Andacht für den 23.5.

„Wo der Geist Gottes wirkt, da ist Freiheit“ [2.Korinterbrief 3,17]

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Vor einiger Zeit hörte ich von jemanden, wie man wohl in Afrika kleine Affen fängt:

Es gibt eine sehr einfache, aber wirkungsvolle Methode. Manche Afrikaner stellen am Waldrand Tonkrüge mit einem sehr engen Einfüllloch auf, füllen Mandelkerne hinein und entfernen sich. Nun wittern die Affen ihre Lieblingsspeise, kommen heran und greifen gierig in den Krug hinein. Das Einfüllloch ist gerade groß genug, dass die Pfote der Affen hindurchpasst. Die Affen nehmen die Pfote voller Mandeln und bekommen die gefüllte Pfote nun nicht mehr aus dem Krug heraus. Sie bräuchten die Mandeln eigentlich nur loszulassen, um ihre Freiheit wieder zu erlangen. Aber sie essen die süßen Mandeln nun mal „für ihr Leben gern“. Darum warten sie mit der gefüllten Pfote, bis die Fallensteller kommen und die Affen gefangen nehmen.

Ich finde, dass uns Menschen oft ähnliches passiert. Ist es nicht so: Wir sind in gewisse Dinge so vernarrt, dass wir sie „für unser Leben gern“ festhalten. Und diese Dinge halten uns dann gefangen. Wie oft halten wir uns nicht an materiellen Dingen fest, die gar keinen Halt geben? Wie oft versuchen wir nicht irgendwelchen Menschen zu gefallen und verbiegen uns total?

Dabei bräuchten wir nur manche Dinge einfach loszulassen und würden unsere Freiheit und das Leben gewinnen.

Paulus schreibt in einen Brief folgende Erkenntnis: „Wo der Geist Gottes wirkt, da ist Freiheit

Paulus will uns damit sagen, dass diejenigen, die sich an Gott orientieren, die von seinem Geist durchdrungen sind, Freiheit erfahren und erleben.

Freiheit bedeutet dann, frei zu sein von den Zwängen des Zeitgeistes der sagt: „Hast du was, dann bist du was“. Und Freiheit bedeutet auch nicht allem nachjagen zu müssen, mit der Sorge, etwas im Leben zu verpassen. Gottes Geist sagt uns: „Du bist als ein geliebtes Kind Gottes schon etwas ganz besonderes“.  Wer dessen gewiss ist, der „steht über so manchen Dingen“ und weiß, wie Gottes guter Geist Freiheit bewirkt.

Sind wir klüger und weitsichtiger als die kleinen Affen in Afrika?

Ich wünsche uns in diesem Sinne Gottes Begeisterung und viel Erfolg beim „loslassen“.

Pfarrer Thomas Rusch

 


Foto: D. Binderberger