Andacht für den 2.4.

Foto von Pfarrer Rusch

 

Danke lieber Gott … ”

Seit einigen Tagen nun schon verbringe ich die meiste Zeit des Tages in meinem Arbeitszimmer am Telefon und am PC.

Was für ein Segen (diese Worte hätte ich vor wenigen Tagen noch nicht so geäußert), dass wir auch so miteinnader im Kontakt sein können!

 

Vor einigen Tagen erhielt ich folgende Mail:

Lieber Thomas,
ich hoffe, Deine Familie und Du seid gesund. Wir sind wohlauf! Jeden Abend hören die Kinder und ich das Glockenläuten, freuen uns darüber und beten.
Das gestrige Gebet von XXXXX (Name des Kindes) ging wie folgt:
Danke, lieber Gott, dass Du Pfarrer Rusch gezeigt hast, wie die Glocken an der Kirche zu läuten sind!“

Darüber musste ich sehr schmunzeln und hoffe, Dir damit auch ein Lächeln schenken zu können. …

Als ich dies las, musste ich wirklich herzlich lachen – und ich vermute sie schmunzeln auch – oder?

Danke lieber Gott …” das erinnert mich an eines meiner Lieblingslieder der Kölsch Rockgruppe BAP “Wenn et Bedde sich lohne däät..” Hier die erste Strophe:

Wenn et Bedde sich lohne däät: Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl,
Wat ich dann bedde däät. Ja, wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl,
Wat ich dann bedde däät, bedde däät.

Ohne Prioritäte, einfach su, wie et köhm, fing ich ahn, Nit bei Adam un nit bei Unendlich, trotzdäm: Jeder un jedes köhm draan. Für all dat, wo der Wurm drin, für all dat, wat mich immer schon quält, Für all dat, wat sich wohl niemohls ändert, klar, un och für dat, wat mer jefällt. Vum Choral für die Dom-Duuv, die verkrüppelt, verengk enn der Sood, Bess zo Psalme für et Wedder un die Stunde met dir, die ze koot. Ich däät bedde, wat et Zeuch hällt, ich däät bedde op Deuvel kumm russ. Ich däät bedde, für wat ich jraad Loss hätt, doch für nix, wo mir wer säät: „Du muss!“, „Du muss!“

Und für die „nicht des Kölschen mächtigen“ die Übersetzung:

Wenn das Beten sich lohnen täte: Wenn das Beten sich lohnen würde, was meinst du wohl,
Was ich dann beten würde. Ja, wenn das Beten sich lohnen würde, was meinst du wohl,
Was ich dann beten würde, beten würde.

Ohne Prioritäten, einfach so, wie es käme, finge ich an, Nicht bei Adam und nicht bei Unendlich, trotzdem: Jeder und jedes käme dran. Für all das, wo der Wurm drin, für all das, was mich immer schon quält, Für all das, was sich wohl niemals ändert, klar, und auch für das, was mir gefällt. Vom Choral für die Dom-Taube, die verkrüppelt in der Gosse verendet,
Bis zu Psalmen für das Wetter und der Stunde mit dir, die zu kurz. Ich würde beten, was das Zeug hält, ich würde beten auf Teufel komm raus. Ich würde beten, wofür ich eben Lust hätte, doch nie, wenn jemand sagt: „Du musst!“, „Du musst!“

Liebe Leser,
Mit vollster Überzeugung sage ich: DAS BETEN LOHNT SICH!

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft (mit 2 Meter Distanz
😉)” Römerbrief Kapitel 12 Vers 12+13

So lassen Sie uns beten, ohne Prioritäten, einfach so, wie es kommt und Jeder und Jedes soll dran kommen. Aber auch das “Danken” soll dran kommen, denn wir haben auch in dieser unsäglichen Zeit Grund zu danken – ich denke uns fallen sehr, sehr viele Menschen ein, die wunderbar helfen:

Danke lieber Gott für die Menschen, die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen…
Danke lieber Gott für die Menschen, die unsere Versorgung sicher stellen ….
Danke lieber Gott für die Poliker, die die wichtigen Entscheifdungen in unserem Land treffen müssen …
Danke lieber Gott für ….

Wenn sie wollen, dass ich für Sie oder für ein bestimmtes Anliegen bete, so schicken Sie mir einfach eine E-Mail: thomas.ruch@ekir.de
Jeden Abend um 21.00 Uhr bin ich in der Kirche und bete!

Ihr Pfarrer Thomas Rusch


Foto: D. Binderberger