Kirchenasyl in Rösrath
Wie berichtet, hatte unsere Gemeinde im August 2025 einen jungen Mann (22 Jahre) aus Burundi auf Bitten des „Ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche“ in das Kirchenasyl übernommen. Die zuständige Ausländerbehörde in Siegburg hielt es leider für angebracht, 2 Abschiebeversuche, zum Teil gewaltsam, durchzuführen und dadurch das Kirchenasyl zu brechen. Daher sah sich das Presbyterium im Dezember gezwungen, das Kirchenasyl zu beenden, um den jungen Mann nicht zu gefährden. Für ihn bedeutet das nun 12 Monate Illegalität, bevor er erneut versuchen kann, in Deutschland ein geregeltes und faires Asylverfahren zu beginnen.
Am 2. Februar fand ein Gespräch mit dem Landrat des Rhein-Sieg-Kreis, Sebastian Schuster, und Vertretern der Ausländerbehörde statt. Von Kirchenseite nahmen der Superintendent unseres Kirchenkreises,Thorsten Krall, der für Kirchenasyl zuständige Kirchenrat sowie der juristische Berater der Landeskirche und für unsere Kirchengemeinde die Presbyteriumsvorsitzende Monika Mattern-Klosson teil. In dem Gespräch wurde von Seiten der Kirche das völlige Unverständnis und Entsetzen über das gewaltsame Brechen des Kirchenasyls zum Ausdruck gebracht. Nach Aussage der Behördenvertreter sei dies der erste Fall in 6 Jahren gewesen. Die Entscheidung im Dezember erneut die Abschiebung anzuordnen, sei auf Grundlage der Tatsache getroffen worden, „dass noch ein Platz im Abschiebeflug frei gewesen sei“. Eine moralische und menschliche Abwägung über den konkreten Fall wurde anscheinend nicht getroffen.
Die Behörde versicherte jedoch, dass zukünftig verstärkt im Vorfeld von Abschiebungen das Gespräch mit den Gemeinden gesucht werde, um weitere gewaltsame Beendigungen von Kirchenasyl zu vermeiden.
Für unseren Kirchenasylgast kommt diese Einsicht leider zu spät. Aber wir hoffen sehr, dass in Zukunft die Behörden hier mit mehr Augenmaß und Menschlichkeit agieren werden.
Kirchenasyl im Kirchenkreis
Zuflucht – Zentrum für Kirchenasyl in Buchheim
Seit Beginn des Jahres 2025 gibt es das erste Zentrum für Kirchenasyl in Köln. In den Räumen der Nathanaelkirche Bilderstöcken finden bis zu zehn Personen Zuflucht, um sie vor unzumutbarer Härte und Gefahr für Leib und Seele durch eine drohende Abschiebung zu schützen. Gemeinsam setzen sich Haupt- und Ehrenamtliche der Kirchengemeinden, des Diakonischen Werks Köln und der Melanchthon Akademie für eine würdevolle und professionelle Begleitung der Menschen im Kirchenasyl ein. Im Herbst hat die Kreissynode Köln-Rechtsrheinisch beschlossen, auch am Standort Buchheim ein Zentrum für Kirchenasyl anzubieten. Denn Zufluchtsorte des Kirchenasyls werden dringend gebraucht, zumal die aktuellen migrationspolitischen Debatten rauer und teils erschütternd sind. Nächstenliebe und die unbedingte Orientierung an den Menschenrechten müssen sich gerade in schwierigen Zeiten bewähren. Es braucht Schutzräume für Menschen, denen anderswo Gewalt und erniedrigende Behandlung droht. Und hier kann Kirche ein klares Zeichen für den Schutz des Rechts auf Asyl und der Wahrung der Menschenrechte setzen.
Begleitet werden beide Zentren für Zuflucht durch das Ökum. Netzwerk Asyl in der Kirche, um auch weiterhin darin zu unterstützen, dass etwa 98% der Kirchenasyle erfolgreich mit der Übernahme ins nationale Asylverfahren und einer langfristige Bleibeperspektive der Betroffenen in Deutschland enden.
Sie möchten Menschen im Kirchenasyl direkt unterstützen?
Das geht zum Beispiel mit einem Ehrenamt. Wir suchen Menschen, die Lust haben mit einer individuellen Begleitung unserer Kirchenasylgäste, einem Gruppenangebot oder auch praktischen Tätigkeiten wie Besorgungen, Reparaturen o.ä. zu helfen. Über den Umfang entscheiden Sie – wir freuen uns über jedes Engagement.
Wie kann das Projekt finanziell unterstützt werden?
Die Unterbringung für eine Person kostet ca. 50 € die Woche, da in der Zeit des Kirchenasyls keine Krankenversicherung und kein Anrecht auf soziale Leistungen besteht. Ob einmalige Spenden oder regelmäßige Unterstützung als Pat*in, kein Betrag ist zu klein und ermöglicht, verlässlich Hilfe zu leisten.
Ansprechperson des Kirchenkreises: Torsten Krall, torsten.krall@ekir.de
Jetzt spenden!
Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch DE79 3506 0190 1010 9250 17
Bild zeigt die Wanderausstellung „Zuflucht geben – gemeinsam hoffen“ des Ökum. Netzwerks Asyl in der Kirche NRW</small
