Andacht für den 8.4.

Nachgelegt: “Deftige Worte II”

 Liebe Leserinnen und Leser,

dass meine “Deftigen Worte” eine deutschlandweite Verbreitung fanden – das hätte ich niemals gedacht – lässt mich aber schon schmunzeln. Die nördlichste Reaktion kam aus Kiel – die südlichste aus Frankreich (per E-Mail weitergeleitet).

Dass mein Konterfei auf der Titelseite des EXPRESS war (neben Verona (Pooth), die aber ein wesentlich hübscheres Bild als ich abgab!) wurde mir im Vorfeld auch nicht gesagt – ich vermute einige haben sich erschrocken als sie am Morgen die Zeitung in der Hand hielten (sagen es aber nicht, weil sie sich nicht als “EXPRESS Leser” outen wollen … und ja! das Bild ist tatsächlich über 10 Jahre alt … und man sage mir bitte nicht mehr, dass ich doch jetzt viel mehr Falten hätte und “grauer” sei … ).

In einem Telefoninterview mit einem dpa Redakteur haben wir darüber sinniert, wie es in Deutschland zum “Toilettenpapierengpass” kommen konnte  – meine Erklärung: Wir Deutschen sind “Schisser” (was die Franzosen sind – bei denen es ja nun “Engpässe” bei Kondomen und Rotwein gibt – keine Sorge – darüber werde ich in keiner Andacht auf unserer Homepage schreiben!!! ( nur ein Scherz, liebe Franzosen!!!!)).

Warum “Schisser” – ich mache es an mir selber deutlich:

Wie war mein Toilettenpapiereinkauf, seitdem das “Corona” Thema in der Welt ist?

Ich hole ein wenig aus: In unserem Pfarrhaus gibt es drei Toiletten (zwei Badezimmer – eine Gästetoilette). Normalerweise befindet sich in den Badezimmern immer je ein 10er Pack der situativ aufgefüllt wird (wenn er sich dem Ende neigt, dann wird ein neuer 10er Pack gekauft). Wir haben also “normalerweise” mind. eine max. zwanzig Rollen im Haus (die Gästetoilette  wird aus einem der 10er Packs mit “bedient”).

Als nun “Corona” Thema wurde, kam es in den Supermärkten zu den ersten Enpässen. Auch ich sah bei einem Einkauf in einem Supermarkt, dass es dort kein Toilettenpapier mehr gab. Da dachte ich: “Na ja, wir haben ja noch genug Zuhause”. Doch der “Engpass” wurde in den Medien immer mehr zum Thema. Beim nächsten Einkauf gab es bei meinem Rundgang durch den Supermarkt wieder Toilettenpapier aber nur noch ganz wenig. Was habe ich also gedacht? Klar: “… nimm mal eine Packung mit! – du weißt ja nie, wann es wieder Toilettenpapier gibt”. Was ich nicht wusste – eines meiner Kinder hatte bei einem Einkauf auch schon einen 10er Pack aus einem anderen Supermarkt mitgebracht …( aktuell  – Stand 06.04. haben wir 31 Rollen im Pfarrhaus – sehr viel …).

“Du weißt ja nie,  wann …” – und damit oute ich mich selber als “Schisser” – oder?

Und Sie/Du? Ich vermute, so wie ich denken Sie/Du auch – oder? Wieviele Rollen haben Sie/Du zuhause?

Ja, in manchen Dingen bin ich ein “Schisser” und ich ärgere mich selber darüber – denn, das muss ich nicht (und vor allem nicht was “Toilettenpapier” angeht, denn es gibt weltweit gute Lösungen, wie man auch ohne Toilettenpapier ein sauberes Popöchen bekommt).

Das, was das Leben als Christ trägt, sind die Verheißungen Gottes – und die machen mir deutlich: Du musst kein “Schisser” sein!

Die für mich schönste Verheißung bekennt uns der Apostel Paulus in Römer 8, 28-39 (ES LOHNT SICH DIESE BIBELSTELLE NACHZUSCHLAGEN). Mein Lieblingsvers: Römer 8,31+38-39: “Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein … …  denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zuküftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.”

Ja, in manchen Dingen bin ich ein “Schisser” aber wenn ich Angst und Sorge habe, dann rufe ich mir die Verheißungen Gottes ins Herz zurück.

Ja, wenn ich Angst und Sorge vor etwas habe, dann tut es gut, die Zusage Gottes persönlich zu hören: “Ich bin auf deiner Seite – letztlich kann NICHTS gegen dich sein, Thomas”. Wunderbar! (Ersetzten sie an dieser Stelle einmal meinen Namen durch ihren 😉)

Liebe Leser, NICHTS und NIEMAND kann uns scheiden von der Liebe Gottes die in Jesus Christus sichtbar geworden ist. Ich hoffe diese Zusage hilft Ihnen/Euch beim “Schisser Sein”.

Liebe Grüße und Gottes Segen wünscht

Ihr Pfarrer Thomas Rusch

(Wem diese Andacht zu lanweilig war, oder wer interlektuell unterfordert war, kann es mal mit “Mathematik” versuchen … und  verschiedne Matheaufgaben aus meinen “Angaben” “produzieren”: Stand Toilettenpapier 13.05. (geschätzt): 39 Rollen (a.200 Blatt) Stand 06.04.: 31 Rollen. Wir haben einen 3 Personen Haushalt. Die interessanteste Frage (für mich) lautet: Wann muss ich neues Toilettenpapier kaufen ohne ein “Schisser” zu sein (auf jeder Toilette sollte noch eine Restrolle sein).


Foto: D. Binderberger