Ich bin … alarmiert!

Jugendgottesdienst im Rahmen der ökumenischen Glaubenswoche mit dem Thema:

„Ich bin…..alarmiert!… because there is no PLANet B!“

Auf Grundlage des Films „Tomorrow“ gestalteten Katholische und Evangelische Jugendliche einen Gottesdienst zum Thema Klimaerwärmung, Ausbeutung von Resourcen, Bevölkerungswachstum.

Unser Planet steht in vielerlei Hinsicht gefährlich nahe am Kippunkt. Das bewegte die Schauspielerin Mélanie Laurent und den franz. Aktivisten Cyril Dion, zu ihrem Film „Tomorrow“.  Als sie eine Studie lasen, die den Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren voraussagt, wollten sie sich mit diesem Szenario nicht abfinden. Also machten sie sich auf den Weg, um weltweit Ideen und Ansätze zu finden, welche die Menschen inspirieren und zum Handeln bewegen können.

Vor Beginn des Gottesdienstes standen 2 „Reporter“ am Eingang der Kirche, die die Gottesdienstbesucher empfingen mit der Aussage: „Wissenschaftler sagen: wenn wir so weiterleben wie bisher, dann werden wir in 80-100 Jahren den Zusammenbruch der ökologischen Systeme erleben. Was denken Sie dazu?“

Zu Beginn des Gottesdienstes führten die Jugendlichen nach der Begrüßung in das Thema ein und  einige berichteten über ihre Erfahrungen, die sie bereits an verschiedenen Kundgebungen im Rahmen der „Fridays for Future“ Bewegung zum Thema gewonnen hatten. Diese Bewegung sorgte weltweit für Aufsehen und einige Menschen wussten und wissen bis heute nicht recht, was sie davon halten. Viele finden es super, dass die Jugendlichen das Thema so bewegt und sie sich einsetzen. Andere behaupten, dass man nur die Schule schwänzen wolle.

Im Vorfeld wurden Plakate angefertigt, Fotos mitgebracht und Ausschnitte aus dem Film Tomorrow gezeigt.

Stimmungsvoll präsentierten die Jugendlichen Psalm 104 mit Bildern hinterlegt zur Schöpfung Gottes. Dann erfolgte ein „Paukenschlag“, der die Stimmungswechsel andeutete und Bilder zur globalen Krise wurden gezeigt.

Erneut gingen die „Reporter“ durch den voll besetzen Kirchenraum und befragten die Jugendlichen zum Thema. So gab es den Ahnungslosen, der noch nichts von den Sachen gehört hatte, den Leugner, der alles für Quatsch hielt, den Resignierten, der sich fragt, was er ausrichten könne, den Frustierten, der glaubt schon alles gemacht zu haben und den Aufbruchbereiten, der unbedingt etwas machen möchte.

 

Im Anschluss daran erhielten die Gottesdienstbesucher die Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und  sich vielleicht zu fragen zu welcher Kategorie der Befragten man sich stellen würde.

Die am Eingang ausgeteilten Briefumschläge mit einer Karte wurden dann von den Besuchern ausgefüllt. Jeder schrieb einen Vorsatz auf die Karte, was man persönlich für die Umwelt tun könne. Der Umschlag wurde zugeklebt und mit der Adresse des Besuchers versehen. In ca. 4-6 Wochen erhält dann der Besucher per Post seine Karte und kann nachsehen, ob er seinen Vorsatz umgesetzt hat, oder ob man vielleicht noch daran arbeitet.

6 Jugendliche informierten dann, was sie bereits getan haben zum Schutz der Umwelt, wie Wasser sparen, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder den Verzicht auf Fleisch zum Erhalt der Tierwelt.

Immer wieder schafften es die jungen Menschen Bezug zu Gott und der Schöpfungsgeschichte herzustellen nicht zuletzt durch einen Predigtimpuls, gehalten von Eva Cox, sondern auch den Hinweis, warum man da sei zum Dank an den Herrn, der uns diese schöne Welt geschenkt hat.

Abschluss fand der Gottesdienst mit dem Vater Unser und den eigens vorbereiteten Fürbitten zu den 5 Themenschwerpunkten des Films „Tomorrow“, Landwirtschaft, Energie, Demokratie, Wirtschaft/Ökonomie und Bildung. Man dankte Gott und bat um mehr Einsicht der Menschen und Beteiligung zur Erhaltung seiner Schöpfung.

Die Jugendlichen haben den Gottesdienst selbständig mit ihrem Ideengut ausgefüllt und eine Band und Chor sorgten für musikalische Gestaltung. Unter der Leitung von Eva Cox, die das Liedgut passend zum Thema zusammengestellt hatte, wurde gesungen und geklatscht.

Im Vorfeld des Gottesdienstes, wurden wir von Seiten der Katholischen Brüder und Schwestern angefragt, ob wir uns am Gottesdienst, der im Rahmen der Ökumenischen Glaubenswoche stattfindet, beteiligen möchten.

Spontan sagten wir als Evang. Gemeinde Volberg-Forsbach-Rösrath zu und es meldeten sich einige Freiwillige, die von Beginn an die Vorbereitungen begleiteten und unterstützen.

Es war bemerkenswert, wie schnell die Jugendlichen, ins Gespräch kamen sich austauschten und ein richtiges Team entstand.  Es wurde gelacht, gebastelt, und sogar gegärtnert, denn am Ausgang der Kirche standen für die Besucher kleine Pflanzen bereit, die man mitnehmen konnte zum Einsatz im heimischen Garten oder in der Natur.

Die Jugend ist unsere Zukunft und die Jugend lebt uns vor was man erreichen kann, wenn man Ziele verfolgt, sich einbringt und für eine Sache einsetzt. Dieses Potential dürfen wir als Kirche nicht aus den Augen verlieren, doch auch die Jugend will noch in Teilen geleitet aber vor allem begleitet werden.

Sowohl in der Katholischen Kirche, als auch in unserer Gemeinde droht uns die Jugend verloren zu gehen, da man sich nicht ausreichend kümmern kann. Die Pfarrerin/die Pfarrer und Pastoren haben ein so großes Aufgabenfeld, dass sie dringend im Bereich der Jugendarbeit Unterstützung brauchen.

Die Jugendlichen haben Visionen; ich auch!; dafür höre ich nicht auf für einen hauptamtlichen Jugendmitarbeiter in der Gemeinde zu kämpfen.

Dieser Gottesdienst hat mal wieder gezeigt, wie wichtig und bereichernd die Jugend für Kirche ist, um sie lebendig zu halten.

Danke an alle, die dazu beigetragen haben, dass der Gottesdienst zustande gekommen ist und wir so viel Spaß im Rahmen der Vorbereitungen haben durften.

Text und Fotos:
Jutta Renner

Sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen findet täglich, real und überall statt. „Kein Raum für Missbrauch“ ist eine Initiative des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Ziel ist es, dass Orte, an denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten, Missbrauch keinen Raum geben und sie dort kompetente Ansprechpersonen finden, wenn sie Hilfe brauchen. Das kann gelingen, indem Einrichtungen und Organisationen wie Schulen, Kitas, Heime, Sportvereine, Kliniken und Kirchengemeinden Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt entwickeln und umsetzen.

Die Handreichung „Die Zeit heilt keineswegs alle Wunden“ – weitere Informationen finden Sie auf EKiR.de
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) – Aktiv gegen sexualisierter Gewalt


Dachorganisationen der Zivilgesellschaft

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs: 0800 2255530 (kostenfrei und anonym) – Homepage: https://beauftragter-missbrauch.de/

Insgesamt 26 zentrale zivilgesellschaftliche Dachorganisationen haben Vereinbarungen zu einem verbesserten Schutz von Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt abgeschlossen. In den Vereinbarungen verpflichten sich die Organisationen, sich für eine flächendeckende Einführung und Implementierung von passgenauen Schutzkonzepten innerhalb ihrer Einrichtungen und Organisationen einzusetzen. Die Vereinbarungspartner unterstützen die Initiative „Kein Raum für Missbrauch“.  Dazu gehören auch die Evangelische Kirche in Deutschland EKD, die Landeskirchen und die Diakonischen Einrichtungen.


Prävention und Interventionsangebote bei sexuellem Missbrauch in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR)

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

In der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) gelten Leitlinien zum Umgang mit sexualisierter Gewalt. Neben klaren Verfahrenswegen gibt es für Betroffene Hilfen.

Der roter Faden für den Umgang mit solchen Grenzverletzungen im Raum der Kirche ist die Trennung der Zuständigkeiten. Es gibt die Ansprechpartnerin für Betroffene von sexualisierter Gewalt und eine so genannte ermittelnde Juristin.

Für Betroffene besteht die Ansprechstelle in der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung. Außerdem bieten die Beratungsstellen der Evangelischen Kirche im Rheinland Betroffenen von sexualisierter Gewalt die Möglichkeit zu Hilfe und vertraulicher Beratung.

Die Ansprechpartnerin für Betroffene behandelt alle Mitteilungen und Nachfragen streng vertraulich. Nur auf Wunsch der Betroffenen leitet sie Anschuldigungen an die zuständige Stelle weiter. Ausschließlich Informationen, die den Verdacht einer Straftat gegen Kinder und Jugendliche begründen, werden auf jeden Fall an die ermittelnde Juristin weitergeleitet.

Ansprechpersonen für Missbrauchsopfer in der EKiR:
Claudia Paul
Evangelische Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung
Graf-Recke-Straße 209a
40237 Düsseldorf
Telefon 0211/3610312 oder -300
E-Mail: claudia.paul@ekir.de

Webseiten für Betroffene:
www.ekir.de/ansprechstelle
www.ekir.de/www/ueber-uns/sexualisierte-gewalt-9760.php

Ermittelnde Juristin in der EKiR:
Iris Döring
Landeskirchenamt
Hans-Böckler-Straße 7
40476 Düsseldorf
Tel.: 0211/4562283
E-Mail: Iris.doering@ekir-lka.de


Hinschauen – Helfen – Handeln – Schutzkonzept vorgestellt

„Prävention gegen sexuellen Missbrauch und Schutzkonzept in der Evangelischen Kirche“ Die Evangelische Kirche im Rheinland hat einen Handleitungsleitfaden zur Erstellung von Schutzkonzepten in Kirchengemeinden und Kirchenkreisen zur Prävention sexualisierter Gewalt vorgelegt.

Alle hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitenden werden entsprechend geschult. „Ziel ist es, Kinder, Jugendliche, aber auch zum Beispiel Seniorinnen und Senioren in unseren kirchlichen Einrichtungen vor Übergriffen zu schützen. Das Schutzkonzept soll sensibilisieren und helfen, Missbrauchsfälle beziehungsweise sexualisierte Gewalt möglichst zu verhindern“.

Dr. Juliane Arnold ist Leiterin der Evangelischen Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. Alle Gemeinden und Einrichtungen wie Kitas und Jugendzentren erstellen bis Mai 2019 eine Risikoanalyse, die an die zuständigen Arbeitsgemeinschaften weitergegeben wird. Danach werden die Schutzkonzepte für die Kirchenkreise formuliert. Neben den Schulungen werden Führungszeugnisse, Selbstverpflichtungserklärungen Beschwerdeverfahren und Notfallpläne vorgeschlagen. Ziel ist, dass Personen in Leitungsfunktionen ihre Leitungsverantwortung auch wirklich wahrnehmen.
Text: Stefan Rahmann


Evangelische Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Köln, Bensberg und Frechen
Leitung: Dr. Juliane Arnold
Beratungsstelle Köln
Tunisstraße 3 (Eingang Schwertnergasse), 50667 Köln
Telefon: 0221/25 77 461
E-Mail: beratungsstelle@kirche-koeln.de

Homepage: www.beratungsstelle.kirchekoeln.de/


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