Andacht für den 20.4.

Reich, ohne es zu wissen?

 

Liebe Leserinnen und Leser,

immer mal wieder geht es durch die Nachrichten, dass irgendwo etwas spektakulär Wertvolles „gefunden“ worden ist. Ein Kunstgegenstand auf dem Flohmarkt, ein vergessener alter PKW in einer Scheune … oder nach einem Todesfall etwas unerwartet Wertvolles in der Erbmasse.

Ich fand dazu eine Geschichte, die mich schmunzeln lies:

In einem kleinen Dorf wohnt eine ältere, arme Frau. Ihr Sohn ist vor Jahren nach Amerika ausgewandert. Regelmäßig schreibt er ihr. Eines Tages erhält die Frau Besuch vom Lehrer im Dorf. Sie zeigt ihm freudig die Briefe des Sohnes und auch die hübschen „Bildchen“, die der Sohn seinen Briefen beigelegt hat. Es sind zwar immer die gleichen Bilder, die der Sohn geschickt hat, aber die alte Frau freut sich daran. Der Lehrer staunte nicht schlecht: „Frau“, sagt der Lehrer, „das ist doch Geld. Das sind amerikanische Dollarnoten. Sie sind reich und wissen es gar nicht!“

In diesen Tagen telefoniere, WhatsApp`e, maile ich viel mit Menschen und in unserer „Kommunikation“ höre ich oft heraus, dass man wieder neu „Schätze“ entdeckt. Es wird sich gefragt: Was ist wirklich wichtig? Was brauche ich? Menschen schauen wieder bewusster in die Lebenssituation von Nachbarn, Freunden, Familienangehörigen und versuchen zu helfen.

Zurück zur Geschichte von der älteren Frau: Wir mögen vielleicht schmunzeln über die Unwissenheit der Frau. Aber ich möchte einmal nachfragen, wie sind wir in der Vergangenheit mit den „Schätzen Gottes“ umgegangen?

Mit seiner Schöpfung? Wir merken gerade wie wichtig die „Natur“ ist, um hier aufzutanken …

Mit seiner Liebe? Wir merken gerade wie gut der Blick und die Hilfe von meinem „Nächsten“ tut …

Mit seinen Schätzen in seinem Wort, der Bibel? Merken wir nicht vielleicht auch gerade wie gut seine Verheißungen tun? Mir hat es in der Vergangenheit weh getan, wenn ich Menschen über die Bibel folgendermaßen reden (oder „laut denken“) gehört habe: „Immer die gleichen alten Geschichten. Immer die gleichen alten Worte.“

Und man hat gar nicht mehr gemerkt, dass diese Geschichten und Worte so voller Reichtum und Leben, voller Freude und Kraft stecken.

In diesen Tagen war ich schon öfters erstaunt, wenn ich einen Blick aus dem Arbeitszimmer warf und sah, wie jemand eine „Andacht“ von unserer „Gottesdienst to go“ Leine mitnahm, von dem ich es nicht erwartet hätte. Oder die Mails, die ich erhalte, in denen sich für unsere „Angebote“ als Kirche in Rösrath bedankt wird …

Da freut sich mein „Christenherz“ und hofft, dass wir auch weiterhin entdecken: Wir sind reich im Glauben, reich in der Liebe und reich in der Hoffnung.

Eine wunderbare Zusage aus Gottes Wort ist es, dass wir Gottes geliebte Kinder und damit seine Erben sind.

Mögen wir dies dann doch auch leben!

Mögen wir als Gottes Königskinder, aus dem Reichtum von Glaube, Liebe und Hoffnung leben und nicht wie „Bettler“ unsere Lebensnöte beklagen …

Und hier noch drei Schätze aus Gottes Schatzkiste (der Bibel 😉):

Jesus Christus spricht: Ich bin bei euch alle Tage … (Matthäus 28, 20)

Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkünde euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr … (Lukas 2, 10+11)

Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch! (Lukas 6,31)

Alles Gute und Gottes Segen fürs „Schätze sammeln und heben“ …

Pfarrer Thomas Rusch

 


Foto: D. Binderberger