Andacht für den 17.5.

Jesus Christus spricht: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ Johannes 14,1

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Zu schwer?

In einer kleinen Stadt sitzt auf einer großen Treppe ein kleines Mädchen und weint. Sie hat ihren Schulranzen neben sich abgestellt und wischt sich die dicken Tränen vom Gesicht. Eine Frau setzt sich neben sie und fragt vorsichtig: „Warum weinst du denn?“ Das Mädchen schluchzt: „Ist so schwer!“ Die Frau fragt weiter: „Ist dein Schulranzen mit all den Büchern dir zu schwer?“ – „Nein, der ist doch puppig leicht!“ – „Ist die Schule zu schwer, verlangen die Lehrer zu viel, schaffst du deine Aufgaben nicht?“ – „Nein, das Lernen ist doch nicht schwer!“ – „Ja, was ist denn so schwer für dich, dass du so weinst?“ Da sagt das Mädchen verblüffend einfach und ehrlich: „Das ganze Leben ist zu schwer, ich glaub`, ich schaffe es nicht!“

Ich glaube, dass was das Mädchen sagt, ist vielen Menschen aus den Herzen gesprochen. Wie viele Lebensängste finden hier ihren einfachen Ausdruck. Die Herausforderungen des Lebens scheinen einen manchmal einfach zu erdrücken. Die Last von Einsamkeit und Leid, Schmerzen und Defiziten, Unerfülltheit und Not lassen viele daran zweifeln, ob ihre Kräfte denn reichen und ihre Hoffnungen tragen. Und dann beschleicht viele die Sorge, ob man es schaffen kann und ob Zerreißproben bestanden werden.

Das ganze Leben ist wirklich schwer, wenn wir es allein tragen und bewältigen müssen.

„Werden wir das Leben meistern?“ fragen viele voller Sorge und Zweifel.

Aber als Christen haben wir einen Meister des Lebens als Freund und Begleiter. Er trägt uns und unser Leben, er hält uns mit all den Nöten fest in seiner Hand. Er meistert unser Leben.

Wenn man Zahnschmerzen hat, vertraut man sich einem Zahnarzt an, wenn der Rücken schmerzt, einem Orthopäden. Und wenn das Leben zu schwer ist?

Jesus Christus sagt zu uns: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“

Ja, er ist der Experte für „schwermütige Herzen“. Sagen Sie ihm doch, was Sie belastet und Ihnen Sorgen macht. Einfach so, so wie Sie auch ihrem Arzt Ihre Beschwerden sagen.

Ich wünsche Ihnen gute, erfolgreiche Sprechstunden!

Pfarrer Thomas Rusch

 


Foto: D. Binderberger