{"id":28838,"date":"2026-09-21T13:01:10","date_gmt":"2026-09-21T11:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.evkirche-roesrath.de\/?p=28838"},"modified":"2026-09-21T13:01:10","modified_gmt":"2026-09-21T11:01:10","slug":"wer-glaubt-uebernimmt-verantwortung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.evkirche-roesrath.de\/index.php\/2026\/09\/21\/wer-glaubt-uebernimmt-verantwortung\/","title":{"rendered":"&#8222;Wer glaubt, \u00fcbernimmt Verantwortung&#8220;"},"content":{"rendered":"<h2>Protestantische Haltung in politisch bewegter Zeit<\/h2>\n<p><strong>D\u00fcsseldorf\/Bielefeld\/Detmold (21. September 2026). Gemeinsame Erkl\u00e4rung der leitenden Geistlichen der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche nach den Landtags- und Kommunalwahlen der vergangenen Wochen:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWir erleben, dass bei mehreren Landtags- und Kommunalwahlen eine rechtsextreme Partei starken Zulauf hat \u2013 und viele Menschen sich mit ihren Problemen von der Politik nicht wahrgenommen f\u00fchlen. Wir sind tief besorgt dar\u00fcber, dass demokratisch engagierte Personen angefeindet, freie Medien infrage gestellt und soziale Spaltungen vertieft werden \u2013 bis dahin, dass migrantische Mitb\u00fcrger\/innen oder j\u00fcdische Geschwister sich in unserem Land nicht mehr sicher f\u00fchlen\u201c, betonen die drei Kirchenleitenden Dr. Adelheid Ruck-Schr\u00f6der (Pr\u00e4ses der Evangelischen Kirche von Westfalen), Dr. Thorsten Latzel (Pr\u00e4ses der Evangelischen Kirche im Rheinland) und Michael Keil (Pr\u00e4ses der Lippischen Landessynode) in der gemeinsamen Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>\u201eAls Kirche widersprechen wir, wo die gottgegebene W\u00fcrde von Menschen verletzt wird, wir treten ein f\u00fcr den Dialog miteinander \u00fcber Grenzen hinweg und leben die Hoffnung, die Gott in uns wirkt. Das ist unsere Aufgabe als Kirche in der Nachfolge Jesu Christi \u2013 so wie es in unserem gemeinsamen Bekenntnis formuliert ist: Die Kirche ,erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten.\u2018 (<a href=\"https:\/\/www.ekd.de\/barmer-theologische-erklarung-thesen-11296.htm\" target=\"_blank\">Barmer Theologische Erkl\u00e4rung, These V<\/a>)<\/p>\n<p>Wir glauben, dass jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist. Damit kommt jedem Menschen eine unverbr\u00fcchliche W\u00fcrde zu, die es in Wort und Tat zu achten gilt. In der Nachfolge Jesu sehen wir gerade auch in den Menschen, die Not leiden und Hilfe brauchen, unsere N\u00e4chsten. In unseren Gemeinden, Kitas, Schulen, Krankenh\u00e4usern und Beratungsstellen erleben wir t\u00e4glich, was die Menschen im Land bewegt: bezahlbares Wohnen, verl\u00e4ssliche Pflege, gute Bildung, Sicherheit im Alltag, die Sorge um den Arbeitsplatz, die Rente und um den Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Uns ist wichtig, dass Menschen mit unterschiedlichen politischen Positionen in unseren Kirchen eine geistliche Heimat haben. Als Kirche sind wir Br\u00fcckenbauerin und bieten Orte der Verst\u00e4ndigung \u00fcber Grenzen hinweg. Christsein hei\u00dft, miteinander essen und reden zu k\u00f6nnen \u2013 auch bei gegens\u00e4tzlichen Anschauungen. Im Glauben an die Liebe Gottes verbindet uns mehr miteinander, als uns voneinander trennt. Das hilft, auch kontroverse Positionen auszuhalten und wertsch\u00e4tzend miteinander reden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Gebiet unserer Landeskirchen leben Menschen unterschiedlicher Nationalit\u00e4t, Herkunft und Kultur oft seit Jahrzehnten selbstverst\u00e4ndlich zusammen. Die Frage, ob das Leben noch bezahlbar ist, Kitas und Schulen attraktiv sind, unser Sozialstaat funktioniert, betrifft alle gemeinsam und ist keine Frage der Herkunft. Es geht um dieselben Mieten, Schulwege und Arbeitspl\u00e4tze. Wer \u00fcber Migration spricht, spricht \u00fcber unsere Nachbarn und \u00fcber unsere Verwandten und \u00fcber uns selbst. Sorgen ernst zu nehmen \u2013 nicht als Stimmung, das ist ein gesellschaftlicher Auftrag. Wer das Vertrauen in die Demokratie st\u00e4rken will, muss Probleme l\u00f6sen. Dazu tragen wir als evangelische Kirchen selbst aktiv bei, weil Glaube und diakonisches Engagement unl\u00f6slich zusammengeh\u00f6ren und das Vertrauen in Gott das Vertrauen ineinander st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Landtagswahlen 2027 stehen wir als evangelische Kirchen den Menschen bei, die in unserem Bundesland politische Verantwortung tragen. Wir werden f\u00fcr sie beten, uns sozial engagieren und kritisch in die politische Debatte einbringen, wo wir aus unserem Glauben dazu berufen sind. Wir tragen gemeinsam Verantwortung f\u00fcr unser Land.\u201c<\/p>\n<p><strong>Stichwort: Evangelisches B\u00fcro<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nrw-evangelisch.de\/de\" target=\"_blank\">Das Evangelische B\u00fcro<\/a> ist eine gemeinsame Einrichtung der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche. Am Sitz des Landtags und der Landesregierung in D\u00fcsseldorf vertritt das Evangelische B\u00fcro seit 1961 die Interessen der drei evangelischen Landeskirchen auf dem Gebiet von Nordrhein-Westfalen in den vielen Bereichen, in denen \u2013 bei einer klaren Trennung von Staat und Kirche \u2013 Ber\u00fchrungspunkte bestehen.<\/p>\n<p><small><br \/>\nKontakt: Cornelia Breuer-Iff, Pressesprecherin, <a href=\"mailto:cornelia.breuer-iff@ekir.de\" target=\"_blank\">cornelia.breuer-iff@ekir.de<\/a>, Telefon 0211 4562-423<br \/>\n<\/small><\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Protestantische Haltung in politisch bewegter Zeit D\u00fcsseldorf\/Bielefeld\/Detmold (21. September 2026). 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