Auszeit in Paris 2018

Presbyteriumsfahrt nach Paris

Aus meiner aktiven Volleyballzeit kenne ich die „Auszeit“ – eine feste Regel, die das Spiel unterbricht, wenn die Mannschaft ausgepowert ist, man verkrampft spielt und Erholung braucht.

Dann nimmt der Trainer für die Mannschaft eine Auszeit. Er will die Spieler/innen ermutigen und neu motivieren, Konzentration einfordern, neue Ideen und Spielzüge einbringen …

Das Zeichen ist das mit beiden Händen geformte „T“ (T für „Time out“.)

Vom 14. bis 18. März hat sich das Presbyterium eine „Auszeit“ genommen. Wir waren in Paris und wohnten im „Foyer Le Pont“, dem Gästehaus der Ev. Kirche im Rheinland im Bezirk Montparnasse.

Herr Pfarrer Kopper hatte ein vielfältiges Programm mit interessanten Begegnungen zusammengestellt. Hier ein kleiner Einblick:

  • Die Organisation „Aktion Sühnezeichen“ hat ihren Sitz im „Foyer Le Pont“. Eine Mitarbeiterin referierte über die Versöhnungsarbeit, die auf der Botschaft von Gottes Gnade und Vergebung basiert.
  • Bei der Führung durch das protestantische Paris waren wir an Orten, an denen Geschichte lebendig wurde. Die Bartholomäusnacht oder die Reformation in Frankreich u.a.: Sehr eindrucksvoll.
  • In Bourg-La-Reine, einem Vorort von Paris, waren wir mit der deutschen Pfarrerin verabredet, die der französischen evangelisch-lutherischen Gemeinde vorsteht. Sie beschrieb ihren Alltag der Gemeindearbeit in der Situation als evangelische Minderheit.
  • Vor unserer Abfahrt am Sonntag nahmen wir am Gottesdienst in der deutschen Gemeinde teil, und hatten auch danach noch die Möglichkeit zum Austausch genutzt.
  • Und es gab auch Zeit für Kunst, Kultur und Sight-Seeing.

Bereichert um diese und andere Erfahrungen hatten wir reichlich Gesprächsstoff. Eine neue Sicht auf manche Dinge, angeregte Diskussionen über Kirche und Gesellschaft, ein intensiver Austausch über das, was wir auf unser (Gemeinde-)Leben übertragen können. Die „Auszeit“ hat uns inhaltlich weitergebracht, wohl auch verändert.

Darüber hinaus hat uns die „Auszeit“ einander nähergebracht: Die „programmfreie Zeit“ war äußerst wertvoll für jede/n und für uns als Gruppe. Die Gespräche bei den Mahlzeiten habe ich sehr geschätzt. Endlich war Zeit, den/die andere/n auch privat näher kennenzulernen.

Wir konnten Neues entdecken und waren intensiv im Austausch über den Glauben. So war die Andacht ein guter Start in jeden neuen Tag. Über Gottes Wort nachdenken, miteinander singen und beten. Das war Atem holen für die Seele und Kraft auftanken.

Auch eine Auffrischung vom Teamgeist. Mit neuem Elan wieder ins Spiel gehen, gestärkt, ermutigt und motiviert … Eine „Auszeit“ eben. Eine richtig gute Zeit miteinander, die aufbaut und weiterwirken kann.

Pfarrerin Erika Juckel

16. März 2018, vor der Kirche in Bourg-La-Reine

Foto: Ilka Richter

Die evangelische Kirche in Bourg-La-Reine in Paris

Foto: Joachim Höh

Basilika Sacré-Coeur de Montmartre

Foto: Joachim Höh

Basilika Sacré-Coeur de Montmartre – Innen

Foto: Joacheim Höh

Ausblick von Sacré-Coeur über Paris

Foto: Joachim Höh