Andacht für den 3.5.

 

Liebe Gemeinde! Liebe Leserin, lieber Leser!

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ … Nach dem extrem trockenen April ist endlich der lang ersehnte Regen da. Die Gärten und die Landwirtschaft brauchten dringendst Wasser. Jetzt – an den ersten Maitagen – erleben wir „Aprilwetter“ wie es im Buche steht: Sonne und Regen wechseln sich ab, sogar Gewitter und Hagel. Wenn die Sonne scheint und es gleichzeitig regnet, dann freuen wir uns über den Regenbogen am Himmel. Der Regenbogen – ein biblisches Zeichen für Gottes Bund mit uns Menschen, eine sichtbare Verbindung zwischen Himmel und Erde.

In „Normalzeiten“ hätten wir heute, am 3. Mai, mit 19 jungen Menschen in der Forsbacher Christuskirche diesen Bund Gottes gefeiert: Konfirmation. (Die anderen 12 Jugendlichen im Bezirk Forsbach-Kleineichen würden am 24. Mai konfirmiert.)

Doch in diesem Jahr ist alles ganz anders. Wir mussten dieses wunderschöne Fest zeitlich verschieben. Es ist noch immer nicht klar, wann wir den Festgottesdienst zur Konfirmation in unserer Kirche feiern können. Ebenso kann die Familienfeier danach nicht stattfinden wie in allen Vorjahren. Die Pandemie-Krise wirbelt alles durcheinander. Nichts ist mehr wie früher.

Bei ihrer Konfirmation hätten die religionsmündigen Mädchen und Jungen ihre Taufe bestätigt und den Bund mit Gott gefestigt durch ihr Konfirmationsversprechen. Das muss nun noch warten … – Da ist Geduld gefragt.

Für den Festgottesdienst schreibe ich oft als Definition ins Programmheft: „Du antwortest auf Gottes Ja zu Dir. Gott sagt das Ja der Liebe zu Dir und wartet auf Deine Antwort. Das ist Konfirmation: Dein Ja zur Taufe und zum Glauben ist das Echo auf das täglich gesprochene Ja Gottes zu Dir und Deinem Leben.“

Und genau das feiern wir: Das Ja dieser jungen Menschen als Antwort auf Gottes Ja, das schon immer über ihrem Leben stand und stehen wird.

Jede Konfirmation wird in besonderer Weise musikalisch gestaltet, so dass es ein wunderbarer Festgottesdienst wird. Die lateinischen Sonntagsnamen geben das auch vor. Der 3. Mai heißt „Jubilate“ (jubelt!) vom Beginn des 66. Psalms „Jauchzet Gott, alle Lande!“ Der 24. Mai heißt „Exaudi!“ (höre!), dazu gehört Psalm 27, 7 „Herr, höre meine Stimme!“

Dank unserer Chöre hätten wir das Versprechen dieser Sonntagsnamen einhalten können. Alle Jahre wieder – zu den Konfirmationen in unseren drei Kirchen – sorgt unsere Kirchenmusikerin Doris Röskenbleck für besondere Musik. Am 3. Mai war der Kammerchor eingeplant, am 24. Mai der Jugendchor Together und die Young Voices.

Die Sängerinnen und Sänger hätten – wie sonst auch – den Jubel über dieses Fest vor Gott gebracht, so, dass Gott ihre Stimmen hört. Damit hätten sie uns alle hineingenommen in die Freude, die wir mit den jungen Menschen teilen. Freude, die sich in besonderer Weise in Musik und Liedern ausdrückt. Die Lieder für alle würden durch Orgel bzw. Klavier und durch die Chöre so unterstützt, dass die meisten Gottesdienstbesucher sich trauen mitzusingen. 😉

Hätte, wäre, würde … Ja, es wäre so schön gewesen. – Doch nun ist alles anders.

Bestimmt werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden am 3. Mai und am 24. Mai sagen: „Heute wäre mein Konfirmationstag! Heute hätten wir groß gefeiert!“ Sicher werden sie – so wie auch ich – traurig sein, denn im Vorfeld war vieles geplant, damit es ein unvergesslicher Tag wird. Und man weiß nicht, ob das Outfit, das mancher schon gekauft hat, zum neuen Festtermin noch immer passt. In dem Alter wächst man so schnell in die Höhe.

Natürlich gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir müssen geduldig abwarten, bis man absehen kann, wann wieder eine Konfirmationsfeier möglich ist.

Schon lange gehört ein Lied zur Konfirmation dazu, dessen Kehrvers zum Beginn der Andacht passt, zum Regenbogen: „… da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.“ (Das Lied steht in unserem „Liederbuch zwischen Himmel und Erde“, die Nummer 2)

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden in allen Bezirken kennen das Lied, auch alle, die in Chören singen. Es ist Menschen jeden Alters bekannt, und ist auch in unserer katholischen Schwesterkirche beliebt. Besonders gern wird es in Jugendgottesdiensten gesungen.

Es wäre doch schön, wenn ganz verschiedene Menschen dieses Lied an diesem Sonntag, den 3. Mai, singen würden und dabei an die Jugendlichen denken, die Konfirmation gefeiert hätten. (Gleiches schlage ich für den 24. Mai vor, sowie für den Pfingstsonntag, denn das ist der Termin im Bezirk Rösrath. Die Jugendlichen in Hoffnungsthal können wir mit in unser Lied hineinnehmen, ihr Konfirmationssonntag wäre der 26. April gewesen.)

Es wäre doch schön, wenn ganz verschiedene Menschen dieses Lied heute singen würden und dabei den Wochenspruch bedenken: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Korintherbrief 5, 17). Die Worte des Paulus können wir auf uns beziehen und durch Jesus Christus zu neuen Menschen werden, die erleben, wie Himmel und Erde sich berühren und Friede wird.

Hier der Liedtext mit der Einladung zum Lesen, Summen oder Singen:

  1. Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen, und neu beginnen, ganz neu,
    da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns,
    da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

  1. Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden, und neu beginnen, ganz neu,
    da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns,
    da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

  1. Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken, und neu beginnen, ganz neu,
    da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns,
    da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

Ich werde heute Vormittag, sowie heute Abend nach dem ökumenischen Glockenläuten um 19.30 Uhr dieses schöne Lied singen, an unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden denken und für sie beten. Es wäre schön, wenn auch andere das tun …

Einen gesegneten Sonntag wünscht Deine / Eure / Ihre Pfarrerin Erika Juckel

Foto: Erika Juckel

Unter diesem Fenster mit Kreuz, Auferstehungssonne und Regenbogen wären die Konfirmandinnen und Konfirmanden vom Bezirk Forsbach-Kleineichen eingesegnet worden, wenn nicht das kleine Virus Corona alle Planungen zunichte gemacht hätte.

 


Foto: D. Binderberger