Andacht für den 31.3.

 

Liebe Gemeinde! Liebe Leserin, lieber Leser!

In der Apostelgeschichte beschreibt Lukas, wie das Leben der ersten Christen aussah: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“

So war man sich damals vor 2000 Jahren nahe, und so waren wir uns auch bis vor Kurzem nahe. Wir kamen in unseren Kirchen zusammen, sowie in Seniorenheimen, um Gottesdienst zu feiern, zu beten, Brot und Wein zu teilen.

Weil das nicht mehr möglich ist, suchen wir andere Möglichkeiten einander zu begegnen und nahe zu sein.

 

Für mich passt dazu das Bild einer Brücke.

(Das Foto stammt aus einem früheren Irlandurlaub kurz nach Ostern)

Wir können eine Brücke zueinander schlagen, indem wir aneinander denken, einander anrufen, Briefe oder Mails zuschicken und füreinander beten. All das verbindet über Gräben hinweg, überwindet die Distanz, die wir in diesen Zeiten einhalten müssen.

Das Glockenläuten und unsere täglichen Andachten laden dazu ein, dass wir der Brücke trauen, die Gott zu uns gebaut hat durch seine Menschwerdung in Jesus, Seinem Sohn.

Wenn wir beten, betreten wir diese Brücke und können Gottes Nähe erfahren. – Nun, nicht immer, aber immer öfter. Im Gebet Jesu verbinden wir uns mit unserem Vater im Himmel, und mit allen, die das Gebet sprechen. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns hört, uns nahekommt und Kraft gibt.

Ein Lied, das ich sehr mag, spricht von der Sehnsucht nach Nähe, nach Gottes Nähe. Diese Nähe schließt auch die menschliche Nähe ein. Das Lied ist Nummer 209 im Buch „Lieder zwischen Himmel und Erde“ (Das ist das zusätzliche Gesangbuch in der Christuskirche.)

Es beginnt und endet mit dem Kehrvers:
Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, die nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst. 

  1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir. In Sorge, im Schmerz –sei da, sei uns nahe, Gott.
    Kehrvers: Da wohnt ein Sehnen tief in uns …
  1. Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir. In Ohnmacht, in Furcht –sei da, sei uns nahe, Gott.
    Kehrvers: Da wohnt ein Sehnen tief in uns
  1. Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir. In Krankheit, im Tod – sei da, sei uns nahe, Gott.
    Kehrvers: Da wohnt ein Sehnen tief in uns …
  1. Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. Wir hoffen auf dich – sei da, sei uns nahe, Gott.
    Kehrvers: Da wohnt ein Sehnen tief in uns …

Wir hoffen auf Gott, und bitten Ihn um Beistand in Ohnmacht und Furcht vor diesem unsichtbaren Feind, dem Corona-Virus.

Wir bitten Gott um Heilung und Zukunft für alle, die am Corona-Virus erkrankt sind. Wir danken für alle, die beherzt für andere da sind, in Arztpraxen, Krankenhäusern, Heimen und Hospizen. Und bitten Gott darum, dass sie gesund bleiben.

Wir bitten Ihn um Hilfe und Zukunft für alle, die um ihre Arbeitsstelle und ihre Existenz bangen. Wir bitten Ihn um Kraft für alle, die für unsere Versorgung arbeiten.

Wir bitten Gott, um Einsicht, dass endlich jede/r begreift, wie sehr die Welt bedroht ist, und dass wir diese Pandemie nur überwinden können, wenn wir zusammenhalten.

Möge Gott allen – so auch Ihnen und Euch – nahe sein. Bleibt behütet! Bleibt gesund!

Herzlichst Ihre / Eure Pfarrerin Erika Juckel


Fotos: D. Binderberger u. E. Juckel