„Alles, was wir zu sagen haben, ist Friedensbotschaft“

Präses Dr. Thorsten Latzel: „Alles, was wir zu sagen haben, ist Friedensbotschaft“

Grußwort für 24-Stunden-Gebet am Atomwaffenlager in Büchel

Düsseldorf (6. August 2026). Zum Abschluss der diesjährigen 17. Fastenaktion bis zum Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland findet vom 8. bis 9. August 2026 am Atomwaffenlager auf dem rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel ein 24-stündiges Dauergebet statt. Präses Dr. Thorsten Latzel, leitender Geistlicher der Evangelischen Kirche im Rheinland, würdigt die Initiator*innen und Teilnehmenden in seinem Grußwort: „Damit übernehmen Sie stellvertretend eine wichtige Aufgabe, die wir als Christenmenschen gemeinsam haben: dafür zu beten, dass Gewalt und Zerstörung enden, dass Menschen friedlich zusammenleben und die Gefahr, die von Atomwaffen für Menschen, Tiere und die gesamte Schöpfung ausgeht, endlich beendet wird.“

In dem Grußwort betont Präses Latzel die Notwendigkeit, angesichts von kriegerischen Eskalationen weltweit und der kontroversen Diskussion um die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland mit verschiedenen Positionen in einem konstruktiven Austausch zu bleiben. „Neben der stark propagierten Verteidigungsfähigkeit angesichts der Bedrohung unserer Demokratie brauchen wir wenigstens ebenso dringend eine Stärkung von Friedensfähigkeit und den Aufbau ziviler Konfliktbearbeitung.“

Christliche Friedensbotschaft
Kirche habe die Aufgabe, auf die Gefahren kriegerischer Auseinandersetzungen hinzuweisen. Sind diese einmal ausgebrochen, sei ein Ende nur sehr schwierig zu erreichen: „Wenn wir in der Kirche Gottes Wort verkünden, so steht am Anfang wie am Ende jeder Predigt die Verheißung des Friedens Gottes. Alles, was wir in der Nachfolge Christi zu sagen haben, ist Friedensbotschaft.“

Ächtung von Atomwaffen notwendig
Dies gelte insbesondere in Hinblick auf die Gefährdung durch nukleare Aufrüstung. Atomwaffen seien generell zu ächten, so Präses Latzel. Solange sie existierten, stellten sie ein existenzielles Risiko dar – „dafür, dass Millionen Menschen sterben, ganze Regionen bleibend unbewohnbar werden, bis hin zur Gefahr einer nuklearen Selbstvernichtung menschlichen Lebens. Die Risiken dafür sind in unserer Zeit größer und nicht kleiner geworden.“

Wert des Friedensgebetes
Umso wichtiger seien die gemeinsamen Gebete in Büchel, die das zum Ausdruck bringen, wie der Präses weiter ausführt. „Unsere Aufgabe als Christinnen und Christen bleibt es, gemeinsam dafür zu arbeiten und zu beten, dass eines Tages alle Atomwaffen abgeschafft sein werden und unsere Kinder einmal ihre Gefahr nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen.“

Stichwort: Fliegerhorst Büchel
Der in Ulmen in Rheinland-Pfalz liegende Fliegerhorst der deutschen Luftwaffe gilt als der letzte verbliebene Standort, an dem in Deutschland Atomwaffen der US-Streitkräfte gelagert sind. In der Vergangenheit gab es wiederholt Demonstrationen und Aktionen der Friedensbewegung bei Büchel. Das diesjährige Dauergebet steht in dieser Tradition. Es endet am Sonntag, 9. August, um 11 Uhr – im Gedenken an den Atombombenabwurf auf Nagasaki vor dann genau 81 Jahren.

Autor: Martin Brandt, martin.brandt@ekir.de, Telefon 0211 4562-241
Kontakt: Stellv. Pressesprecher Ekkehard Rüger, ekkehard.rueger@ekir.de, Telefon 0211 4562-290

Das vollständige Grußwort von Präses Dr. Thorsten Latzel steht hier zum Download bereit.