Andacht für den 6.5.

 

Liebe Gemeinde! Liebe Leserin, lieber Leser!

Am Ostersonntag fanden wir eine Osterüberraschung vor unserer Haustür, die unsere Freundin Sigrun Haserich gestaltet hat.

Sie hatte von dem Motto „Hoffnung hamstern“ gehört und darüber gelesen. Das hat sie dazu gebracht, graue Steine zu sammeln, Abbild für unsere schwierigen Zeiten … Diese Steine hat sie auf der einen Seite beschriftet mit dem Motto #hoffnunghamstern.

Hier ein Foto der Steine von der Rückseite:

In Zeiten, in denen man vieles Grau in Grau sieht, in Zeiten, in denen manche Menschen Hamsterkäufe machen, sollten wir etwas ganz anderes „hamstern“, nämlich Hoffnung.
Und so hat unsere Freundin die andere Seite der Steine bunt bemalt. Es sind fröhliche Farben und hoffnungsvolle Bilder. Auf einigen Motiven ist ein Begriff hinzugesetzt.
Wie es jetzt hier zu sehen ist, so fanden wir den roten Karton vor unserer Tür. Angelehnt an ein Osternest mit dem Heu, in der Mitte das Thema, drumherum die bunten Steine.

Auch wenn es das Foto nicht so richtig wiedergeben kann, es sieht einfach wunderschön aus! Dieses Ostergeschenk tat und tut unseren Seelen gut … Denn Ostern war in diesem Jahr so ganz anders als andere Osterfeste. Noch immer ist alles ganz anders.

Da brauchen wir die bunten Farben als Stimmungsaufheller, die Bilder und Symbole als Zeichen der Hoffnung, sowie die Begriffe, die unsere Sehnsüchte nennen und Zuversicht geben wollen.

Gern teile ich das, was uns geschenkt wurde, und lasse auch Sie und Euch etwas davon weg-hamstern. Denn jeder verbindet mit Farben, Bildern und Begriffen ganz individuelle Erlebnisse und hängt eigenen Gedanken nach. Dazu nenne ich einige Bibelverse und Impulse zum Weiterdenken.

Also packen wir mal einzeln aus, was da zusammengestellt wurde:

Die beiden Ostereier. Seit der Urchristenheit ist das Ei ein Symbol für neues Leben. Die ersten Christen dachten: Das, was unbelebt aussieht, ähnlich wie ein Stein, daraus entspringt neues Leben. Ein Zeichen für die Auferstehungshoffnung.

Der Regenbogen ist das himmlische Zeichen für Gottes Bund mit uns Menschen. Nach dem Ende der Sintflut sagt Gott: „Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt, der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“ (1. Mose 9, Vers 13). Darauf hoffen wir, dass die Verbindung zwischen Himmel und Erde uns trägt.

Der Engel, golden auf weißem Grund. Engel sind Wegbegleiter, wie es in Psalm 91 heißt: „Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“
Es könnte aber auch eine tanzende Frau sein, die Arme nach oben gerichtet, sich zur Musik drehend. Ich denke dabei an unsere Gemeindegruppe „Meditative und folkloristische Tänze“ und hoffe darauf, dass wir uns wieder treffen können. (Übrigens, auch Männer tanzen mit.)

Dann die bunten Blumen. Der Stein mit drei Blümchen auf der grünen Wiese trägt die Aufschrift „Gemeinschaft“. Fast jede Predigt beginnt mit dem Kanzelgruß „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ (2. Korinther 13, Vers 13) Damit beschreiben wir die Hoffnung, dass Jesus Christus bei uns ist, Gottes Liebe uns umfängt und sein Heiliger Geist uns zu Brüdern und Schwestern macht.

Der rote Vogel am blauen Himmel mit dem Begriff „Freiheit“ und das Segelschiff mit der Aufschrift „Meer“ erinnern mich an Verse von meinem Lieblingspsalm: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.“ (So hat der Beter von Psalm 139, Verse 9 und 10, seine Erfahrungen mit Gott beschrieben.) Und der Apostel Paulus schreibt „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3, Vers 17)

Zum Schluss, das was vielen Menschen in diesen Zeiten fehlt: „Nähe“. Dieses Wort steht auf einem knallgrünen Stein, der dekoriert ist mit orange-rot-blau-goldenen Tupfen. Wir brauchen die Nähe anderer Menschen, und wir brauchen die Nähe Gottes. Ich hoffe, dass wir trotz Abstandsgebot Nähe erfahren mit Menschen, die mit uns in Kontakt sind, auch wenn man sich nicht – wie früher – begegnen kann. Ich hoffe, dass wir spüren, dass Gott uns nahe in seinem Sohn Jesus, der Gottes Liebe geerdet hat. „Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen.“ (Psalm 145, Vers 18)

Ich hoffe, dass Sie hier oder da bei einem Bild, Wort oder biblischen Impuls ein wenig Hoffnung hamstern konnten, für den Alltag Ihres Lebens.

Ich freue jedenfalls mich täglich an den Steinen vom „Hoffnung hamstern“.

Deine / Eure / Ihre Pfarrerin Erika Juckel

Beide Fotos habe ich gemacht … – Das Original ist natürlich viel schöner! Übrigens: Bei www.konfiweb.de kann man sich zu Hoffnung hamstern „schlau machen“, ebenso, wenn man hoffnunghamstern bei google eingibt 😉


Foto: D. Binderberger