„Gott ist da – er ist nah“

… sagt Präses Manfred Rekowski in seiner Predigt zu Lukas 2, 10-11.

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus.
Amen.

Die uralte Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium von der Geburt des Jesuskindes im Stall bei Bethlehem trägt auch in diesem Jahr eine hochaktuelle Botschaft in die Welt: „Gott meldet sich mitten im Leben zu Wort: ,Fürchtet euch nicht! Ich bin an eurer Seite. Ich lebe euer Leben‘“

Gott ist auch an den Gräbern unserer Lieben da

„Gott ist da – er ist nah: bei den Hirten auf dem Feld, bei Maria und Josef im Stall, aber auch in einer langen schmerzhaften Krankengeschichte, vor den Trümmern eines Lebensentwurfes, an den Gräbern unserer Lieben, in den Krisenregionen unserer Welt“, sagte der oberste Vertreter der zweitgrößten EKD-Gliedkirche im Heiligabendgottesdienst: „Die Welt ist nicht heil, sondern zerrissen, vieles liegt im Dunkeln, schreit nach Veränderung, muss heil werden. Gott möchte uns auch da nahe sein, wo man ihn nicht vermutet: so wenig wie Gott in einem Stall. Aber da lässt er sich finden. Gott hat Jesu ganzes Leben begleitet und ihn von den Toten wieder auferweckt. Gott ist bei seinen Menschen. In allen Höhen und Tiefen des Lebens geht Gott mit uns. Davon erzählt Weihnachten.“

Weihnachten setzt Menschen in Bewegung

Weihnachten bleibe nicht folgenlos, machte der 61-jährige Theologe deutlich: „Weihnachten setzt Menschen in Bewegung. Die Hirten erzählen furchtlos jedem, dem sie begegnen, von ihrem Weihnachtswunder. Ja, Weihnachten ist viel mehr als die Dosis Sentimentalität, die man sich alle Jahre wieder einmal gönnt. Weihnachten ist Gottes Ja zur Menschlichkeit und sein Nein zur Zerstörung des Lebens. Das leben und beherzigen Christenmenschen – furchtlos und voller Hoffnung auf Gott. Weihnachten macht uns sensibler für unser Leben und für das der anderen. Wir wünschen uns, dass der Himmel sich öffnet und Gott einzieht: in unsere Herzen, unsere Wohnungen, unsere Stadt, unser Land, in den ganzen Erdkreis. Dafür beten wir und dafür setzen wir uns ein.