Andacht für den 6.4.

Liebe Gemeinde! Liebe Leserin, lieber Leser!

Zu Beginn der Karwoche finden evangelische Gemeindemitglieder eine „Extra-Ausgabe“ des Gemeindebriefes in ihren Postkästen. Dieses Mal kein Heft, sondern drei doppelseitig beschriebene Seiten im Briefumschlag, um mit Ihnen und Euch im Kontakt zu bleiben. Auch so geht das geistliche Leben weiter, obwohl Gottesdienste, Gruppen und Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie ausfallen müssen.

Mir fällt auf, dass sich in manchen Texten immer mal wieder „denglische“ Begriffe einschleichen (also deutsch-englische Worte), was – mit einem Augenzwinkern gesagt – zeigt, dass wir „up to date“ sind. 😉 – Der nächste Absatz mit Beispielen in Kursivdruck:

Wir freuen uns darüber, dass die Texte und Ausmalbilder für Kids an den „Gottesdienst-to-go-Leinen“ regen Absatz finden. Manche haben Fotos davon auf Facebook gepostet und wurden geliked. Auch der Zeitungsartikel hat dafür gesorgt, dass die Aktion bekannt wird. Darüber hinaus gibt es täglich “Heavy Metal” von unseren Kirchtürmen: Das zusätzliche Glockengeläut lädt ein zum Singen und Beten. Es braucht wohl ein wenig Mut, das „Balkonsingen“ zu versuchen. Eine/r muss anfangen, vielleicht singen plötzlich andere in der Nachbarschaft mit. „Der Mond ist aufgegangen“ ist zwar ein alter Song, doch die Andacht in der „Extra-Ausgabe“ beweist, wie aktuell die Worte von Matthias Claudius sind.

Bleiben wir beim Gebet: Im Volksmund sagt man „Not lehrt beten“. Wir erleben die Wahrheit dieser Worte. Unzählige Menschen falten die Hände, sie bitten Gott um Beistand und Hilfe. Menschen in anderen Ländern sind noch stärker betroffen als wir. Über alle Grenzen hinweg verbindet uns nicht nur die Angst, sondern auch die feste Zuversicht, dass Gott uns nicht im Stich lässt. Auch unser Beten verbindet. Jeder spricht das Vaterunser in seiner Sprache.

In unserer „Extra-Ausgabe“ laden wir ein, nach dem abendlichen Läuten das Lied vom Mond zu singen und zu beten. Manche werden eigene Fürbitten sprechen, andere das von der ACK formulierte Gebet und im Anschluss das Gebet Jesu, das Vaterunser.

Ökumenisches Gebet vom Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK)
Guter und barmherziger Gott!
In Zeiten von Verunsicherung und Krankheit kommen wir gemeinsam zu Dir und werfen alle unsere Sorgen auf Dich.
Du schenkst uns neue Zuversicht, wenn uns Misstrauen und Unsicherheit überwältigen.
Du bleibst uns nahe, auch wenn wir Abstand voneinander halten müssen.
Wir sind in deiner Hand geborgen, selbst wenn wir den Halt zu verlieren drohen.
Wir bitten dich für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind, für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind, für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern, für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten.
Sei ihnen allen nahe, gib ihnen neue Hoffnung und Zuversicht, den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.
Wir bitten dich für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Heimen und Hospizen, für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft, für alle, die uns Tag für Tag mit dem Lebensnotwendigen versorgen; für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes frohe Botschaft zusagen.
Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.
Wir bitten dich für die jungen Menschen unter uns, die Kinder und Jugendlichen, für alle, die um ihre Zukunft fürchten, für die Familien, die die erzwungene Nähe nicht gewohnt sind, für alle, die die Betreuung von Kindern und Jugendlichen übernommen haben.
Sei ihnen allen nahe, schenke ihnen Geduld und Weitsicht, Verständnis und Hoffnung.
Wir bitten dich für die Menschen weltweit, deren Gesundheit an jedem Tag gefährdet ist, für alle, die keine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können, für die Menschen in den Ländern, die noch stärker von der Krankheit betroffen sind.
Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht.
Auch bitten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sorgen den Blick für andere nicht verlieren und ihnen beistehen.
Mach uns bereit, Einschränkungen in Kauf zu nehmen und lass uns dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden. Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Gott, der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller annimmt.
Dir vertrauen wir uns an. Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.
Amen.

Wir bleiben verbunden im Gebet.

Herzlichst Ihre / Eure Pfarrerin Erika Juckel


Fotos: D. Binderberger