Walking on Water

„Walking on water“ – Das Petrus-Dilemma oder: wie können wir Kirche leiten

Theologische Impulse (91) von Dr. Thorsten Latzel, Präses

„Der Wolken, Luft und Winden, gibt Wege, Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“
(P. Gerhardt)

Gerade findet der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt statt. Unter dem Motto „Schaut hin“ geht es um aktuelle Fragen von Politik, Kultur, Gesellschaft, Religion – und auch darum, wie wir gemeinsam Kirche leiten können. Eine der für mich stärksten biblischen Geschichten dazu ist die von Petrus auf dem See (Mt 14,22-33). Es geht in ihr um den „anderen Traum“ des Menschen: wenn nicht in der Luft zu fliegen, so doch auf dem Wasser zu gehen. Walking on water – Herr der Elemente sein, glauben in himmlischer Leichtigkeit, den Chaoskräften in Natur und Geschichte enthoben.

Die Erzählung bei Matthäus wird oft überschrieben mit „Der sinkende Petrus auf dem Meer“. Was für fromme Miesepeterei! Petrus ist ausgestiegen. Hinaus aus dem Boot. Wenn auch nur kurz, nur ein paar Schritte. Aber er ist gegangen. Dort, wo er nasse Füße bekam, hätten andere längst kalte Füße gehabt. „Petrus auf dem Wasser“ ist die Geschichte eines Dilemmas, sie erzählt von einer unmöglichen Möglichkeit: Wie können wir Christus auf dem Wasser begegnen, wenn wir einen felsenfesten Glauben haben? „Der Felsenmann auf dem Wasser“ – die Geschichte handelt von einem Menschen, der etwas riskiert, sich exponiert, nach außen tritt. Von einem Menschen, der sich von Christus rufen lässt, in „Ver-Antwortung“ tritt, der untergeht und doch gegangen ist – und am Ende durch Christus heil im Boot mit den anderen sitzt.

Nur Matthäus erzählt die Geschichte von Jesu Gang auf dem Wasser mit dieser persönlichen Begegnung. Bei Markus wird die Geschichte wie eine Offenbarung Gottes im Alten Testament geschildert, wenn es heißt: „und [er] wollte an ihnen vorübergehen“ (Mk 5,48). Die erschreckten, unverständigen Jünger bleiben wegen des Messias-Geheimnisses alle im Boot. Auch bei Johannes steigt niemand aus. Er steigert vielmehr den mirakulösen Charakter: Das Boot war „fünfundzwanzig oder dreißig Stadien“ weit draußen, am Ende ist es „sogleich“ an Land (Joh 6,19.21). Matthäus dagegen gestaltet das Wunder zu einer persönlichen Begegnung, bringt Petrus ins Spiel. Was mit seiner besonderen Rolle im Weiteren zusammenhängt (Mt 16,13ff.). Die Jünger, die im Boot waren, sprechen hier am Ende bereits aus, was Petrus später dann wiederholen wird: „Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!“ (14,20)

In der Geschichte geht es so – nachösterlich gelesen – darum, wie ein Mensch dem Auferstandenen begegnet und befähigt wird, in „Ver-Antwortung“ zu treten, Führung zu übernehmen. Die Situation am Anfang spiegelt anschaulich das Gefühl der Gemeinde nach Ostern wider, das auch kirchlich Engagierten heute vertraut sein dürfte: Das Volk ist gegangen, die wenigen Jünger mühen sich im Boot ab, von Jesus ist herzlich wenig zu sehen oder zu spüren. Geradezu antitypisch skizziert Matthäus die beiden Situationen: Jesus „alleine“, „für sich“, „auf einem Berg“, „um zu beten“ (V.23); die Jünger im Boot „weit vom Land“, „in Not durch die Wellen“, „der Wind ihnen entgegen“ (V.24). Hier ora, dort labora. Erst in der letzten, der vierten Nachtwache kurz vor dem Morgengrauen kommt es dann zu der Christus-Begegnung. Der Zeitpunkt ist wichtig, weil Christus zu den Jüngern – zu denen, „die da sitzen in Finsternis […] und im Schatten des Todes“ (Mt 4,16) – wie die Sonne kommt. Die Morgenstunde ist ein Hinweis darauf, dass es hier um den Auferstandenen geht. Darauf verweisen auch die Reaktionen der Jünger: Sie halten ihn für ein Gespenst, schreien vor Furcht, müssen von dem Erscheinenden getröstet werden (V.26f.). Wendungen, wie sie sonst in den Ostergeschichten begegnen. In dieser Situation – die Jünger, von allem Volk und von Christus verlassen, allein im Boot, im Kampf mit den Chaosmächten gegen den drohenden Untergang – kommt es dann zum „walk on the water“. Dazu, dass einer von ihnen den klammernden Griff an die Scheinsicherheit des Bootes löst, sich rufen lässt und den Schritt hinaus ins Weite wagt.

Am Ende wird Petrus wieder im Boot mit den anderen sein. Nass, gescheitert, gerettet. Doch das Boot wird dann ein anderes sein. Weil der Auferstandene jetzt mit im Boot ist und der Wind sich gelegt hat. Doch wohlgemerkt: Sie steigen gemeinsam in das Boot, der nasse Petrus und der rettende Christus (V.32). Die Begegnung mit dem Auferstandenen findet draußen statt – jenseits der Bootsplanken, außerhalb der Mauern der Kirche. Paradox gesprochen, hat die Gemeinde ihre Mitte immer außen. Sie begegnet dem auferstandenen Christus auf den Wellen der Welt. Auch wenn sie selber dabei immer wieder zu versinken droht. Auch wenn ihr Glaube immer riskant bleibt, niemals sicher fixierbar. Sitzenbleiben wäre keine Alternative. Anders ist Christus nicht zu haben. Glauben heißt, aus dieser trotzigen Hoffnung zu leben: Am Ende aller Stürme, Nächte und Chaosmächte wird das Meer einmal daliegen – ruhig, strahlend, wunderschön – und im Glanz eines neuen Himmels leuchten. Nur im Vertrauen auf dieses Wunder und in dem Mut, sich selbst nasse Füße zu holen, können wir Kirche leiten.

Petrus-Dilemma

Weiter so im Boot hocken bleiben,
wäre der Tod im Topf.
Doch es ist nicht leicht,
für felsenfest Glaubende
auf dem Wasser zu gehen.
Es gelingt nur,
wenn uns Christus begegnet
im Licht der aufgehenden Sonne
im Wind eines verwehenden Schweigens. (TL)


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Theologischer Impuls

Protestantisch leben in der Pandemie – Eine geistliche Alternative zu Querdenkerei

Theologische Impulse (89) von Dr. Thorsten Latzel, Präses

Es wird nicht wieder werden, wie es einmal war.

Das ist eine harte Erfahrung aus der Corona-Zeit. Am Anfang habe ich noch oft gehört: „Wir verschieben das einfach.“ Sechs Monate nach hinten. Um ein Jahr. Auf irgendwann nach der Pandemie. Wie bei einem Film: kurz auf Pause drücken und dann – nach Corona – weiterschauen. Das Versäumte später nachholen. Doch das geht nicht. Weil das Leben keine Pausetaste hat. Es lässt sich nicht anhalten. Die Zeit ist zu lang geworden und zu viel ist geschehen.

– Für das kleine Restaurant am Markt war der Druck zu groß. Der Besitzer ist ausgebremst: von einer 60 Stunden-Woche auf null.

– Ihren Schulabschluss wird unsere Tochter nicht mehr nachfeiern. Ihren 18. hat sie noch gefeiert – corona-konform mit genau einer Freundin.

– Und viel zu viele Menschen, von denen wir Abschied nehmen mussten.

Die Erfahrungen aus den Corona-Monaten werden bleiben. Manche positive, aber vor allem Schulden, Wunden und Verletzungen.

Es wird nicht wieder werden, wie es einmal war.

Das ist auch die Erfahrung, aus der die Bibel entstanden ist. Die Bücher des Alten Testaments, die Heiligen Schriften des Volkes Israel, wurden geschrieben, gesammelt nach dem tiefen Einschnitt des Exils. Auch nach der Rückkehr ins verheißene Land war es nicht wieder wie zuvor. Die Zeit dehnte sich und viele Erwartungen erfüllten sich nicht. Jerusalem und der Tempel blieben lange zerstört. Die verwüsteten Orte wurden nicht auf einmal zu grünen Gärten.

Die Bücher des Neuen Testaments wurden geschrieben, gesammelt nach dem tiefen Einschnitt von Tod und Auferstehung Christi. Das Kommen Christi und sein Reich ließen auf sich warten. Die Zeit dehnte sich und viele Erwartungen erfüllten sich nicht. Kommt er morgen, nächste Woche, nächstes Jahr, überhaupt einmal? Viele Glaubende starben, unter ihnen alle, die ihn noch mit eigenen Augen gesehen hatten. Die Gemeinden wuchsen, aber auch die Spaltungen nach innen und die Verfolgung von außen.

Es wird nicht wieder werden, wie es einmal war.

Damals suchten Menschen Antworten, um Gott und sich selbst zu verstehen. Sie setzen sich hin und schrieben auf, woran sie glaubten. Sammelten Texte, die ihnen Halt und Hoffnung gaben. Durch die sie Gottes Geist erfuhren. Worte, die ihren Glauben durch die Zeiten trugen.

Tragfähige Worte: Was hilft uns, uns zu verstehen, da auch unser Leben, unsere Gesellschaft, unsere Kirche nicht mehr so sein werden, wie sie einmal waren? Ein Schlüsseltext dafür ist in dieser Woche vor Rogate das Vaterunser. Das Gebet Jesu Christi lehrt uns, was es heißt, im wahrsten Sinne des Wortes „protestantisch“ zu leben – mitten in der Pandemie. Eine Anrede, sieben Bitten und ein hymnischer Schluss. Mehr nicht. Kurze, knappe Sätze, die mein Denken und Handeln neu ausrichten. Druck-Punkte für meine Seele. Sie versetzen mich heraus aus sorgenvoller Starre hinein in heilsame Bewegung.

Zunächst die Anrede. „Vater unser im Himmel“ – wir glauben, dass es mehr gibt, als es gibt. Mehr als Viren, Naturgesetze. Mehr als das, was Menschen machen. Wir glauben, dass es einen Himmel gibt. Und einen Gott, der uns hört. Dass wir durch Gott mit allen Geschöpfen als Geschwister verbunden sind. Mit Menschen, Tieren, Pflanzen. Das verleiht meinem Leben Weite und Heimat: Ich bin nicht allein. Bin geborgen in Gott. Das ist die erste Bewegung: Meine Seele weitet sich, spürt den Himmel in sich. Sie kommt zur Ruhe, findet Heimat in Gott als Schöpfer allen Lebens.

Dann die Bitten. Drei Bitten mit „Dein“, vier Bitten mit „unser“. Die zweite Bewegung meiner Seele. Raus aus der Sorge um mich selbst, der selbstfixierten Nabelschau. Hin zum „Du“ und zum „Wir“. Zur Begegnung mit Gott und zur Gemeinschaft mit allen anderen.

– „Geheiligt werde dein Name“. Uns ist etwas heilig. Nicht unser eigener Ruf. Nicht der unserer Kirche. Sondern der Name Gottes. Und durch ihn der Name eines jeden Menschen. Wir heiligen Gottes Namen, indem wir den Namen jedes Menschen heiligen. Den Namen unseres Nachbarn, dessen Verhalten uns in der Pandemie ärgert. Von Politiker/innen, Lehrer/innen und überhaupt „denen da oben“, deren Job wir vermeintlich so viel besser machen könnten: Ihr Name ist uns heilig. Wir muten einander Wahrheit zu. Aber wir machen andere nicht schlecht.

– „Dein Reich komme.“ Gottes Reich erfahren wir, wo immer Menschen sich um andere kümmern. Erschöpften helfen. Traurige trösten. Mit anderen teilen. Diese Liebesreich Gottes bestimmt auch uns. Uns ist niemand egal. Weil uns in jedem anderen Christus begegnet. So geschieht Gottes Liebeswille unter uns – „im Himmel wie auf Erden.“

– „Unser tägliches Brot gib uns heute“ – Während Corona erfahre ich: Mein normaler Alltag ist eine Gabe, ein Geschenk. „Mein tägliches Brot“: ein Lächeln in der Straßenbahn, die Kaffee-Runde mit den Kolleg/innen, der Besuch im Kino und Stadion, mich mit Freunden treffen. Für viele Menschen war manches davon auch vor Corona keineswegs normal. Ich lerne neu den Wert des Alltags. Bin beschenkt, wenn ich‘s oft nicht merke.

– Und ja, wir haben einander viel zu vergeben. Andere mir und ich anderen. Im Nachhinein würde man sicher vieles anders machen. Ich auch. Auch diese Pandemie verleitet dazu, nach Schuldigen zu suchen. Irgendwelchen Irrsinn zu glauben: „und führe uns nicht in Versuchung.“ Zu unserem Glauben gehört: Wir werden nicht von außen bestimmt. Weder durch Viren noch durch Schuld noch Verschwörungsphantasien. Uns bestimmt Gottes Liebe. Sie macht uns frei, mit anderen daran zu arbeiten, wie es nach der Pandemie sein wird. Wenn wir von diesem „Bösen“ erlöst sind.

Am Ende des Vaterunsers dann der hymnische Schluss. Viele schwere Begriffe auf wenig Raum: Reich, Kraft, Herrlichkeit, Ewigkeit. Damit kann ich, ehrlich gesagt, oft ziemlich wenig anfangen. Ich bin nicht so der hymnische Typ. In den letzten Monaten sind sie mir aber anders wichtig geworden. Sie beschreiben eine dritte Bewegung meiner Seele. Meine Seele öffnet sich für Gottes Wirklichkeit: Sie geht aus sich heraus, verlässt sich auf Gott, rechnet mit seinem Wirken. Oder kurz gesagt: Sie hofft. Darum geht es im Hymnus: um Hoffnung. Ich lobe Gott und mache mir selbst bewusst: Es wird am Ende gut werden. Weil Gott regiert. Weil Gott die Kraft hat, zu retten. Das ist seine Form der Herrlichkeit: für andere da zu sein. Immerdar.

Protestantisch leben – mitten in der Pandemie. Das ist ziemlich exakt das Gegenteil von Querdenkerei. Es geht um Trost und Trotz des Glaubens. Eine tiefe, innere Widerständigkeit aus Gott.

Es wird nicht wieder werden, wie es einmal war. Das ist die eine Seite der Wahrheit. Die andere ist: „Gottes Reich kommt.“ Deswegen: Seid trotzig und getrost. Seid füreinander da. Und lasst uns so aus Gottes Liebe leben. Das schenke uns Gott.

 


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Theologischer Impuls

„… weil auch Du ein Fremdling warst.“ An alle, die Angst vor „Flüchtlingen“ haben.

Theologische Impulse (88) von Dr. Thorsten Latzel, Präses.

Gleich am ersten Tag, nachdem ich zum Präses gewählt worden bin, erreichte mich eine Mail zum Thema „Flüchtlinge“. Eine ältere Frau teilte mir darin ihr tiefes Unverständnis mit, wie die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland sich dafür einsetzen könne, weitere Flüchtlinge aus den Lagern in Bosnien-Herzegowina und von Lesbos aufzunehmen.

„Seit ich denken kann, nimmt Deutschland Flüchtlinge auf – als ich Kind war, musste in der Familienwohnung ein Zimmer geräumt werden, für Flüchtlinge – so hat es sich über 70 Jahre fortgesetzt -… es reicht! Meine Sorge gilt meinen Kindern und Enkelkindern, die all das bitterst aushalten und auch noch bezahlen müssen – und dann irgendwann nicht mehr dazugehören und in der Minderzahl sind.“

So wie dieser besorgten Frau möchte ich gerne allen antworten, die sich vor Fremden und „Flüchtlingen“ fürchten.

Sehen Sie, ich bin ein Kind von Eltern, die beide vertrieben wurden, fliehen mussten. Meine Mutter als siebenjähriges Mädchen aus Danzig, mein Vater als Säugling auf dem Arm meiner Großmutter aus Schlesien. Ich bin sehr froh darüber, dass Menschen damals meine Mutter und meinen Vater als kleine Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg bei sich aufgenommen haben. Sonst gäbe es mich heute nicht. Es war eine Zeit, in der es viel weniger gab als heute. Die große Sorge damals, dass Katholiken und Protestanten nicht miteinander leben könnten (es gab getrennte Schulhöfe), hat sich als unbegründet erwiesen. Ich bin ein Kind aus solch einer konfessionsverschiedenen Ehe.

Auch die „Überfremdung“ Deutschlands durch die sogenannten „Gastarbeiter“ in den Jahren danach hat sich nicht eingestellt. Im Gegenteil: Ohne die starke Einwanderung, die damals niemand so nannte, hätte es nie ein solches Wirtschaftswachstum in Deutschland gegeben. Deutschland wäre nicht Deutschland ohne die Menschen aus Italien, Spanien, Griechenland, Polen, der Türkei, dem früheren Jugoslawien. Nicht ohne ihre Arbeit, nicht ohne ihre Kultur, nicht ohne ihre Religion. „Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen.“ (Max Frisch) Mit Yusuf habe ich in der Grundschule von Bad Laasphe Fußball gespielt, mit Kadir unsere gleichaltrigen Töchter auf dem Spielplatz in Hannover geschaukelt. „Überfremdet“ habe ich mich nie gefühlt.

Flucht und Fremdheit sind für mich sehr persönliche Themen. Ohne sie könnte ich die Geschichte meiner Familie, mich selbst nicht verstehen. Die Epigenetik erforscht, wie solche Erfahrungen an die nächsten Generationen vererbt werden. Sprichwörtlich in den Knochen stecken. Fragen Sie einmal meine Frau, wie es ist, wenn wir gemeinsam wandern.

Und der Schutz von „Flüchtlingen“ und Fremden gehört für mich fundamental zum christlichen Glauben. Er durchzieht die ganze Bibel: vom Auszug der unterdrückten Israeliten aus Ägypten über die 10 Gebote („Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst“, 5. Mose 5,15) bis zu Jesus, dessen Eltern nach seiner Geburt mit ihm vor Herodes außer Landes fliehen (Mt 2,13ff.). Und der später den Umgang mit Fremden zu einem Maßstab des Weltgerichts gemacht hat: „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. […] Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,35.40)

Wenn Leute versuchen, das, was sie für das „christliche Abendland“ halten, vor Fremden zu retten, scheinen sie hier irgendwas nicht verstanden zu haben.

Das heißt nicht, dass Deutschland nun „alle aufnimmt“. Schon deshalb nicht, weil die meisten Menschen überhaupt nicht aus ihrer Heimat wegwollen, wenn sie nicht müssen. Und selbst wenn Menschen fliehen müssen, bleiben die allermeisten in Nachbarländern.

Das hat auch nichts mit „Gutmenschentum“ zu tun. Nein, „Flüchtlinge“ sind weder bessere noch schlechtere Menschen als Sie und ich. Es sind einfach Menschen auf der Flucht. Oft Familien mit Kindern. Oft junge Männer, weil sie am ehesten eine Chance haben, für die anderen „durchzukommen“. Menschen zum Teil mit tief traumatischen Erfahrungen. Viele mit großer Energie, Hoffnung, Tatkraft.

Es hilft sehr, wenn wir mit dem abstrakten, sorgenvollen Reden über „die Flüchtlinge“ aufhören – und stattdessen mit den konkreten Menschen reden, die es auf ihrer Flucht zu uns geführt hat. Mit Menschen wie Ahmad Dakhnous, den ich letztes Jahr kennenlernen durfte. Ahmad ist als Palästinenser aus Damaskus nach Deutschland geflohen und studiert hier Politik. Es gibt wenige Menschen, die ich jemals so von Demokratie habe schwärmen hören wie ihn. Gemeinsam mit Mitstudent/innen hat Ahmad ein Projekt gestartet, um Integrationskurse weiterzuentwickeln. Weg von Multiple-choice-Fragen hin zur Begegnung mit „Menschen von hier“ – gleich welcher Kultur, Religion oder sexuellen Orientierung. Manchmal verstehen „Fremde“ besser, was unser Land wirklich auszeichnet:

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. […] Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Art. 3 GG)

Ich nehme das Thema „Flüchtlinge“ auch deshalb persönlich, weil ich nicht möchte, dass meine Kinder und Enkel einmal in einer lieblosen Gesellschaft leben müssen, wo christliche Werte wie Nächstenliebe oder Barmherzigkeit nichts mehr gelten. In einem Land, in dem man es hinnimmt, dass Menschen ertrinken, nur, weil sie nicht „von hier“ sind. In einem Europa, in dem zu uns Geflüchtete unter menschenunwürdigen Umständen leben – wie etwa in den Lagern in Bosnien oder auf den griechischen Inseln. Auch meine Kinder wollen das nicht und sehen sich überhaupt nicht gefährdet. Im Gegenteil: Sie und ich haben an verschiedenen Orten erlebt, wie gerade Menschen mit Fluchterfahrungen sich einbringen und mitarbeiten, um ihre neue Heimat zu schützen, die sie schützt.

Insofern bin ich überzeugt, dass Sie keine Sorge um Ihre Kinder oder Enkel haben müssen. Allenfalls davor, wenn man einen Keil in unsere Gesellschaft treibt, wenn man Menschen nach ihrer Abstammung anstatt nach ihrer Person beurteilt und so unsere offene, demokratische Gesellschaft gefährdet. Davor behüte uns Gott!

„Fremde“ und „Heimat“

„Fremde“ ist der Ort,
an dem man angewiesen ist
auf die Hilfe, Zuwendung, Barmherzigkeit
von Menschen, die man nicht kennt.
„Heimat“ ist der Ort,
an dem man sie erfährt. (TL)


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Theologischer Impuls

„Die Kuchen meines Lebens“ – Von Glaube, Liebe und der Kunst zu backen

Theologische Impulse (87) von Dr. Thorsten Latzel, Präses

Kuchen spielten in meinem Leben eine wichtige Rolle. Verschiedene Zeiten hatten ihr je eigenes Gebäck. Und ich verbinde die Erinnerung an bestimmte Menschen mit ihren Backwerken.

Als Kind und Jugendlicher liebte ich leidenschaftlich den Stachelbeerboden meiner Mutter. Es musste der Mürbeteig nach ihrem besonderen Rezept sein und die haarigen Beeren aus unserem Garten. Den Kuchen habe ich als „Gesamtkunstwerk“ angesehen und entsprechend verzehrt. Aufteilen hielt nur auf. Bei großen Feiern gab es dann Schwarzwälder-Kirschtorte. Das waren eher nicht-entschärfte Kalorienbomben aus der Nachkriegszeit. Ein kulinarisches Echo aus den Jahren, in denen meine Großeltern und ihre Kinder als Vertriebene nicht viel hatten. Eine solche Torte reichte, um einen Trupp Waldarbeiter durch einen kalten Wintertag zu bringen. Später lernte ich dann mit meiner Frau auch die Donauwelle meiner Schwiegermutter kennen. Glasur, Kirschen, Schoko, Creme, Teig – exakt arrangiert und blechweise produziert für das halbe Dorf. Ihre Donauwellen waren wie auch ihre Christstollen Statements handwerklicher Kunstfertigkeit. Eine Form von sozialem Beziehungskapital in dem kleinen mittelhessischen Dorf. Kulinarische Kryptowährung: Ich backe, damit du backst. Meine Mutter und meine Schwiegermutter haben die Latte der Kuchenkunst für mich ordentlich hochgelegt. Heute backen beide nicht mehr.

Es brauchte Zeit, bis meine Frau und ich aus dem Schatten dieser Backwerke getreten sind. Wir hatten im Studium einen ebenso charakterstarken wie windschiefen alten Backofen. Entsprechend sahen auch unsere ersten Gugelhupf-Produkte aus. Theologisch betrachtet, waren sie die Kuchen gewordene Gestalt der Rechtfertigung „allein aus Gnade“. Sie schmeckten gar nicht schlecht und waren für Bergfeste mit entsprechender Hanglage auch bestens geeignet. Das „Scheppe“ wurde später zum Markenzeichen, auch als wir längst einen richtigen Herd besaßen. Für unsere Kinder muss jeder Geburtstags-Gugelhupf irgendeine ästhetische Macke haben, sonst stimmt etwas nicht. Die Rezepte und Werke meiner Frau haben sich seitdem erheblich weiterentwickelt, sehr zu empfehlen vor allem ihr Käsekuchen und die Nussecken. Meine eigenen Backkünste haben dagegen den Charme der ersten Tage bewahrt.

Kuchen. Das ist eine kulinarische Kommunikation von Wertschätzung und Liebe. Kultivierter Genuss. In der Bibel spielt Kuchen nur am Rande eine Rolle. Bei dem Besuch Gottes in dreifacher Gestalt im Hain Mamre etwa fordert Abraham Sara – auch hier ist es wieder die Frau – auf: „Eile, knete Teig und backe Kuchen.“ (1. Mose 18,6) Man gibt sowohl dem Gast als auch Gott vom Feinsten, was man hat. Bei den Propheten wird es entsprechend kritisiert, wenn die Israeliten fremden Göttern wie der „Himmelskönigin“ Kuchen backen (Jer 7,18). Und sie bezeichnen das in die Irre gehende Volk selbst als einen missglückten Kuchen, „den niemand umwendet“ (Hos 7,8). Eine interessante Perspektive am Rande der biblischen Texte: Was sagt es über mich und mein Leben aus, für wen und für was ich den Ofen anwerfe? Was ist mir so wichtig, dass ich dafür eile, knete und backe?

Kuchen. Ich spüre ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit, dass ich – anders als leider viele Menschen weltweit und auch hier in Deutschland – mir um „Brot“ niemals habe Sorgen machen müssen. Im Alltag droht das manchmal verloren zu gehen, das Bewusstsein dafür, ob ich mich gerade um „Kuchen“ oder „Brot“ kümmere. Es ist ein wirklicher Segen, in einem Land zu leben, in dem trotz der aktuellen Pandemie und mancher sozialer Probleme seit mehr als 75 Jahren Frieden und kein Hunger herrschen. Ein Umstand, der eben die Frage aufwirft, für wen ich mein Leben, meine Zeit, meine Freiräume einsetzen möchte. Um eben nicht selbst zu einer „Coach-Potato“ zu werden, zu einem „Kuchen, den niemand umwendet“.

Zugleich glaube ich, dass „Kuchen“ und alles, wofür sie stehen, auch zu dem gehören, worum wir im Vaterunser beten, wenn wir sprechen: „unser tägliches Brot gib uns heute“. Martin Luther drückt das im Kleinen Katechismus so aus: „Was heißt denn ‚tägliches Brot‘? Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.“ Zu dem, was wir elementar brauchen, gehört eben mehr als nur „Überlebensmittel“. „Kuchen“, auch wenn sie in Martin Luthers Aufzählung nicht vorkommen, stehen für den Bereich der Kultur und Kunst, für Schönes, Lebensfreude und Sinnlichkeit, für Tanz und Spiel, für die feinen, kleinen Dinge, an denen ich mich oft freue, weil in ihnen so viel Liebe steckt. So richtig es ist, Brot und Kuchen zu unterscheiden, so sehr gehören Kuchen eben auch zum „täglichen Brot“. Eben, weil Kultur kein Luxus ist, sondern ein Lebensmittel. Und gerade in der Pandemie spüren wir, wie sehr uns dieser Bereich liebevoll, ästhetisch, schön gestalteter Dinge im Alltag oft fehlt.

„Kuchen“ stehen so auch für eine Weise, wie wir als Kirche mit anderen kommunizieren. Mit Menschen und mit Gott. Liebevoll gestaltet, feinsinnig, sinnenfreudig. Zum Glauben gehört beides: „Schwarzbrot“ und „Kuchen“. Das eine nahrhaft, nachhaltig, etwas zum Beißen, das andere köstlich, eingängig, zum Genießen. Weil Kuchen eben eine kulinarische Kommunikation der Liebe ist.

„Hätt‘ ich dich heut erwartet, hätt‘ ich Kuchen da, Kuchen da […]
Hätt’st du nur was gesagt, hätt‘ ich Musik bestellt, die besten Musikanten auf der Welt!“

So begrüßte Ernie seinerzeit in der Sesamstraße das überraschend erscheinende Krümelmonster und macht sich dann schnell ans Backen. Eine Umsetzung gelebter Gastfreundschaft, wie sie Sara und Abraham im Hain Mamre gegenüber Gott praktizierten. Und was für ein Bild von Kirche: ein Ort, an dem andere für mich einen Kuchen backen. Um mit mir in Ruhe über die Schwarzbrot- und Kuchen-Erfahrungen meines Lebens zu sprechen.

Das schenke uns Gott, dass wir so für einander da sind.

Kuchenfreund

Jesus war vieles,
aber kein Asket.
Seine Feinde schimpften ihn
Fresser und Weinsäufer.
„Dieser nimmt die Sünder an
und isst mit ihnen.“
Vom Himmelreich sprach er gern
als einem Festessen.
Über Früchte-Tee und trockene Kekse
wäre er entsetzt gewesen.
Und einmal werden wir
mit ihm und allen anderen speisen.
Mit Torten, Kuchen, Feingebäck
wie es sich für ein Liebesmahl gehört.


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Theologischer Impuls

Ich bin vieles, aber nicht „normal“ – und habe auch nicht vor, es jemals zu werden.

Seit dem AfD-Parteitag letzte Woche geistert auf einmal ein eigenartiger Slogan durch die Medien: „Deutschland. Aber normal.“ Nun muss man nicht alles kommentieren, was diese oder andere Parteien tun. Nach dem Motto des weisen früheren Kirchenpräsidenten der EKD, Hermann Barth: „Das ignorieren wir nicht einmal.“ Tatsächlich halte ich diese Sprachwendung nicht nur für inhaltlich schief, sondern gesellschaftspolitisch für hochproblematisch und gefährlich. Und sie steht dem zutiefst entgegen, was mir als Bürger wie als Christen persönlich wichtig ist.

Natürlich kann man sich über den Slogan leicht lustig machen: Was soll „normal“ hier bedeuten? Die Alternative zu Diesel oder Super an der Zapfsäule, also eine vielleicht nur häufigere Wahloption unter verschiedenen Möglichkeiten? Das scheint angesichts der Grundhaltung der Partei wohl nicht gemeint. Oder eine „Normalität“, die sich aus der „Normativität des Faktischen“ herleitet? Aber was sollte das dann besagen: Deutschland, so wie es ist? Wir wollen nichts verändern. Das Problem bei dem Slogan ist, dass hier eine „Normalität“ im Sinne von Alltäglichkeit behauptet wird, die alles andere als alltäglich ist. Es geht eigentlich um „Deutschland. Aber normativ.“ Und zwar nach unserer normativen Vorstellung dessen, was normal ist.

Die Begriffswahl macht deutlich, welches gesellschaftliche Problem sich hinter der Partei verbirgt. Sie steckt letztlich mit ihrem Denken in der Phase der industriellen Moderne (50er – 80er Jahre) fest. In ihr war das Leben des Einzelnen wie der Gesellschaft orientiert an möglichst hoher Gleichförmigkeit, quasi der Deutschen Industrie-Norm: ein klar geregeltes Leben nach DIN-Vorgabe. Der Strukturwandel hin zur Spätmoderne mit „Kreativ-Kultur“ und einer „Gesellschaft der Singularitäten“ (Reckwitz) wird da als fremd und überfordernd erfahren. Nun wäre es ja höchst begrüßenswert sich kritisch mit problematischen Phänomenen dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Etwa – wieder mit dem Soziologen Reckwitz gesprochen – der permanenten „Aufmerksamkeitskonkurrenz“ und dem Zwang, sich selbst ständig „performen“ zu müssen. Oder den Formen kultureller Entwertungen von Unterklassen und alten Mittelschichten. Oder der „Krise des Allgemein“. Was hier aber stattdessen geschieht, ist, dass eine Partei für sich in Anspruch nimmt, anderen normativ vorzuschreiben, was „normal“ ist und was nicht: „Deutschland. Aber normativ.“ „Deutschland nach unseren Normen.“ Welche Folgen es hat, wenn bestimmte Kunst als nicht „normal“ bezeichnet wird oder einzelne Menschen, Menschengruppen, Lebensstile – das haben wir in Deutschland schon leidvoll erfahren müssen. Deswegen: In Deutschland ist es heute zum Glück „normal“, nicht in diesem Sinne „normal“, also normativ normiert, zu sein.

Ich bin selbst „nicht normal“ und ich habe auch nicht vor, es jemals zu werden. Auch wenn ich in Deutschland geboren bin, studiert habe, heterosexuell und verheiratet bin, Kinder habe … und damit bestens zum DIN-Deutschsein mancher Menschen passe: Ich möchte meine Lebensform nicht als Maßstab für andere verstehen. Gerade das macht für mich die Stärke unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft aus, dass wir „ohne Angst verschieden sein“ können (Adorno).

Und das ist für mich ein zentrales Element des christlichen Glaubens. Der Glaube an Gott, wie er sich in Jesus Christus offenbart hat, ist ein zutiefst „un-normales“ Ereignis – weil er all unsere Vorstellungen von „Normalität“ auf den Kopf stellt. Der Apostel Paulus etwa wird nicht müde, das in immer neuen Bildern zu vermitteln. Einem Christenmenschen, so Paulus, ist „alles erlaubt“ (1. Kor 6,12; 10,23). Nichts ist „un-normal“. „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau, denn ihr seid allesamt eins in Christus.“ (Gal 3,28) Die einzige normative „Normalität“, die Paulus kennt, ist die der unbedingten Liebe Gottes. „Sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“ (1. Kor 13,7) Paulus selbst ist an anderen Stellen dieser radikalen „A-Moralität“ der Liebe, der Sprengung der Normalität, nicht immer gerecht geworden. So wie Christinnen und Christen zu allen Zeiten und auch ich selbst immer wieder dahinter zurückbleiben. Dennoch ist für uns als Glaubende letztlich die unbedingte Liebe Gottes der alleinige Maßstab dessen, was „normal“ oder „nicht normal“ ist.

Als ich selbst vor vielen Jahren ein Kindergarten-Kind war, hatte eine Erzieherin einen Aufkleber auf ihrem Opel Kadett: „Ich mag dich, denn du bist anders.“ Der Satz hat sich irgendwie fest in meine Erinnerung eingebrannt. Damals habe ich ihn – in herzlicher kindlicher Egozentrik – vor allem persönlich auf mich bezogen. Was mir die Erzieherin natürlich sehr sympathisch gemacht hat, auch wenn sie unverständlicher Weise dennoch einen älteren Freund hatte. Heute verstehe ich es als Ausdruck einer Haltung tiefer, praktizierter Menschenliebe und Herzensfreundlichkeit; was mir die Erzieherin nach Jahren noch einmal ganz anders sympathisch macht. Einen anderen Menschen als einzigartige Persönlichkeit zu lieben und nicht, weil er oder sie einer wie auch immer gearteten Norm(alität) entspricht. Das wünsche ich mir für unsere Gesellschaft, für meine Stadt, für unser Land, für Europa: eine Haltung des „Ich mag dich, denn du bist anders“. Das war es letztlich, was Jesus Christus unbedingt gelebt hat und was ihn ans Kreuz brachte: „Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.“ Er hat die religiös-moralische Normalität immer wieder verletzt, bis es den Mächtigen seiner Zeit reichte. Und genau diesen Jesus, der aus der „Normalität“ der Liebe Gottes alle Normen verletzte, hat Gott auferweckt. Deswegen ist mein Glaube, bin ich „nicht normal“. Und deswegen setzen wir uns als Christinnen und Christen dafür ein, dass Menschen in Deutschland ohne Angst verschieden sein können.

Irgendwann reicht‘s
Geboren in einem Stall,
aus unklaren Verhältnissen,
zog er ohne Arbeit durchs Land,
aß mit Zöllner, Zechern, Sündern,
predigte von Lilien und Spatzen,
stellte unmoralische Vergleiche an,
brach liebevoll jede Regel,
heilte Aussätzige, Blinde, Lahme,
machte Kinder, Ausländer zum Vorbild,
solidarisierte sich mit Frauen.
Als er dann, am Ende gekreuzigt,
noch nicht einmal im Grabe blieb,
war es der Normalität endgültig genug.
Sie baute sich ein schönes Reihenmittelhaus
mit ordentlichem Vorgarten
und wollte fortan mit religiösen Dingen
freundlichst in Ruhe gelassen werden.(TL)


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Beginn des Ramadan

Solidarisch an der Seite von Musliminnen und Muslimen
Vor dem Ramadan: Präses Latzel besucht Zentrum muslimischer Frauen
Vor dem morgigen Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan (13. April) hat Präses Dr. Thorsten Latzel am Vormittag das Begegnungs- und Fortbildungszentrum für muslimische Frauen (BFmF) in Köln besucht. Der neue Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland absolviert derzeit Antrittsbesuche und überbrachte den Frauen den Gruß der Bistümer und Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen zum Ramadan.

„Wo immer Musliminnen und Muslime Diskriminierungen, rassistische Übergriffe oder Ähnliches erfahren, können Sie darauf vertrauen, dass wir solidarisch an Ihrer Seite stehen“, sagte Latzel im Gespräch mit den Leiterinnen der Einrichtung, die 1996 von 25 muslimischen Frauen gegründet wurde. „Wir kommen als rheinische Kirche von mehr als 40 Jahren Dialogerfahrung her. Nach einer mehrjährigen intensiven Beschäftigung in Kirchengemeinden, Kirchenkreisen und der Landeskirche haben wir auf der Landessynode 2018 einen grundlegenden Beschluss zur theologischen Positionierung der Evangelischen Kirche im Rheinland zu Muslimen gefasst. Er ermutigt uns ausdrücklich, den Weg der Kooperation weiter zu betreiben. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit Ihnen gestalten – auch wenn das gesellschaftliche Klima dem entgegensteht.“

Osterfest und Ramadan: Pandemie-Einschränkungen beschwerlich
Er freue sich, dass der Besuch am Vortag des für Musliminnen und Muslime so intensiven und religiös dichten Monats Ramadan stattfinden kann, sagte Präses Thorsten Latzel: „So wie für uns das zurückliegende Osterfest wieder von den Einschränkungen der Covid-19-Pandemie stark geprägt war, werden Sie auch zum zweiten Mal den Ramadan unter Pandemiebedingungen erleben und gestalten müssen. Das ist sehr beschwerlich. Ich wünsche Ihnen und allen Musliminnen und Muslimen, die unter uns leben, einen gesegneten Monat Ramadan.“

Stichwort: Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen
Das Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen (BFmF) e. V. in Köln wurde 1996 von 25 muslimischen Frauen gegründet und hat sich zu einem großen muslimischen Sozial- und Bildungszentrum entwickelt. Es gilt als eine der anerkanntesten unabhängigen muslimischen Einrichtungen in Deutschland. Der Verein bietet Bildung, Beratung, Betreuung und Begegnung an. Für ihn arbeiten mehr 90 festangestellte Mitarbeitende, ca. 30 Honorarkräfte und viele Ehrenamtliche.

PRESSEMITTEILUNG Nr. 56/2021 v. 12.04.2021

Theologischer Impuls

Zurück ins Leben wandern – Osterspaziergänge in Zeiten von Corona

Ostern und Corona haben eines gemeinsam: das Spazierengehen. In der Pandemie zählt der Spaziergang zu den wenigen Dingen, die selbst während verschärfter Kontaktbeschränkungen noch möglich waren und sind. Bewegung, draußen, mit sicherem Abstand, an der freien Luft. Der Osterspaziergang wiederum ist seit eh und je fester Brauch am Frühlingsanfang: von den politischen Ostermärschen über den Filmmusical-Klassiker „Osterspaziergang“ mit Judy Garland & Fred Astaire (1948) bis hin zu der eindrücklichen Beschreibung in Goethes Faust:

„Jeder sonnt sich heute so gern. / Sie feiern die Auferstehung des Herrn, / denn sie sind selber auferstanden. / Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, / aus Handwerks- und Gewerbesbanden, / aus dem Druck von Giebeln und Dächern, / aus der Straßen quetschender Enge, / aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht / sind sie alle ans Licht gebracht.“

Bei beiden Anlässen, Ostern und Pandemie, geht es um den Aufbruch aus Enge, Stillstand, Einsamkeit – hinein in das Leben. Auch in den biblischen Ostergeschichten spielt das Unterwegssein eine große Rolle. Die Erzählungen beginnen damit, dass die Frauen als erstes am Morgen zum Grab gehen. Danach laufen Petrus und Johannes dorthin, als sie vom leeren Grab hören. Und dann erzählt Lukas von einem ganz besonderen Gang, der bei der Trauer um den Gekreuzigten anfängt und in der Begegnung mit dem Auferstandenen mündet. Aktuell gewinnt diese Geschichte der „Emmaus-Jünger“ (Lukas 24,13ff.) für die Osterzeit in der Pandemie noch einmal eine besondere Bedeutung. Weil in ihr Erfahrungen von Tod und Verlust, wie wir sie auch aus der Corona-Zeit kennen, seelsorglich einfühlsam „angegangen“ werden. Nicht einfach bewältigt oder gelöst, sondern durchschritten.

Die Erzählung setzt damit ein, dass sich zwei Männer aus dem weiteren Kreis der Jesus-Anhängerinnen und Anhänger auf den Weg nach Emmaus machen, ein Dorf rund elf bis zwölf Kilometer von Jerusalem entfernt. Sie reden über das, was geschehen ist: Jesu gewaltsamen Tod, ihre zerstörten Hoffnungen, die sie erschreckende Botschaft vom leeren Grab. Und wie sie so gehen und reden, gesellt sich unerkannt der Auferstandene selbst zu ihnen: „… da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten.“ Was für eine schöne Vorstellung: Christus selbst geht unerkannt in Zeiten der Krise an unserer Seite. Er begleitet uns, ohne dass wir wüssten, wann, wo oder wie. Er wird mitten in der Einsamkeit unser Weggefährte und „Sprachgesell“ (P. Gerhardt). Und das gerade zu einem Zeitpunkt, an dem wir es am wenigsten vermuten.

Und der auferstandene Jesus spricht die beiden an: „‚Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs?‘ Da blieben die beiden traurig stehen.“ Das ist etwas, was vielen Menschen in der Pandemie fehlt: dass jemand kommt und nachfragt, wie es einem geht. Jemand, der sich die Zeit nimmt, um stehen zu bleiben bei dem, was uns traurig macht. Dass Freundinnen oder Angehörige gestorben sind. Dass Pläne von uns durchkreuzt wurden. Dass mir manchmal die Hoffnung verloren geht. Einfach jemand, der nachfragt und gemeinsam mit uns stehen bleibt.

Und die Jünger damals begannen zu reden. Lange und ausführlich. Von dem, was sie mit diesem Jesus erlebt haben, was er tat, wie er starb – und mit ihm auch ihre Hoffnung. All das erzählen sie dem unerkannten, auferstandenen Jesus. Und er hört zu. Gibt ihrer Klage Raum. Überwältigt sie nicht mit einem gut gemeinten Trost. Manchmal beschreibt das mein eigenes Gefühl während Corona: dem verborgen anwesenden Gott zu klagen, wie sehr er mir, uns fehlt.

Erst danach fängt Jesus an zu sprechen: „‚O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?‘ Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften von ihm gesagt war.“ Sein Zuspruch geschieht auf zwei Weisen: als Konfrontation und Interpretation. Er konfrontiert die beiden mit einer fundamental anderen Sicht der Dinge. Und er erschließt ihnen ein neues Verständnis des eigenen Glaubens, der heiligen Schriften. Das ist es, was ich mir für mich selbst, für unsere Gesellschaft wünsche: dass sich ein anderer Horizont öffnet, eine Hoffnung auftut –dafür, wie wir gemeinsam in und nach der Pandemie leben wollen. Dass ich mich selbst, meine Mitmenschen, mein Leben neu verstehen lerne. Auch, indem ich Widerspruch erfahre zu mancher Selbstverständlichkeit, mit der ich früher gelebt habe. Eine neue Sicht der Dinge, die daraus erwächst, dass Gott selbst mit mir spricht, mir heilsam widerspricht, meinem träg gewordenen Herzen auf die Sprünge hilft.

Die Veränderung, die sich bei den Jüngern damals vollzog, ereignet sich still, im Verborgenen. In der Geschichte wird dies fein beschrieben durch das, was nicht erzählt wird. Was zwischen den Zeilen steht. Dass die Jünger und Jesus nach dem Stillstand weitergehen, steht nirgendwo. Und doch bewegen sie sich: äußerlich und innerlich. Das macht Oster-Spaziergänge gerade in Corona-Zeiten so wertvoll – weil sie helfen können, dass ich mich nicht ständig im Kreis um mich selbst drehe. Dass ich vorwärts gelange, an ein neues Zwischenziel, in meinem Denken wie in meinem Leben.

„Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen. Und sie nötigten ihn und sprachen: ‚Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.‘ Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.“ DasWeitergehen-Wollen“ spielt an auf eine alte Vorstellung davon, wie Gott sich offenbart: Gott zeigt sich, indem er vorüber geht. An Mose auf dem Sinai, an Elia auf dem Horeb, wie Jesus an den Jüngern im Boot, als er übers Wasser geht. Dass Jesus es hier nicht tut, ist Inbegriff seiner unbedingten Nähe. Gott kehrt in Christus bei uns ein. Und dies zu dem Zeitpunkt, wenn der Tag vergeht und das Dunkle beginnt. Die Bitte der Jünger fand Eingang in das Nachtgebet der Kirche: „Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.“ Für mich ist sie Ausdruck einer tiefen, inneren Hoffnung wider dem Augenschein. Wenn wir ankommen in dem „Dorf“, wohin wir gehen, und es dunkel wird, dann hoffe ich, dass Gott uns nicht verlässt. „Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt. […] Bleibe bei uns, wenn über uns kommt die Nacht der Trübsal und Angst, die Nacht der Zweifel und der Anfechtung, die Nacht des bitteren Todes. Bleibe bei uns und allen deinen Gläubigen in Zeit und Ewigkeit.“

Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.“ Man spürt an der Dichte der Erzählung, wie das Geschehen hier seinen Höhe- und Wendepunkt erfährt. Sieben Verben in dichter Folge: nehmen, danken, brechen, geben, geöffnet werden, erkennen, verschwinden. Die ersten vier klingen wie ein alltäglicher Ablauf am Tisch – und gerade darin sind sie kennzeichnend für Christus: er, der bedingungslos mit allen aß, Gottes Segen teilte, sich selbst dabei hingab, bis zum letzten Mahl. Nehmen, danken, brechen, geben. Die letzten drei beschreiben ein eigenartiges, spannungsvolles Zugleich: Ihre Augen werden geöffnet, sie erkennen ihn und er entschwindet ihnen. Das ist so, weil mein Erkennen meinem Erleben immer hinterherhinkt. Vor allem aber, weil Gott mir immer entzogen bleibt, unverfügbar. Gerade auch dann, wenn er sich uns hingibt.

Das lässt mich religiös bescheiden werden, oder sollte es zumindest, in Zeiten der Pandemie. Ich habe keine einfache Antwort darauf, wo Gott in der Corona-Zeit ist, wieso dies geschieht. Ich kann nur wie die beiden Jünger rückblickend von dem sprechen, was mir widerfährt: „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?“ Wenn aus meinem trägen Herzen wieder ein brennendes wird. Wenn ich beim Sprechen und Hören mit anderen auf dem Weg wirklich etwas begreife. Wenn mir mit dem Sinn der Schrift zugleich meine Augen aufgehen. Wenn das geschieht, dann ist es an der Zeit, wie die Jünger damals zurück zu gehen. Noch zu derselben, späten Stunde. Um anderen davon zu berichten, was geschehen ist: „Christus, der Brotbrecher, ist auferstanden. Und er ist gegenwärtig, wenn wir es tun.“ „Er, der lebt, gebot: Teilt das Brot!“ (EG 229)

Eine konkrete Umsetzung eines solchen österlichen „In das Leben Spazierens“ gibt es von der Diakonie und der Evangelischen Kirche in Düsseldorf im Stadtteil Flingern. Auf sogenannten Seelenwegen können sich Menschen dort mit einer ehrenamtlichen Seelsorgerin oder einem ehrenamtlichen Seelsorger auf den Weg machen, sich austauschen, Beratung in Anspruch nehmen oder existenzielle Sorgen besprechen. Eine schöne Idee, um aus dem „stuck state“ und dem Kreiseln der eigenen Sorgen aufzubrechen!

Migration, österlich

„Migrare de vita“ –
Aus dem Leben wandern.
So beschrieb man früher blumig,
wenn Menschen sich das Leben nahmen.

„Remigrare in vitam“ –
Zurück ins Leben wandern.
So äußert es sich heute spürbar,
wenn Menschen an Auferstehung glauben.

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Bilder: EKiR.de/Schorns u. photosforyou, Pixabay

Theologischer Impuls

„Der Tod hat nicht das letzte Wort“

Wir feiern in diesen Tagen das Fest vom Sterben und Auferstehen Jesu Christi. Für Christinnen und Christen weltweit die wichtigste Zeit im Jahr. An Ostern geht es um das Geheimnis unseres Glaubens.

Die Festwoche beginnt mit Palmsonntag. Jesus zieht auf einem Esel in Jerusalem ein. Ein altes Hoffnungsbild des Volkes Israel. Die Leute feiern ihn als „Friedensfürsten“. Ihn, der mit Sündern aß, Kinder segnete, Kranke heilte und von Gottes unbedingter Liebe zu allen Menschen sprach. Damit war er den religiös und politisch Mächtigen schon lange ein Dorn im Auge. Jetzt am Passah-Fest steuert der Konflikt seinem Höhepunkt entgegen.

Am Gründonnerstag kommt die Nacht des Verrats. Einer seiner Jünger wird ihn ausliefern. Mit einem Kuss auf die Wange. So wissen die Häscher, wen sie ergreifen müssen. Nachts im Garten Gethsemane. Jesus weiß, dass das geschehen wird. Doch vorher feiert er mit seinen Jüngern ein Abendmahl. Sein letztes Passah-Mahl. Und in Brot und Wein gibt er sich selber hin. Für alle. Auch für Judas, der ihn verraten wird.

Dann folgt Karfreitag, der Tag der Kreuzigung. In der Nacht verhören ihn die Hohepriester. Seine eigenen Jünger fliehen. Und Petrus, ihr vollmundiger Wortführer, leugnet, ihn jemals gekannt zu haben. Am Morgen wird er an die Römer ausgeliefert: Für Pilatus ist er nur ein Spielball der Macht. Seine Soldaten setzen ihm die Dornenkrone auf, foltern ihn, würfeln um sein letztes Hemd. Auf Golgatha, der Schädelstätte, stirbt er qualvoll am Kreuz. Mit dem Schrei: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Nur ein paar seiner Jüngerinnen stehen dabei.

Sie sind es auch, die früh am Morgen nach dem Sabbat, am Ostersonntag, losziehen, um seinen Leichnam zu salben. Ohne zu wissen, wie sie den Stein vom Grab wälzen sollen. Doch anstatt des Felsens begegnet ihnen dort ein Engel. Und sagt: „Christus ist auferstanden! Er ist nicht hier.“

Das, liebe Leserin, lieber Leser, ist unsere große Hoffnung als Christinnen und Christen – für alle Menschen: Gott lässt Tod, Leid und Unrecht nicht das letzte Wort. Er stellt sich an die Seite dieses Jesus von Nazareth. Der gestorben ist, weil er Gottes Liebe zu allen Menschen lebte und lehrte – unbedingt, ohne Ausnahme. Und wir glauben, dass Gott selbst in dem Moment völliger Verlassenheit in Jesus gegenwärtig ist. So wie es der römische Hauptmann unterm Kreuz bekennt: „Dieser Mensch ist wahrhaft Gottes Sohn gewesen.“

Darum geht es an Ostern: um eine Hoffnung, die allem widersteht. Selbst der Macht des Todes. Um das Vertrauen, dass Gott Leid und Tod nicht siegen lässt. Und um die Zuversicht, dass auch auf uns ein Engel wartet und der Felsen weggewälzt sein wird, wenn wir wie die Frauen aufbrechen. Allem Augenschein zum Trotz. Auch mitten in der Pandemie. Jeden Tag neu.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostern!

Ihr
Dr. Thorsten Latzel
Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland

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