Andacht für den 15.7.

 

Ein kleiner Schritt für Gott, aber der große Sprung für die Menschheit“

Liebe Leserinnen und Leser,

vor 51 Jahren wurde Geschichte geschrieben. Am 20. Juli 1969 verfolgten Millionen Menschen an ihren Fernsehern den Triumph der Raumfahrt, die geglückte weiche Landung auf dem Mond.

„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“

Das waren Neil Armstrongs Worte, als er die oberste Sprosse der Leiter bestieg, um aus dem Landemodul „Eagle“ auf die Mondoberfläche hinabzusteigen. Zum ersten Mal betrat ein Mensch den Mond.

Die Apollo 11 Mission war nach jahrelanger Vorbereitung geglückt. Seit den 1950er Jahren kam es zwischen der Sowjetunion und den USA zum sogenannten „Wettlauf ins All“. Lange war die Sowjetunion mit ihrem Raumfahrprogramm führend. Dies spornte die USA an und es wurde 1961 das Apollo Raumfahrtprogramm begonnen. Mit der erfolgreichen Apollo 11 Mission wollte die USA auch die Überlegenheit des westlichen Gesellschaftssystems gegenüber dem Kommunismus demonstrieren.

Diesem „Sprung für die Menschheit“, der geglückten Landung, gingen viele Versuche voraus, darunter sogenannte „harte Landungen“ unbemannter Raumkörper.

Es wurde im Vorfeld intensiv versucht und getestet, wie man eine sichere, „weiche Landung“ einem Landungsmodul ermöglichen kann.

Eine sprichwörtliche „weiche Landung“ wünscht man sich, wenn man ein unkalkulierbares Wagnis eingeht. Es ist manchmal erschütternd, wenn man aus Wünschen, Träumen, Hoffnungen, Erwartungen, hart auf den „Boden der Tatsachen“ aufkommt.

Vor gut 2000 Jahren wurde auch Geschichte geschrieben. Wohl an Ihrem Lagerfeuer sitzend, verfolgten ein paar Hirten das unglaubliche Spektakel, nämlich wie Gott auf dem Planten Erde „landete“. Das heißt die „Landung“ bekamen sie nicht mit. Wohl aber die Ansage, wo Gott den Planet Erde „betrat“: In einem Stall, im unbedeutenden Ort Betlehem sei er zu finden, so wurde es ihnen angesagt. Diese Landung war alles andere als „weich“. Hart und Mühsam war der Weg nach Betlehem bis es zur „Landung“, der Geburt Jesu im Stall, kam. Die Hirten fanden den neuen Erdenbürger schließlich in einer Futterkrippe liegend.

„Ein kleiner Schritt für Gott, aber der große Sprung für die Menschheit“ So möchte ich diese „Landung“ frei nach Neil Armstrong kommentieren.

Der großer Sprung für die Menschheit“ Warum?

1969 haben Menschen eindrücklich gezeigt, was sie mit Ihren Gaben und Fähigkeiten zustande bringen können … unglaubliche Höhenflüge.

Knapp 2000 Jahre früher hat uns Gott gezeigt was er für uns zustande bringt. Keine Höhenflüge, sondern „harte Landungen im Alltag der Menschen“: (Philipper 2, 6) Obwohl er Gott in allem gleich war und Anteil an Gottes Herrlichkeit hatte, bestand er nicht auf seinen Vorrechten. Nein, er verzichtete darauf und wurde rechtlos wie ein Sklave. Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und lebte als Mensch unter uns Menschen. Er erniedrigte sich selbst und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch herrlich zu sich erhoben und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht…

Was für eine Landung – und warum? Weil er bei uns landen will. Deswegen kommt er so tief zu uns runter. Er will bei uns ankommen, damit wir es wie Gott machen: Mach`s wie Gott und werde Mensch! Philipper 2, 4+5: „Denkt nicht immer zuerst an euch, sondern kümmert und sorgt euch auch um die anderen! Orientiert euch an Jesus Christus

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir dies tun, wieder neu versuchen beim Nächsten zu „landen“, nicht immer zuerst an uns denken, sondern uns um die anderen kümmern und sorgen, uns an Jesus Christus orientieren, dann werden dies kleine Schritte für uns, aber große Sprünge für die Menschheit sein.

Ich wünsche uns in diesem Sinne geglückte Landungen beim Nächsten.

Pfarrer Thomas Rusch


Foto: D. Binderberger