch massive Gewalt von mehreren weißen Polizisten bei seiner Festnahme zu Tode gekommen ist, in einem heute veröffentlichten Videobeitrag auf www.ekir.de. „Man hält die Bibel hoch, indem man einander achtet. Man hält sie hoch, indem man aufeinander zugeht. Indem man Menschen, die anders sind, akzeptiert, indem man ihnen die gleiche Würde zubilligt, die man selber hat“, unterstreicht Präses Rekowski die biblische Botschaft Jesu Christi.

Nicht zwischen „Die“ und „Wir“ unterscheiden
Man halte die Bibel hoch, indem man die Spirale des Hasses nicht weiterdreht und zwischen „Die“ und „Wir“ nicht unterscheidet, so Manfred Rekowski: „Gottes große Menschheitsfamilie ist ein bunter Haufen: Ganz viele Unterschiede, aber alle gehören zusammen. Alle haben die gleiche Würde, unterschiedslos – alle Ebenbilder Gottes.“

Zur Person: Manfred Rekowski
Manfred Rekowski ist seit März 2013 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Theologe (62) wurde in Polen geboren. Als er fünf Jahre alt war, siedelten seine Familie und er in die Bundesrepublik über. Rekowski hat in Bethel, Marburg, Bochum und Wuppertal Theologie studiert. 1986 wurde er Pfarrer in Wuppertal.

Hinweis:
Auf der Internetseite der Evangelischen Kirche im Rheinland gibt es neben dem Präses-Video auch ein Interview mit der in Ohio tätigen Pfarrerin Sigrid Rother zur aktuellen Situation in den USA.


Beitragsbild: Tom Brenner (Reuters)
https://www.kirche-und-leben.de/artikel/us-kirchen-empoert-ueber-bibel-posing-von-donald-trump